Spiegel fällt mit „Gläserner Patient“-Titel auf historisches Kiosk-Tief

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Spiegel-Chef Klaus Brinkbäumer und seine Ausgabe 50/2015

Neue Hiobsbotschaft für die Spiegel-Macher: Nachdem das Magazin im Einzelverkauf mit Heft 46/2015 laut IVW erstmals überhaupt unter die 200.000er-Marke gerutscht war, stürzte Ausgabe 50/2015 mit dem Titel "Total vermessen" nun auf den neuen Tiefstwert von 180.970. Für den Focus lief es auch nicht besser, seinem Normalniveau am nächsten kam in der aktuellen Cover-Check-Woche noch der stern.

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Wegen der Feiertage hat die IVW in der vergangenen Woche keine Heftauflagen veröffentlicht. In dieser Woche blicken wir daher auf jeweils zwei Ausgaben von Spiegel, stern und Focus.

Der Spiegel war also mit Heft 46/2015 erstmals im Einzelhandel unter die 200.000er-Marke gerutscht. In den beiden Wochen danach lief es deutlich besser – mit 244.739 und 238.411 Einzelverkäufen. Die nun veröffentlichten Zahlen der Hefte 49 und 50 zeigen hingegen wieder nach unten: Ausgabe 49 kam mit dem Titel „Strategen des Terrors – Wie der ‚IS‘ seinen Krieg nach Europa trägt“ auf 218.155 Einzelverkäufe in Kiosken, Supermärkten, Tankstellen, etc, Heft 50 stürzte mit 180.970 Exemplaren förmlich ab. Das Titelthema „Total vermessen – Wir werden gläserne Patienten – und hoffen auf ewige Gesundheit“ kam in der Spiegel-Zielgruppe also nicht gut an. Zum Vergleich: Der 12-Monats-Durchschnitt des Magazins liegt derzeit bei 241.100 Einzelverkäufen, der 3-Monats-Durchschnitt bei 232.100. Im Gesamtverkauf, also inklusive Abos, Bordexemplaren, Lesezirkeln, etc. erreichten die Ausgaben 49 und 50 eine Auflage von 794.452 und 754.847 – darunter 53.389 und 53.173 ePaper.

Der Focus fiel zwar nicht auf einen neuen Minusrekord, prozentual gesehen aber noch tiefer unser sein aktuelles Normalniveau als Der Spiegel. Ganze 52.947 Exemplare setzte er von seiner Nummer 50 mit dem Titel „Endlich keine Angst mehr! – Ein mulmiges Gefühl in unruhigen Zeiten – So kommen Sie damit klar“ im Einzelhandel ab – der viertschwächste Wert der Focus-Historie. Ein bisschen besser, aber auch nicht gut, lief es eine Woche zuvor mit dem Titelthema „Hilfe fürs Ohr – Schwindel, Hörsturz, Schwerhörigkeit – Wie Ärzte unser empfindsames Organ schützen & heilen“. 64.947 Gesundheits-Interessierte griffen zu. Der 12-Monats-Durchschnitt des Focus liegt aber bei 79.600, der 3-Monats-Durchschnitt bei 72.100 Einzelverkäufen. Auch hier der Blick auf den Gesamtverkauf der beiden Nummern: Der erreichte 487.839 und 476.728 Exemplare, davon 22.486 und 22.507 ePaper.

Am nächsten kam seinem Normalniveau diesmal noch der stern. Mit 197.470 Einzelverkäufen blieb Ausgabe 50 z.B. nur hauchdünn unter dem 3-Monats-Durchschnitt von 198.800, etwas deutlicher aber unter dem 12-Monats-Durchschnitt von 209.000. Auf dem Titel prangte „Das erschöpfte Ich – Wege aus Burnout und Depression“, in früheren Zeiten auch ein Thema für noch viel bessere Verkaufszahlen. Heft 49 erreichte mit dem härteren Titelthema „Islamischer Staat – Die Feinde der Welt“ 188.608 Einzelverkäufe. Insgesamt kam die Nummer auf eine verkaufte Auflage von 722.867, das Burnout-Heft eine Woche später auf 731.226. Der ePaper-Verkauf lag bei 15.510 und 15.520 Einheiten.

Kennen Sie unser Cover-Check-Tool? Damit können Sie jederzeit sehr flexibel die vergangenen und aktuellen Einzelverkäufe von Spiegel, stern und Focus analysieren.

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