Reizthema Scheinselbstständigkeit: Festanstellungswellen bei SZ.de und Süddeutscher Zeitung

SZ Online-Chef Stefan Plöchinger: Pauschalisten werden verstärkt festangestellt
SZ Online-Chef Stefan Plöchinger: Pauschalisten werden verstärkt festangestellt

Publishing Das Thema Scheinselbstständige beschäftigt die Medienbranche. Mehrere Verlage haben Angst vor Kontrollen und empfindlichen Nachzahlungen von Sozialleistungen. Darum gehen einige nun dazu über, so genannte feste Freie fest anzustellen. Wie die taz berichtet, gibt es derzeit bei der Süddeutschen Zeitung und SZ.de Anstellungswellen.

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Mitarbeiter von SZ.de, die vier oder fünf Tage pro Woche fest in der Redaktion arbeiten, sollen laut taz so schnell wie möglich fest angestellt werden. Andere sollen Autorenverträge bekommen, bei denen der Zwang zur Anwesenheit in der Redaktion aufgehoben wird. Nach Recherchen der taz waren bis zu 50 Prozent der Online-Redaktion bei der SZ als feste Freie beschäftigt.

Auch feste Freie bei der Print SZ würden nun in mehreren Wellen fest angestellt. Bei den Konditionen zeige sich die Süddeutsche Zeitung durchaus großzügig. Die taz berichtet von zufriedenen Mitarbeitern, die sich wundern, warum das nicht schon früher so ging. Ganz so reibungsarm geht es nicht überall zu.

Beim Kölner Verlag DuMont gab es viel Widerstand und Kritik auf Seiten der Mitarbeiter wegen mieser Konditionen in den angebotenen Fest-Verträgen. Offenbar wurde hier mittlerweile aber teilweise nachgebessert. Laut taz gibt es auch bei der Funke Mediengruppe und bei Gruner + Jahr Überlegungen, feste Freie künftig fest anzustellen. Mit ein Grund könnte sein, dass das Arbeitsministerium einen Gesetzentwurf in Arbeit hat, bei dem die Definition von Scheinselbstständigkeit deutlich klarer und schärfer definiert wird als bisher.

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Alle Kommentare

  1. Und was ist mit Springer? Auch hier wird zu mindestens 50 Prozent, in Teilen der Bild-Online-Ressorts gar an manchen Tagen zu 90 %, mit (festen) Freien der Arbeitstag bestritten.

  2. Das ZDF kann hier auch als Negativ-Beispiel angeführt werden. Hunderte „feste Freie“ die laut Gesetz eigentlich Angestellte sein müssten… Und das für ein öffentlich-rechtliches Unternehmen.

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