ARD/ZDF-Weihnachtsprogramm: der zwangsfinanzierte öffentlich-rechtliche Alptraum

Schöne Bescherung: Zu Weihnachten hatten die Öffentlich-Rechtlichen vor allem Kinder-Bespaßung und Flachsinn auf Lager
Schöne Bescherung: Zu Weihnachten hatten die Öffentlich-Rechtlichen vor allem Kinder-Bespaßung und Flachsinn auf Lager

Fernsehen Alle Jahr wieder erhalten die Öffentlich-Rechtlichen 7,7 Milliarden Euro – als Kapital für ein anspruchsvolles Programms. Jeder Haushalt, egal ob von TV-Zuschauern bewohnt oder nicht, muss dafür eine Zwangssteuer zahlen. Das Programm-Ergebnis an Weihnachten 2015: Helene Fischer in Dauerschleife, Rapunzel, Dornröschen, Schneeweißchen und Rosenrot. Und, natürlich, das ZDF-Traumschiff. Geht's noch?

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Von Ulrich Schulze

Weihnachten ohne Fernsehen: So war ein Text überschrieben, den die FAZ am 23. Dezember 1977 publizierte. Er löste eine Welle der Empörung, der Wut und zugleich der Zustimmung aus, bilanzierte Volker Hage Jahre später in einem Büchlein mit dem Titel: Weihnachten ohne Fernsehen, das dem Autor des visionären Artikels galt: Michael Schwarze, der, noch nicht einmal vierzig Jahre alt, im April 1984 an Krebs verstorben war.

Schwarzes auf den ersten Blick als Satire nicht erkennbarer Beitrag teilte den Leserinnen und Lesern des Blattes den angeblichen Beschluss der Fernsehanstalten mit, sowohl am Heiligen Abend als auch am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag auf die Ausstrahlung eines Fernsehprogramms zu verzichten. Am Tag nach der Veröffentlichung des Textes, so Hage weiter, standen in der Redaktion die Telefone nicht mehr still; ebenso in den Sendeanstalten. Hunderte Briefe trafen in den Tagen und Wochen danach ein; Schwarze hatte den Nerv der Nation getroffen. Ein Leser empörte sich. „Sie haben Ihre Leser in Aufregung und Ärger versetzt“, das sei, „gelinde gesagt eine große Unverschämtheit“; ein anderer bedankte sich „herzlich im Namen der Familie“ und fügte an, wie „wichtig, richtig und hilfreich der Artikel“ sei; eine Frau äußerte: „Oh wie schade, dass dies nur ein Märchen war“.

Schwarzes Fiktion im Feuilleton des Blattes war ein verkappter Jubiläumsgruß nach Hamburg und Mainz zum fünfundzwanzigsten Geburtstag des Fernsehens: An Weihnachten 1952 war mit der Ausstrahlung des täglichen Fernsehprogramms begonnen worden.

Seitdem hat sich viel verändert; zahlreiche private Anstalten treten seit 1984 gegen die öffentlich-rechtlichen Sender an; Spartenkanäle sind im Wettbewerb um die „Gunst der Zuschauer“; die Digitalisierung und das Internet schlagen völlig neue, in ihrer Wirkung noch nicht zuverlässig zu beurteilende Bahnen des Medienkonsums.

Aber: nur das Umfeld des Fernsehens hat sich verändert, wie sich alles ändert im Lebenskreislauf. Eines indessen hat sich nicht verändert: der Inhalt; die Qualität des Fernsehprogramms, vor allem das der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF; im Gegenteil. Es ist seichter geworden, beliebiger, gewöhnlicher und einfallsloser.

Jedes Jahr erhalten die 9 Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF und das Deutschlandradio zusammen 7,7 Milliarden Euro Gebühren für die Gestaltung eines anspruchsvollen Programms, das gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes die Grundversorgung sichern soll. Um es deutlich zu sagen: jeder Haushalt hat dafür pro Monat 17.50 € zu bezahlen, egal ob er ein Fernsehgerät besitzt, Programme schaut oder nicht – es ist eine Zwangssteuer.

Was erhielt an Weihnachten 2015 der Zuschauer dafür? Helene Fischer, Helene Fischer, Helene Fischer, drei, vier, fünf Mal; für die Kinder gab es Rapunzel, Dornröschen, Schneeweißchen und Rosenrot; ein Märchen schob das andere an. Als Höhepunkte angekündigt wurden Das Traumschiff hier und Das Traumschiff dort, sechs, sieben Mal und mit einer Eigenwerbe-Show garniert, die alle Ansprüche der grenzenlosen Peinlichkeit mühelos erfüllte – nicht einmal angedeutet wurde dabei die grandiose Verschmutzung der Meere und Verschandelung der Häfen in Städten wie Venedig durch die schwimmenden Mülleimer.

Das Traumschiff ist ein grandioser Fernseh-Skandal, dies ist kein Traumschiff, dies ist ein zwangsfinanzierter öffentlich-rechtlicher Albtraum. Und er wird nicht dadurch abgemildert, dass die Politiker, die es sich in Aufsichtsgremien der Sender gerne gut gehen lassen, nichts, aber auch gar nichts dagegen unternehmen; das hat übrigens nichts zu tun mit Programmfreiheit der Verantwortlichen in den Sendern. Nein, dies ist die Haltung der drei Affen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Schafft endlich diese Gremien ab oder besetzt sie so, wie dies das Bundesverfassungsgericht verlangt hat: politikfern.

War nun das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm zu Weihnachten in seiner niederschmetterten Belanglosigkeit eine Ausnahme? Ein Ausrutscher? Schauen wir mal auf die Wochentage: Montags: Rote Rosen, und Sturm der Liebe als Dauertrailer ohne jeden erkennbaren Inhalt, dazwischen Die Rosenheim Cops; nachmittags der Hit: Kochen mit . . . oder Backen für . . . oder Die Küchenschlacht – zwei Dutzend verschiedene Kochsendungen gibt es! Alles das begleitet oder ergänzt vom Morgenmagazin und seinen albernen Tassenfragen, dem Mittagsmagazin, durch Brisant oder Leute Heute – trivialster Boulevard, die öffentlich-rechtliche Bildzeitung. Das „Blaulicht“ bestimmt das Rotlicht der Fernsehstudios. Die Moderatoren und Moderatorinnen sehen dabei aus, als müssten sie mit ihrem Outfit Werbung machen für die notleidende asiatische Bekleidungsindustrie.

Schauen wir weiter: dienstags: Rote Rosen, Sturm der Liebe als Dauertrailer ohne jeden erkennbaren Inhalt, dazwischen Die Rosenheim Cops; nachmittags der Hit: Kochen mit . . . oder Backen für . . . die Küchenschlacht; mittwochs: Rote Rosen, Sturm der Liebe;, dazwischen Die Rosenheim Cops; nachmittags Kochen mit . . . oder Backen für . . .; die Küchenschlacht; donnerstags, na? Und freitags: immer das Gleiche, immer das Selbe. Nicht selten sind es Wiederholungen aus früheren Jahren.

Abends? Montags: Talk; dienstags: Talk; mittwochs: Talk; donnerstags: Talk; freitags: später Talk – und sonntags? Richtig: Talk.

Der Gipfel im Vorabendprogram sind: Softkrimis, Softkrimis, Softkrimis aus Österreich, der Schweiz und politisch ausgewogen: aus ziemlich jedem Bundesland. Im Hauptprogramm samstags: der Abendkrimi, oder noch ein Softkrimi aus der Archivkiste; sonntags auf jeden Fall: Tatort. Zusammengefasst: Telenovelas, Krimis, Talkshows – das ist Niveau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Deutschland. Geht’s eigentlich noch?

Zahlen wir dafür jeden Monat 17.50 €?

Wie schrieb eine Leserin über Michael Schwarzes Fiktion Weihnachten ohne Fernsehen vor nunmehr 38 Jahren? Schade, dass es nur ein Märchen war.

 

Über den Autor: Ulrich Werner Schulze, freier Journalist, in früheren Jahren langjähriger Chef vom Dienst überregionaler Zeitungen. Badener des Jahrgangs 1949; lebt in Leipzig und zeitweise in Ostafrika.

 

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Alle Kommentare

  1. Also, ich fand das Programm von ARD, ZDF und den Dritten dufte. Endlich mal nicht der hohle Schwachsinn, der einem im Rest des Jahres vorgesetzt wird. Danke!

    1. Leute, die sich darüber beschweren dass „an“ Weihnachten verschärft Märchen gesendet wurden, konnten ihre Freude an der Bescherung vermutlich nicht mit leuchtenden Kinderaugen teilen und mussten sich am Heiligen Abend stattdessen das luxuriöse Wohnzimmer mit einem unromantischen Köter teilen.

      1. an Bernd Ulbricht: der Autor hat, wie jedes Jahr, mit seinen Enkeln gebacken, liest ihnen regelmässig vor, spielt mit ihnen und Heilig Abend gab er auf Bitten mancher Eltern aus dem Lebensumkreis mit großem Vergnügen den Weihnachtsmann . . .

      2. Ich finde Märchenfilme an Weihnachten auch passend,besonders wenn sie im Schnee spielen.

        Unpassend finde ich die Gewaltfilme obwohl ich sie sonst gerne sehe und Walking Dead Fan bin.
        Es gibt doch genug Märchenfilme und Komödien.

  2. Man kann am Programm von ARD und ZDF so manches kritisieren. Aber ausgerechnet an Weihnachten, wo jeder nur entspannen will, Intellektuellenfernsehen zu erwarten, zeigt wie abgehoben die Journalisten-Kaste mittlerweile ist.

    1. an TomG: siehe meine Antwort an Bernd Ulbricht oben . . . . Ihr pauschales, vcöllig aus der Luft gegriffenes Vorurteil läßt auf eine kleinkarierte selektove Denkweise schliessen.

  3. Man kann am Programm von ARD und ZDF so manches kritisieren. Aber ausgerechnet an Weihnachten, wo jeder nur entspannen will, Intellektuellenfernsehen zu erwarten, zeigt wie abgehoben die Journalisten-Kaste mittlerweile ist.

  4. Bei uns läuft öffentlich-rechtlicher Schundfunk und Fernsehen stets und ständig. Den kann man ja seit 01.01.2013 mit der Wohnung empfangen – spezielle Geräte braucht es seither nicht mehr. Was tun?
    Wir haben den Ton abgeschaltet und das Bild auf schwarz gedreht. So bleiben die Inhalte erträglich. Und wenn man es dann so betrachtet: So schlecht ist die Unterhaltung ja gar nicht mit ’nem schwarzen Bildschirm.
    Einfach für alle: Einfach nicht zahlen!

      1. an Raimundo und Petra: sehr wohl, geht nämlich nicht, und wer es versucht, bemerkt bald dass die Pfennigfuchser keine Mühe scheuen, den letzten Cent einzutreiben – das machen sie ebenso kleinlich, wie die Anstalten keine Skrupel haben, die Ausgabenspirale um jede Windung höher zu drehen . . .

      2. Ich hab mich schon Mitte der 90er vom ÖR- und Privatfernsehen verabschiedet und schau Pay-TV. Kostet zwar, aber mir ist es das wert. Bu-Li, Champions-League, tolle Dokus, Spielfilme (neu und Klassiker) und mit O-Ton. Und Wintersport schau ich auf ORF1. Der Rest kann mir gestohlen bleiben:)

  5. Es ist schon lange offensichtlich, dass die Medien nicht geschaffen wurden, um das geistige Niveau der Bevölkerung anzuheben. Wem sollte das auch nützen? Vielmehr geht es eindeutig darum, die Dummen möglichst dumm zu halten und auf jedem Gebiet die Zersetzung der europäischen Gesellschaften voranzutreiben sowie die Unterstützung der politischen Konflikte, an denen der Weltelite gelegen ist, zu fördern. Mehr ist da nicht. War da jemals mehr? Aber die Hohlköpfe des Mittelalters (Ablasshandel) und die Schwachmaten „moderner“ Gesellschaften sind eigentlich austauschbar. Volle Fahrt voraus in die nächste Katastrophe! Ist es nicht praktisch, dass unsere Herren sogar die Kosten der vorsätzlichen Verblödung ihrer Untertanen auf diese abwälzen können? Fast schon genial! Und wenn sie keiner ausgemordet hat, leben sie noch in 100 000 Jahren. 🙂

  6. Für meine Steuern verlange ich auch keine direkte Gegenleistung! Seit ich auf die – vermeintliche – Gegenleistung der Kopfsteuer Zwangsgebühren verzichte, fühle ich mich besser! Man muß dem (verlorenem) Geld nicht auch noch Lebenszeit hinterherwerfen!!!
    Vor allem informieren kann und darf man sich darüber nicht – da wird man manupuliert und belogen – mit Propaganda überschüttet! Und wenn es im Zweifelsfall die Erziehung zur Unpolitzität ist.
    Schließlich ist das TV eine üble Mischung aus antiker Volksbelustigung (Brot und SPIELE) und propagandistischer Volkslenkung – nicht umsonst wurde es von den Nazis in den 1930ern entwickelt! (Göbbels Schnauze)

    Am Schlimmsten ist aber die Verbildung, der Zeitklau und die Beeinflussung unserer Kinder durch die Glotze! Da wird mokiert, daß Kinder zu lange vor dem Computer sitzen – selbst bei Spielen sind sie aber da noch irgendwie aktiv – und niemand regt sich über die Glotze auf! Dabei führt einzig die Glotzerei dazu, daß Kinder immer dicker werden, körperlich sich immer später und schlechter entwickeln und wegen der Reizüberflutung durch das TV Lerninhalte immer schlechter behalten können!
    (Unsere Urgroßeltern, die völlig ohne Funkmedien lebten, waren als Kinder pfiffiger und geistig gesünder, gelehriger und als Erwachsene neugieriger, (politisch) interessierter und kritischer als heutige!)
    Als soetwas wie Teletubbies eingeführt wurden, damit auch die Allerkleinsten
    schon das Glotzen lernen, hätte man auf die Barrikaden gehen sollen! Aber doch nicht wegen soetwas Überflüssigem wie dem Weihnachtsprogramm!

    Wer Weihnachten glotzen muß hat wohl nicht wirklich Familie und keine Freunde!

    Also: Auf die Zwangssteuer pfeifen und TV ABSCHALTEN und ABKLEMMEN!

  7. Der Bericht trifft genau ins Schwarze! Es hat zwar etwas länger gedauert, bis es zumindest einigen wenigen auffiel, dass sich das Fernseh-Programm der „Öffentlich-Rechtlichen“ hin zu einer „Schlaftablette“ entwickelt hat. Seit einiger Zeit, verstärkt wahrnehmbar seit Einführung GEZ-Zwangsgebühren, entwickelt sich das Fernseh-Programm der ÖR kontinuierlich in Richtung Anspruchslosigkeit! In den letzten Jahren wurden die Programme verstärkt mit „ollen Kamellen“ aus der „Konserven-Abteilung“ bestückt! ARD und ZDF wegzappen nützt nichts, alle ÖR präsentieren sich nach demselben Muster.

    Das ist beabsichtigt und unterstützt die Politik in ihrer Absicht, das Volk möglichst dumm zu halten. Dazu ist „amerikanische Fernseh-Unterhaltung“ bestens geeignet. Sie ist geistlos, langweilig, bedürfnislos, inhaltslos, dafür aber schrill und laut.

    Das Gros der Masse scheint es aber gar nicht richtig zu stören! Weniger Inhalt heißt weniger Denken und ist halt auch sehr bequem.

  8. In den Kommentar wurden noch die Arztserien, Bergdoktor und in aller Freundschaft und, und, und……. vergessen.
    Einfach Peinlich!!!!!

    1. Erwin Raker: stimmt, stimmt, aber hätte ich nicht eine Auswahl des Trivialen getroffen, sondern alle diese Sendungen aufgelistet, wäre der Text a) etwa drei Mal so lange geworden und b) hätte ihn deswegen niemand zu Ende gelesen. Guten Rusch – wenn möglich ohne Fernsehen und ohne Feuerwerksböller.

  9. Grandioser Artikel, bitte mehr davon!

    Die meisten Zwangssteuerzahler schauen, wie ich, zu Weihnachten kein Fernsehen. Die Quoten der letzten Tage geben mir Recht. Das die TV-Programme von ARD und ZDF sich längst den Privaten angepaßt haben, ist Ansicht des Niveau – keine Neuigkeit mehr. Was aber nach wie vor ein Ärgernis sondergleichen ist, ist die Tatsache, daß die Öffentlich-reichlichen Anstalten 7,7 Milliarden Euro dafür erhalten. Der ARD-Vorsitzende und NDR Intendant Lutz Marmor sowie WDR-Intendant Tom Buhrow erhalten ein Jahresgehalt von über 300.000 Euro.

    Gemessen an deren Quoten, Leistungen und Gehalt, dürfte sie soviel wie bekommen wie ein Hartz 4-Empfänger. Das Gesamtvolumen für die Öffentlich-reichlichen Anstalten sollte mit 1 Milliarde völlig ausreichen.

    l

  10. @ Livia
    Hätten unsere Urgroßeltern damals einen Fernseher gehabt, hätten sie bestimmt auch davor gesessen! Stattdessen mussten sie körperlich hart arbeiten und jung sterben! Ob sie schlauer, politisch interessierter und kritischer waren? Bestimmt nicht!
    Der Fernseher wurde schon immer von Möchtegern-Gutmenschen verteufelt.
    So what, jedem das Seine! Aber bitte nicht gleich wieder die Nazis und Goebbels rauskramen. Das ist lächerlich!

    @ Herr Schulze
    Ihr Artikel hat mich köstlich amüsiert. Danke!

  11. Man kann ueber das Weihnachtsprogramm der oeffentlich-rechtlichen halten was man will. Meiner Meinung nach gehoeren Maerchenfilme zu Weihnachten ins Programm. Auf Dauerberieselung mit Helene Fischer kann man auch gut und gerne verzichten. Egal ob man nun Fan von Ihr ist oder nicht. Zur Zwangsgebuehr gerade die ARD jammert am lautesten das die Gebuehren und sonstigen Gelder nicht ausreichen um ein anspruchvolles Programm anzubieten. Ansonsten kann man sagen Guten Abend meine Damen und Herren heute Abend sehen Sie die wiederholte Wiederholung der Wiederholung. Aber in Bezug auf die Programmgestaltung bekleckern sich weder die oeffentlich-rechtlichen noch die privaten Sender mit Ruhm

  12. Wie auch von privaten Sendern könnten ARD und ZDF ihr Programm sperren und nur zahlenden Personen öffnen. So etwas fände ich fair.

    Die derzeitige Praxis ist in meinen Augen eine Steuer und diese dafür, dass ich mir die Propaganda der beiden Sender anhören soll. 🙁

  13. Sehr guter Artikel!

    Ich habe übrigens geklagt, vor dem Amtsgericht verloren, beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof auch die Berufungszulassung verloren und zu allem Überfluss ist die Revision auch ausgeschlossen (denn das Gericht irrt ja nicht, und eine allgemeine Bedeutung der Klage sei nicht erkennbar).

    Demnächst werde ich also hunderte von Euro nachzahlen müssen.

    Verabschieden wir uns von der Vorstellung, wir lebten in einem Rechtstaat.

  14. Ich empfand es als Frechheit, den Weihnachtsklassiker „Ist das Leben nicht schön?“ am Heiligabend erst um 2.20 Uhr in der ARD zu zeigen. Was kommt als nächstes? „Dinner for One“ nur an Ostern? Die Programmverantwortlichen zeigen hier wenig Gespür, für die (wenigen noch verbliebenen) verbindenden Momente ihres Mediums. Die verstehen überhaupt nicht, wie ihr Medium funktioniert „da draußen“ – so lange die Quote mit Lalala und Traumhotel-Berieselung funktioniert. Wenn sich die Anstalten so verachtend zeigen, gern. Ich kaufe mir jetzt die DVD des Frank-Capra-Klassikers und schaue unabhängig.

    (Dies nur als Beispiel.)

  15. Ein Journalist wie Ulrich Schulze sollte wissen, dass die Formulierung „Zwangssteuer“ in mehrfacher Hinsicht falsch gewählt ist. Eine Steuer ist immer mit Zwang verbunden, es gibt keine freiwillige Steuer. Eine Steuer ist per definitionem NICHT gekoppelt mit einer individuellen Gegenleistung. Genau deswegen spricht man auch von einer „Gebühr“.

  16. So schlimm fand ich das Weihnachtsprogramm nicht, außer das die guten Filme sehr spät liefen.

    Schlimmer finde ich, das man jeden Tag Mord und Totschlag sehen kann und der Tatort in allen Programmen der ARD als Endlosschleife läuft.

    Krimis, Krimis, Krimis. DAS will Deutschland sehen?

  17. da fehlt noch was: aport, richtiger dußball…da könnte man ja das weihnachtsprogramm noch aufpeppen: Wiederholungen von fußballspielen, die dann als Sportsendung deklariert werden…da weiß man dann, warum wir diese fernsehsteuer zahlt. allerdings würde ich dann vorschlagen, daß die spieler auf ihren Trikots dann ein schild haben: ich koste soundso viel Millionen…

  18. Lieber Schreiberling
    Wenn doch die öffentlich-rechtlichen sooo schlecht sind, schalten Sie doch einfach auf die privaten um. Auf Sat1 können Sie den ganzen Nachmittag die Arbeit der Blaulicht-Organisationen verfolgen. Wenn das nicht reicht, geht’s auch auf RTL. Unser Sohn, 15 Jahre, meinte über die Feiertage, als eine Terra X-Doku lief, es gäbe im Fernsehen kaum was besseres. Und ja, ich gestehe, ich liebe das Traumschiff. Ferne Länder, die ich wohl nie sehen werde, dazu ein bisschen Schmalz. Meine Hirnzellen brauche ich im Büro wieder, die dürfen sich nun auch erholen. Und da ich vor vielen Jahren in der Schule einen Vortrag über Kapitän Cook gehalten habe, freue ich mich auf die Seereise an Neujahr ganz besonders!
    Liebe Grüße aus der Schweiz, in der auch die privaten Fernsehstationen einen Teil des Gebührenkuchens abbekommen (Sat1-Schweiz z.B. lässt grüßen)

  19. Guten Tag Herr Schulze,
    sagen Ihnen Sendernamen wie 3sat, ARTE, zdf_neo, zdf.kultur, ARD-alpha (die Liste lässt sich beliebig fortsetzen) etwas? Ich empfehle eine etwas differenzierte Darstellung der ÖR-Senderfamilien und deren Angebotsvielfalt, die wir (zum Glück) in Deutschland noch haben.
    Ihr mittelmäßiger Artikel ist erfüllt von Polemik und Einseitigkeit und liest sich wie das Werk eines unzufriedenen Querulanten.
    Schönen Tag noch.

  20. Ein Weihnachtsprogramm ist halt immer auch Geschmackssache. Für mich gehören Märchen da auf jeden Fall dazu. Die Grundsatzfrage ist doch aber: Wir haben alle für eine Leistung bezahlt und jetzt Anspruch auf Lieferung. Weihnachten dauert drei Tage. Das entspricht, sagen wir mal etwa Rundfunkgebühren in Höhe von 1 Euro und 60 Cent. War das, was ARD, ZDF und Co. lieferten, so viel Geld wert? Meine Antwort: Nein. Nicht einmal annähernd. Der Autor hat Recht.

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