Analyst: Google-Mutter Alphabet verliert mit Moonshot-Wetten pro Jahr 1,5 Milliarden Dollar

Google-Gründer Larry Page ist CEO von Alphabet
Google-Gründer Larry Page ist CEO von Alphabet Foto: dpa

Es ist die größte Erfolgsgeschichte der Internet-Industrie 2015: die aus Google hervorgegangene Holding Alphabet. An der Wall Street hat Alphabet dieses Jahr 200 Milliarden an Börsenwert zulegt und ist bereits mehr als 520 Milliarden Dollar wert. Was dabei gerne vergessen wird: Geld verdient weiter nur die Cash Cow Google. Wie die Investmentbank Pacific Crest errechnete, kosten Alphabets Moonshot-Wetten Aktionäre 1,5 Milliarden Dollar – pro Jahr.

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Das Börsenjahr 2015 zählt noch ein paar Tage, doch der ganz große Gewinner im Internet-/ Tech-Sektor steht bereits fest: Internet-Platzhirsch Google hat seine Spitzenposition trotz der rasanten Zuwächse von Facebook und Amazon weiter ausgebaut.

Mit einem Börsenwert von inzwischen 520 Milliarden Dollar ist Alphabet im Jahresverlauf zur unangefochtenen Nummer zwei der Börsenwelt aufgestiegen und könnte 2016 gar die schwächelnden Nummer eins Apple beerben, von der Alphabet keine 20 Prozent mehr entfernt ist.

Umfirmierung zu Alphabet: der Reduzierung auf das Such-Geschäft müde geworden

Treiber der satten Kurszuwächse ist nicht nur die solide Geschäftsentwicklung, die in den vergangenen zwei Quartalen zu regelrechten Kursexplosionen führte, sondern auch die überraschende Umfirmierung zur Holding Alphabet, die erkennbar die Handschrift der neuen Finanzchefin Ruth Porat trug.

17 Jahre nach Erfindung der Suchmaschine, die die Geschichte des Internets und beginnenden 21. Jahrhunderts für immer verändern sollte, sind Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page selbst auch offenkundig der Reduzierung auf das Such-Business offenbar müde geworden, obwohl das hoch profitable Geschäft mit der Werbevermarktung von schlagwortbasierten Anzeigen natürlich immer noch den Löwenanteil der Geschäftsentwicklung ausmacht.

Alphabet ohne Google nur 22 Milliarden Dollar wert

Doch was ist eigentlich mit den anderen Alphabet-Töchtern? Die Investmentbank Pacific Crest hat nachgerechnet, welchen Anteil an der haussierenden Bewertung und am eigentlichen Geschäftsverlauf die anderen Unternehmen von Alphabet haben. Ergebnis: Neben Google erzielen lediglich drei weitere Sparten – der Anfang 2014 übernommene Smart Home-Anbieter Nest, die Glasfaser-Unit Google Fibre und Robotics-Sparte  Replicant – zählbare Umsätze.

22 Milliarden Dollar wert sind die Alphabet-Töchter ohne Google, hat Pacific Crest errechnet: Die Unit um das selbstfahrende Auto kommt auf einen geschätzten Wert von 8 Milliarden Dollar, während es die Beteiligungsgesellschaft Google Ventures auf 7 Milliarden Dollar bringt – in erster Linie wegen einer 10 Prozent-Beteiligung an Uber, die inzwischen allein 6,8 Milliarden Dollar wert sein dürfte. Nest stagniert bei den 3 Milliarden Dollar, die Google vor knapp zwei Jahren überwiesen hat.

Geldverbrenner Google Fibre und Google X

Unterm Strich kosteten die Moonshots jedoch zumeist Dollar und Cents. Die Glasfasersparte Google Fibre hat demnach im laufenden Geschäftsjahr 304 Millionen  Dollar verloren, dicht gefolgt von der Forschungsabteilung Google X mit Verlusten von 282 Millionen Dollar, in der etwa die Datenbrille Google Glass und das Project Loon entstanden, das das Internet überall auf der Welt via Ballons zugänglich machen soll.

Insgesamt kosten Alphabet „die anderen Wetten“ 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr, hat Pacific Crest errechnet (knapp 400 Millionen pro Quartal). Alphabet-Aktionäre können die Investments in Zukunft offenkundig verschmerzen: Im jüngsten Quartal verdiente der Internet-Riese fast 4 Milliarden Dollar netto – dank der Lebensversicherung Google.

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