„Unsere Schmerzgrenze ist überschritten“: Fuldaer Zeitung schaltet Kommentare ab

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Diese Meldung in eigener Sache liest sich wie ein Hilferuf: Die Fuldaer Zeitung hat in ihrem Online-Portal die Kommentarfunktion komplett abgeschaltet. Als Grund nennen die Hessen unter anderem: „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht – und finden es schade, dass es so weit kommen muss. Aber wir sind auch nur Menschen – und unsere Schmerzgrenze ist leider überschritten.“

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Was war passiert? Offenbar kämpft die Redaktion mittlerweile mit zwei Problemen. So ist die Anzahl und Länge der Kommentare deutlich angewachsen, was zudem noch mit einer Verschärfung des Tonfalls eingegangen ist.

Da jede Redaktion in Deutschland verpflichtet ist, die Kommentare auf seiner Webseite zu prüfen beziehungsweise für den Inhalt der Kommentare haftbar gemacht werden kann, mussten die Hessen offenbar immer mehr Zeit in das Communitymanagement investieren. Dazu heißt es:

Die Moderation der Kommentare nimmt inzwischen mehrere Stunden Arbeitszeit täglich in Anspruch. Dabei müssen wir uns – neben vielen sachlichen und lesenswerten Leserkommentaren – allerdings zunehmend persönliche Beschimpfungen und Beleidigungen sowie aggressive Beiträge einiger weniger Nutzer durchlesen. Kommentare, die Sie als Leser niemals zu lesen bekommen, wir aber Tag für Tag für Sie „konsumieren“ und löschen. Das nimmt viel Zeit in Anspruch – und kostet zudem eine Menge an Nerven. Diese Zeit und Energie möchten wir lieber dafür nutzen, Ihnen mehr interessante Inhalte auf unserem Portal anbieten zu können.

Unklar bleibt jedoch, warum die Fuldaer nicht einfach die Manpower in der Online-Redaktion erhöht haben, um so die Leser-Kommunikation aufrecht zu halten. Eine Stellungnahme gegenüber MEEDIA lehnte die Regionalzeitung auf Anfrage ab. So bleibt die Möglichkeit, dass das Schließen der Kommentarfunktion auch eine Sparmaßnahme sein könnte. Immerhin hatte das Moderieren der Beiträge das Zeit-Budget der Redakteure massiv in Anspruch genommen.

Dazu verspricht die Redaktion: „Sie haben unser Ehrenwort, dass wir die eingesparte Zeit sinnvoll nutzen werden, um Ihnen ein noch abwechslungsreicheres und informativeres Angebot auf dem Portal zusammenzustellen.“ Ganz ohne direkten Draht zur Redaktion müssen die Leser der Fuldaer Zeitung aber auch nicht auskommen. Auf der Facebookseite der Zeitung sind die Kommentare weiterhin offen.

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Alle Kommentare

  1. Ihr Mainstream Medien lügt und schwindelt….aber die Machtpyramide geht von oben nach unten….ich weiss jetzt auch beschied…deshalb nur noch Medien und Verlage von den „neuen Rechten“ und auch mal ein Kommunistisches Blatt (nur das Ausländer Thema können die auch nicht wirklich, aus Ideologie)

    Ich habe beschlossen meine persönliche Medienstruktur zu verändern…..Focus online, nt-v ( mit dem Wissen das es zu den Lügen Medien gehört) mit dem Wissen das es Querfront ist Russia Today, Compact Magazin. Ansonsten ordentliche rechtskonservative Verlage und Medien….junge Freiheit gehört ganz oben zu den Favoriten! Einmal am Tag Radio…mit dem Wissen…das der umstrittende Springer Konzern…hier seine Propaganda reinwurstelt! ( Mein Radio Sender gehört zu Springer Medien)

    Demokratie heisst Herrschaft des Volkes…..und nicht herrschaft von Finanzoligarchie……ihr habt fertig!

  2. ich lebe in england. wenn man deutsche und englische medien-berichte zu bestimmten themen in deutschland und der welt neuerdings vergleicht, dann merkt man sehr deutlich, dass die deutschen von ihren medien massiv belogen und manipuliert werden. am schlimmsten ist das fernsehen, ard und zdf. eigentlich ist es jetzt wieder wie in der ddr, fehlt nur noch karl eduard von schnitzler und sein schwarzer kanal. in der ddr brauchte man allerdings fuer die luege nicht bezahlen. die brd kassiert auch noch gebuehr fuer fernsehluegen – pegida kam mir ja zuerst komisch vor, aber nach koeln koennen wir es sagen: sie haben recht mit ihrer luegen- und pinocchiopresse.
    heute wurde die demo gegen kriminelle asylanten in koeln durch die polizei abgebrochen. ich habe mir das auf russia today angesehen. die uebertragung zeigt ganz klar, dass es zwar ein paar boeller gab, aber ein abbruch nicht noetig gewesen waere und schon garnicht die drohung der polizei an friedliche demonstranten, dass man gewalt gegen eine angemeldete friedliche demo anwenden werde, sollten sie nicht nach hause gehen. ist vladimir putin’s propaganda-sender jetzt neuerdings wirklich die einzige quelle in deutschland aus der man die wahrheit ueber deutschland erfaehrt. das wundert mich schon sehr, scheint aber so zu sein. wann wachen merkels schosshuendchen- journalisten endlich auf und kaempfen in ihren blaettern fuer den erhalt der bundesdeutschen demokratie ?
    lasst euch eure demokratie nicht von einer pfarrerstochter aus ostdeutschland kaputtmachen. merkel’s vater ist aus hamburg nach dem osten gezogen, weil ihm die diktatur da besser gefallen hat. wer in so einem haushalt aufwaechst, der versteht die bundesdeutsche demokratie nicht.

  3. Kann ich nicht nachvollziehen. Leserkommentare sind doch Gold wert. Viele Kommentare zeugen von Größe: Die Artikel werden scheinbar häufig gelesen und gern kommentiert. Außerdem ist das Diskutieren mit den Lesern extrem wichtig.

    Wir sehen bei Facebook, wie aktiv die Menschen kommentieren. Ein klarer Rückschritt, denn die Menschen werden dann eben auf einem fremdbestimmten System ihre Meinung kundtun. Das kostet erstmal weniger Manpower, doch langfristig wird die Bindung zum Leser reduziert.

    Ich lese beispielsweise kein Spiegel Online mehr, weil häufig die Kommentarfunktion abgestellt ist. Zumindest bei den Themen, die mich interessieren.

  4. Wenn Medien ihre Kommentarbereiche schließen, ist das oftmals ein Zeichen dafür, dass man gewisse Meinungen partout nicht abbilden möchte! Es ist nun einmal so, dass es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Dies zu akzeptieren, fällt vor allem den Systemmedein zunehmend schwer! Die Herausgeber haben ja meist auch gewisse Interessen zu wahren!

  5. Ganz abgesehen davon, ob man die Schließung einer Kommentarfunktion für richtig hält oder nicht: Es gehört zur Pressefreiheit, Informationen auszuwählen und den Konsumentinnen und Konsumenten zukommen zu lassen oder eben auch nicht.
    Was passiert, wenn dies nicht geschieht, kann man an dieser Stelle gut beobachten. Menschen, deren „Offline-Identität“ sich durchaus nicht auf den ersten Blick erschließt, bekunden hier eine Meinung, ohne sie wirklich zu vertreten. Denn dazu müssten sie mit vollem und richtigen Namen zeichnen und entsprechend ihren Kopf hinhalten. Dies ist übrigens bei Leserbriefen in Printmedien schon immer Brauch.
    Persönlich habe ich recht eindrückliche Erfahrungen mit der Fuldaer Zeitung – nicht nur gute – möchte mich an dieser Stelle aber auch einmal ausdrücklich vor die Journalistinnen und Journalisten dieser Publikation stellen. Sicher haben sie einen Standpunkt, der sich auch in ihrer Berichterstattung widerspiegelt. Aber welcher Leser kann etwas anderes wollen?
    Alternativen sind da, bis hin zum vorab erwähnten, von der russischen Regierung großzügig alimentierten Medium Russia Today. Wer meint, dort die einzige Wahrheit zu finden, kann dies gerne tun.

    1. Auf Grund von politischer Verfolgung ist es für Dissidenten ratsam, seine Identität geheim zu halten. Letztens wurde in Baden-Württemberg ein Angestellter einer Werbeagentur, der Wahlplakate aufstellte, angegriffen. Als er sich mit seinem Auto entfernte, wurde ihm das Seitenfenster zerschossen. Ein führendes Parteimitglied in Göttingen wurde mehrfach körperlich angegriffen, inklusive Tretens während er auf dem Boden lag. Sie dürfen einmal raten, aus welcher Ecke die Gewalt kam und welche Partei derart attackiert wird.

      Gäbe es noch einen vernünftigen politischen Diskurs, wäre diese Art der Gewalt undenkbar. Leider haben wir auf direktem Weg Weimarer Verhältnisse erreicht, politisch Andersdenkende sind „Pack“, „A…löcher“, „Mischpoke“ oder ganz allgemein Untermenschen die mit allen Mitteln (legalen, illegalen und gewaltsamen) an politischer Meinungsäußerung gehindert werden müssen.
      Die Fuldaer Nachrichten haben sich jetzt dem Schweigekartell angeschlossen. Bei jedem Printjournalisten oder Sprecher im Fernsehen, die beim Verbreiten von Propaganda stolz behaupten, dies aus eigenem Antrieb zu tun, frage ich mich, ob sie die Zukunft, in der sie für ihre Hetze zur Verantwortung gezogen werden, nicht erkennen wollen oder können.

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