Til Schweiger-„Tatort“ in der Krise: noch eine halbe Million Zuschauer weniger

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Nick Tschiller (Til Schweiger, l.) und Firat Astan (Erdal Yildiz) im "Tatort: Fegefeuer"

Fernsehen Hat das Publikum schon keine Lust mehr auf die action-geladenen "Tatorte" mit Til Schweiger? Sahen seinen ersten Fall 2013 noch 12,74 Mio. Leute, waren es bei Fall 4 am Sonntag 5 Mio. weniger. Im Vergleich zum Neujahrstag gingen noch einmal 550.000 verloren, die erreichten 7,69 Mio. liegen zudem fast 2 Mio. unter dem 2-Jahres-Durchschnitt des "Tatorts".

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Sonntag wissen müssen:

1. Schweiger-„Tatort“ entwickelt sich zu einem Schwachpunkt der Krimi-Reihe

Von 12,74 Mio. zu 7,69 Mio. Zuschauern in nur vier Filmen: Brach der erste „Tatort“ mit Til Schweiger im März 2013 noch Rekorde und stellte sogar die Münsteraner Ermittler Thiel und Boerne in den Schatten, ist davon nun nicht mehr viel übrig: über immerhin noch mehr als 10 Mio. in Fall 2 und 8,24 Mio. in Schweiger-„Tatort“ 3 am Neujahrsabend ging es nun auf 7,69 Mio. herab. Zum Vergleich: Der 2-Jahres-Durchschnitt der Krimireihe liegt bei rund 9,5 Mio., also deutlich darüber. Und die einst angegriffenen Quoten-Giganten aus Münster erreichten im November 13,69 Mio., also satte 6 Mio. mehr. Sogar „Der Bergdoktor“ des ZDF kam Schweiger am Sonntagabend gefährlich nahe: 7,04 Mio. entschieden sich für die ZDF-Serie und gegen den „Tatort“ – nur 650.000 weniger also. Die nächste Bewährungsprobe für Til Schweiger alias Nick Tschiller startet schon am 4. Februar: Dann läuft sein Fall „Off Duty“ im Kino an. Schweiger wird jetzt schon hoffen, dass es kein Flop wird. Ob es danach noch weiter geht mit Tschiller steht ohnehin noch nicht fest – die TV-Quoten vom Jahresbeginn verbunden mit den hohen Produktionskosten sind ein Argument dagegen.

2. „Tatort“ siegt bei den 14- bis 49-Jährigen deutlicher, Schweiger verliert aber auch hier im Vergleich zu 2013 und 2014

Nicht nur die älteren Zuschauer, denen die Schweiger-„Tatorte“ vielleicht zu actionlastig sind, kehren ihm den Rücken, auch bei den 14- bis 49-Jährigen zeigen die Kurven nach unten. 5,25 Mio. aus dieser Altersgruppe waren 2013 noch bei Schweigers erstem Fall dabei – daraus sind inzwischen 3,13 Mio. geworden – 40% weniger als beim Debüt. Immerhin: Im Vergleich zum Neujahrstag gab es hier aber ein Plus von 320.000 Zuschauern. Insbesondere für den Kinofilm im Februar könnte das ein positives Zeichen sein. Den besten Marktanteil erreichte der „Tatort“ am Sonntag übrigens aber bei den 50- bis 64-Jährigen (25,7%), den schwächsten bei den Über-65-Jährigen (14,2%).

3. „Independence Day“ auch 2016 ein Hit, RTL nur solide mit „Ralph reicht’s“

Das Quoten-Phänomen „Independence Day“ ging am Sonntag in eine weitere Runde: Obwohl schon unzählige Male wiederholt, erreichte der mittlerweile fast 20 Jahre alte Film auch diesmal grandiose Quoten: 2,12 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen zu, bescherten ProSieben stolze 15,8%. Nur der „Tatort“ war um 20.15 Uhr stärker im jungen Publikum. RTL kam mit seiner Free-TV-Premiere „Ralph reicht’s“ hingegen nur auf 1,83 Mio. und mittelmäßige 12,4%, Sat.1 blieb mit „Navy CIS“ bei schwachen 1,15 Mio. und 7,8% hängen.

4. RTL II besiegt mit „Brothers Grimm“ das „perfekte Promi Dinner“ von Vox

In der zweiten Privat-TV-Liga gab es am Sonntagabend nur überschaubare Zuschauerzahlen. Am besten lief es noch für RTL II, wo die „Brothers Grimm“ mit 730.000 14- bis 49-Jährigen und 5,1% aber klar unter dem Sender-Soll blieben. Richtig mies lief es für „Das perfekte Promi Dinner“ von Vox: 630.000 junge Zuschauer entsprachen nur 4,5%. Kleiner Trost: Es war eine Wiederholung. kabel eins blieb mit „NVA“ noch weit dahinter: 450.000 14- bis 49-Jährige sahen zu – miserable 3,1%.

5. Sport 1 punktet mit Darts-WM, ProSieben Maxx mit NFL und Sky mit „Der Nanny“

Zwar lief das Finale nach dem Ausscheiden einiger Publikumslieblinge nicht mehr ganz so spektakulär, doch stark waren die Quoten der Darts-WM auch am Sonntag noch einmal: 940.000 Fans sahen insgesamt bei Sport 1 zu, darunter 600.000 14- bis 49-Jährige. Die Marktanteile lagen bei tollen 2,7% und 4,5%. Ebenfalls stark im jungen Publikum: der NFL-Football bei ProSieben Maxx: Das erste Viertel der Partie Seattle Seahawks gegen Arizona Cardinals sahen 490.000 14- bis 49-Jährige – 4,4%. Später ging es mit ein paar weniger Zuschauern noch auf 5,3% und 6,2% hinauf. Starke Zahlen erreichte auch Sky Cinema um 20.15 Uhr: Die Premiere von „Der Nanny“ mit Matthias Schweighöfer sahen dort 260.000 Leute – immerhin 0,7% für den Mini-Sender und Platz 1 der Pay-TV-Charts.

Hier finden Sie bei MEEDIA täglich die Top 20 des Gesamtpublikums und der 14- bis 49-Jährigen. Eine Liste aller Quoten-Analysen der Vergangenheit lesen Sie immer an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Mal ganz davon abgesehen dass man in diesem Tatort die meisten Protagonisten in enervierender Weise nur schwer verstehen konnte ist es sicherlich nicht hilfreich wenn man weiß, dass man das Ende der Geschichte erst mal nur im Kino zu sehen bekommt.

  2. Das Fernsehbürschel Schweiger sollte – schweigen. Wieso eigentlich erlaubt ihm die ARD, seine bizarren Gewaltphantasien einem Millionenpublikum vorzuspielen. Dies ist kein Film, dies ist kein Tatort, dies ist ein von Schweiger genüsslich zelebrieter Aufruf zu Gewalt als Lösung eines Vorgangs. Früher gab es intelligente Krimis, dieser hier ist: blanker Gewaltdumpfsinn.

  3. Zum Tatort muss man natürlich fairerweise sagen, dass der Termin extrem ungünstig war. Im November wäre man ganz sicher über 10 Mio gekommen.

  4. Klar, das der sender von ARD aktuell seine Gewaltphantasien gegen RUS nicht nur in den depperten Tagesschau und Tagesthemen ausleben will.
    Ein übermüdeteter Ersatzrambo macht sie ALLE fertig. Wenn das der Arschdolf noch hätte erleben können….

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