„Eliten aus Pressehäusern prügeln“: Pegida-Frontfrau ruft zu Gewalt gegen Journalisten auf

Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling (m.) bei der Legida-Demonstration.
Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling (m.) bei der Legida-Demonstration.

Im Zusammenhang mit der Kundgebung der Legida-Anhänger war es am Montag wieder zu Vandalismus und offenbar auch einem tätlichen Angriff gegenüber einer Journalistin gekommen. Die Anstiftung zu Hass und Gewalt gegenüber der Presse und anderen Institutionen ging in Leipzig offenbar auch von den Veranstaltern selbst aus. So soll Frontfrau Tatjana Festerling zur Prügel-Attacken aufgerufen haben.

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Nach Wochen mit nur einigen Hundert Teilnehmern waren am Montag nach Angaben von Beobachtern wieder bis zu 3400 Anhänger zur Kundgebung des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida nach Leipzig gekommen. Hundertschaften der Polizei standen auch mehr als 2300 Gegendemonstranten gegenüber. Zeitgleich zu den Demonstrationen kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen im linksautonomen Stadtteil Connewitz, wo den Behörden zufolge etwa 250 vermummte und rechtsorientierte Hooligans Pyrotechnik gezündet und Schaufesterscheiben mit Steinen eingeworfen hatten.

Grund für die hohe Zahl der Lediga-Teilnehmer dürfte der erste Jahrestag des Pegida-Ablegers sein, zu dem auch Anhänger aus Dresden und Chemnitz gekommen waren. Auch Pegida-Frontmann Lutz Bachmann und -Frontfrau Tatjana Festerling waren zur Kundgebung nach Leipzig gekommen. Festerling, die am Montagabend als Rednerin auftrat, nutzte vor allem die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln zur Stimmungsmache. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, verunglimpfte sie Flüchtlinge mit Blick auf die Vorkommnisse in der Silvesternacht in Köln pauschal als „Sex-Terroristen“.

Festerling, die selbst als Redakteurin bei einer Frauen-Zeitschrift gearbeitet hat, hetzte auch gegen die Medien: „Die Lügenpresse als Helfershelfer der Politik versucht, das Offensichtliche zu verschweigen.“ Wie es bei der Süddeutschen Zeitung heißt, rief sie unter „Widerstand, Widerstand“-Rufen der johlenden Zuhörer auch zur Gewalt auf: „Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“

Der Montagabend kam offenbar nicht ohne gewalttätige Angriffe auf Berichterstatter aus. Nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) wurde eine seiner Reporterinnen attackiert. Ihr sei das Handy aus der Hand und schließlich ins Gesicht geschlagen worden, meldete der Sender via Twitter. Wie die Welt berichtet, sei auch einer ihrer Reporter angegangen worden, als er als Journalist erkennbar wurde.

Im Zusammenhang mit den Aussagen Festerlings fordert der Deutsche Journalistenverband Aufklärung durch die Behörden. „Wenn die Äußerungen von Frau Festerling tatsächlich so gefallen sind, ist das nicht mehr freie Meinungsäußerung, sondern Volksverhetzung und die Aufforderung zur Gewalt. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft am Zug“, so Sprecher Hendrik Zörner auf Nachfrage. Zu dem Angriff auf die MDR-Reporterin äußerte sich der DJV Sachsen: „Die Attacke gegen die Reporterin von MDR-info ist eine unmittelbare Folge der seit über einem Jahr anhaltenden und vor allem in Dresden geduldeten Pegida-Aktionen“, heißt es dort. „Angriffe auf Journalisten und die Medien insgesamt sind nicht hinnehmbare Angriffe auf die Meinungsfreiheit und damit auf einen Grundwert der Demokratie.“

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Leipzig hatte man am Montagmorgen noch keine Übersicht über eingegangene Anzeigen im Zusammenhang mit dem Angriff oder den Äußerungen Festerlings. Telefonisch teilte ein Sprecher mit, man dass sich die Behörden zunächst auf den Vandalismus in Connewitz konzentrieren würden.

 

 

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Alle Kommentare

  1. Ich bin kein großer Freund von Pegida, ich verstehe die Äußerungen eher als eine
    Art Methapher, und mit den „Gerichten“ hat sie nicht unrecht.
    Was wird denn da gedealt,gemauschelt, unrecht geurteilt das man schon von
    einen Unrechtsstaat sprechen kann!
    Reiche wie Gutenberg,Kohl oder Ackermann bezahlen mal 20000 mal 300000 EUR und schon wird eingestellt, gibt es erst gar keinen Prozess und damit auch keine (eventuelle) Strafe und auch keine Vorstrafe!
    Lass dir mal was als kleiner Mann zu schulden kommen, wie schnell du
    hier zum vorbestraften gemacht wirst und auch schon bei Kleinigkeiten
    in den Bau wanderst, wie arrogant und selbstgefällig Richter,Staatsanwälte und Gutachter auftreten.
    Da müsste tatsächlich mit eisernen Besen ausgekehrt werden, daß Verhalten
    der Obrigkeit erinnert immer mehr an derer eines Feudal oder gar faschistoiden Staates!

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