„Johnny Cash? Ein Johnny, der Geld macht“: dumm, dümmer, David Ortega

Im Dschungel brennt noch Licht – auch wenn Tag zwei nicht ganz so spannend war
Im Dschungel brennt noch Licht – auch wenn Tag zwei nicht ganz so spannend war

Tag zwei im RTL-Dschungelcamp konnte das fulminante Tempo des Auftakts nicht halten, bot eine Dschungelprüfung mit Längen, aber auch einige Insights, die Hoffnung machen. Sophia Wollersheim nahm sich Jenny Elvers zur Brust und gewann dann das Ekel-Duell gegen Helena Fürst. David Ortega braucht vermutlich demnächst einen Dolmetscher, und Gunter Gabriel verpieselt sich endlich nicht mehr.

Anzeige

Helena, die Fürstin der Finsternis. Noch nie war die Rolle der Camp-Hexe so schnell besetzt wie diesmal. Die mindestens leicht irre Aura, gepaart mit einer hilflos machenden Aggro-Haltung selbst gegen die Moderatoren, hat die ehemalige „Anwältin der Armen“ bei den Zuschauern zur Favoritin für den Camp-Feind Nummer eins gemacht. „Die wollen mich kotzen sehen“, zischelt sie dem Team zu und macht dann klar, dass nur eine hier durchblickt: „Hallo? Ich komme von RTL. Wenn jemand weiß, wovon er spricht, dann ich.“ In der Dschungelprüfung „Die Qual der Zahl“ hilft ihr das leider nicht, sie verliert und muss am Sonntag gleich noch mal ran.

Auch wenn Folge zwei nicht an das Niveau des ersten Tages heranreichte, gab es doch Trash vom Feinsten. Dabei nicht wegzudenken: David Ortega, der erneut sturz-einfältige Dinge von sich gab. Der Was-auch-immer-Darsteller gibt auch dann nicht auf, wenn er von nichts eine Ahnung hat. Motto: einfach weiterreden und darauf warten, dass die anderen nicken. Dumm, dümmer, David. „Johnny Cash? Ich weiß nicht, wer das ist … Johnny Cash? Ein Johnny, der Geld verdient.“ Klarer Fall für die Pisa-Polizei. Und selbst Bemerkungen zu so einfachen Dinge wie seinen Altersunterschied zu Gunter Gabriel macht Ortega zum sprachlichen Nonsens-Kunstwerk: „Ich stelle mir mich mal vor, in der dreifachen Ausgabe plus was drauf.“

Immerhin gab Ortega am Lagerfeuer auch Einblicke in seinen Werdegang: „Ich wollte eigentlich Dings studieren, Medizin.“ Hat leider nicht geklappt, weil sein Abi zu schlecht war. Aber eine Vision hatte er: „Gentechnologie … man hat die Möglichkeit, aussem Kopp ’nen Körper zu regenerieren.“ Das habe er auch seinen Eltern erzählt und angeboten, sie später im Tuppertopf einzufrieren. Was für ein bizarres Show-Geschöpf.

Noch irritierender ist neben Helena Fürst da nur noch Thorsten Legat, der sich Testosteron getrieben gleich mal den ewigen Runner-Up Menderes vorknöpfte. „Der hat ein Erscheinungsbild wie ein 12-Jähriger“, posaunte er in die Runde und triumphierte, als Menderes preis gab, er sei „noch Jungfrau“. Legat: „Du hast doch Klötzchen in der Buxe, Mann!“ Menderes: „Hat sich wirklich noch nicht ergeben. Ich hab‘ mich dran gewöhnt.“ Auch wenn Menderes an Tag zwei keine Rolle spielte, wird er doch Sympathieträger bleiben – mit seinem unbeugsamen Willen und seiner scheuen Demut entspricht er – wenngleich in Deutschland geboren – exakt dem Klischee, wie sich viele im Lande Ausländer und Zuwanderer wünschen – ein Schleifer wie Legat sowieso.

Jenny Elvers hatte an Tag zwei zwar nichts zu tun, musste aber Sophia Wollersheim Rede und Antwort stehen, die sie auf den angeblich saufenden Partner ansprach. Für eine trockene Alkoholikerin müsse das doch ein Problem sein. Die Elvers schwankte zwischen Verständnis und Befremden, das könnte noch spannend werden. Wobei Sophia („Ich habe meine Quellen“) selbst in Erklärungsnot geriet, als sie sich bemühte, ihre Beziehung zum 36 Jahre älteren Ehemann und Bordell-Betreiber („Der Bert ist ein ganz Lieber“) darzulegen. Der sitzt offenbar nach seinem Einreiseversuch in Australien weiter in Haft, wie die RTL-Moderatoren mitteilten. Daniel Hartwich übrigens leistete sich einen Fauxpas, als er in der Dschungelprüfung die Zahl der zu erratenden Echsen verriet. Machte aber nichts, die Kandidatinnen kapierten es nicht.

Zu den Aktivposten am zweiten Tag gehörte der beim Auftakt schwächelnde „Gunterhosen“ Gabriel, der sogar sang und den Fans die Hoffnung gab, dass der bereits 76-jährige nicht als bettlägeriger Camp-Flüchter schnell IBES-Geschichte sein könnte. Seine Matratzen-Ruhestätte belagert er am Freitag wie ein greiser General, der vom Feldbett aufschreckt, um „Arschloch, Arschloch“ zu rufen. Immerhin blieben den Zuschauern Pinkelszenen erspart, dafür trug er sein Toupet wie eine Mütze. Unklar, warum einer, der für zwei Wochen nur eine Unterhose im Gepäck hat, auf das künstliche Gestrüpp am Hinterkopf nicht verzichten konnte. Hoffentlich läuft er noch zu großer Form auf, wie auch Rolf Zacher, der im zweiten Teil bei RTL Sendepause hatte, sehen wir mal von einem kleinen Diskurs mit Thorsten Legat („Ich hätte Dir gestern fast eine gedrückt“) ab.

Die Dschungelprüfung „Die Qual der Wahl“ war dann eher ein Abfall. Fast zwanzig Minuten langweilten sich die Zuschauer dabei, wie Sophia und Helena allerlei Getier mit verschiedenen Körperteilen ertasten und zählen mussten. Schlangen, Echsen, Schlammkrabben, Riesenmaden, Ratten, Kakerlaken – insgesamt harmlos and so what? Die Prüfungen entwickeln sich zum bremsenden Beiwerk. Hallo RTL, bitte zeigt uns mehr Zickenszenen aus dem Camp! Dass zwischen dem aufgeblasenen Vorbau der Wollersheim eine Kakerlake durchrutschte („Ich glaub‘, die hat mich angekackt“), lieferte den Moderatoren eine Kalauer, mehr nicht.

ibesSamstag

Folge zwei des Dschungelcamps war auf eine irritierende Weise normal, was sich hoffentlich schnell ändert. Am Sonntag müssen nach der Zuschauerwahl erneut Helena Fürst und erstmals David Ortega zu Prüfung antreten, bei der sie in Sarkophagen in einen Fels geschoben werden, um in völliger Dunkelheit Sterne aus von ekligen Tieren wimmelnden Kammern abzuschrauben. Das ist ja alles gut und schön, doch wo bleibt die Bambule? Legat, übernehmen Sie!

(ga)

 

 

 

 

 

 

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Fragt sich nur wer hier der Dumme ist, der Mann heißt David und nicht wie in der Überschrift geschrieben steht „Daniel“

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige