Anzeige

Tim Cooks Tim Cook: Jeff Williams wird neuer Apple-COO

Tim-Cook-Jeff-Williams.jpg

Management-Umstrukturierung bei Apple: Tim Cook ernennt Jeff Williams zum neuen COO bei Apple. Der Posten der operativen Chefs gilt traditionell im Organigramm als der zweitwichtigste im Konzern – Tim Cook hatte ihn fast ein Jahrzehnt vor seiner Beförderung zum CEO inne. Ist der 51-jährige Williams, der ebenfalls seit den späten 90ern in Cupertino arbeitet, damit auf dem Weg zum nächsten Apple-Chef?

Anzeige
Anzeige

Interessante Personalie bei Apple kurz vor dem Jahreswechsel: Tim Cook hat endlich einen Nachfolger für sich gefunden. Nicht allerdings für seine Tätigkeit als Vorstandschef  von Apple, sondern für die seit inzwischen mehr als vier Jahren verwaiste Position des Chief Operation Officers (COO), die Cook bis zur seiner Ernennung zum CEO von 2004 bis 2011 bekleidet hatte.

Jeff Williams heißt Apples neuer Chef im operativen Geschäft. Der 51-Jährige ist allerdings nur auf dem Papier eine Neubesetzung: Tatsächlich ist Williams für Apple-Kenner ein alter Bekannter. Wie die eingeschworene Gemeinschaft im Apple-Management um Tim Cook, Jony Ive, Phil Schiller, Craig Federighi und Dan Riccio gehört Jeff Williams bereits seit 1998 zum Kultkonzern aus Cupertino.

Apple-Veteran Jeff Williams steigt zum zweitwichtigsten Mann bei Apple auf

Tatsächlich ist Williams neue Rolle mehr eine Formalie als eine Neubesetzung – die Beförderung ist eine Belohnung für die Verdienste der vergangenen Jahre, in denen Williams die operativen Geschäfte bereits überblickte und die Zuliefererkette optimierte wie Cook zuvor. „Jeff ist der beste Manager im operativen Geschäft, mit dem ich je zusammengearbeitet habe“, holte Tim Cook zum Ritterschlag für seinen neuen COO aus.

In Anlehnung an Cooks eigene Karriereentwicklung bei Apple wurde Jeff Williams, der maßgeblich an den Markteinführungen des iPhones und der Apple Watch mitwirkte, von der Branchenpresse schnell als „Tim Cooks Tim Cook“ bezeichnet. Als Fingerzeig für eine potenzielle Cook-Nachfolge soll die Beförderung von Williams aber nicht verstanden werden, streuten Apples Spin Doktoren schnell gegenüber dem Wall Street Journal, um jegliche Spekulationen im Keim zu ersticken.

Phil Schiller verantwortet künftig zudem alle App Stores

Tatsächlich musste sich Cook unter Jobs auch erstmals sieben Jahre als COO die Sporen zur CEO-Tauglichkeit verdienen, ehe die Stunde bekanntermaßen im Zuge von Jobs‘ schwerer Krebserkrankung im August 2011 kam.

Williams Aufstieg zum COO war nicht die einzige Beförderung vor Weihnachten im Management-Team von Apple: Apple-Urgestein Phil Schiller, bislang Marketingchef,  verantwortet zudem die App Stores, um „das Ökosystem zu erweitern“.  Johny Srouji  steigt zudem zum Chef der Sparte Hardware Technologies auf, während Tor Myhren von der Werbeagentur Grey als neuer Vizepräsident für die Marketing-Kommunikation verpflichtet wurde.

Anzeige

Apple-Management könnte 2016 mehr unter Druck stehen

Die Personalrochaden in Cupertino kommen zu einem durchaus kritischen Zeitpunkt in Apples Geschäftsentwicklung. Seit Monaten unterstellt die Wall Street dem noch wertvollsten Konzern der Welt, dass er seinen Zenit erreicht oder gar überschritten haben könnte.

In den vergangenen Tagen überboten sich Analysten mit immer skeptischeren Absatzprognosen zum mit Abstand wichtigsten Apple-Produkt – dem iPhone, das mittlerweile für über zwei Drittel der Umsätze und mehr als 70 Prozent der Gewinne verantwortlich ist. Nach Pacific Crest, KGI Securities, Morgan Stanley reduzierte gestern auch die Schweizer Großbank Credit Suisse drastisch ihre iPhone-Absatzprognosen für 2016.

Taugt Williams zum Cook-Nachfolger?

Sollte das profitabelste Produkt in der Geschichte der Verbraucherelektronik tatsächlich erstmal seit der Einführung 2007 rückläufige Umsätze verbuchen, dürfte sich der Abschwung praktisch 1:1 in Apples Bilanz niederschlagen. Die Folge wäre wohl ein Geschäftsjahr mit sinkenden Umsätzen, Gewinnen und mutmaßlich auch Aktienkursen.

Wie schnell der Druck in Krisenzeiten auch beim CEO ankommt, hat Tim Cook bereits einmal erfahren: 2013 gaben die Gewinne zweistellig nach, die Aktie halbierte sich fast, in der Wirtschaftspresse wurden die CEO-Fähigkeiten von Tim Cook ergebnisoffen diskutiert. Kehrt die Krise 2016 zurück, hätte der Aufsichtsrat nun einen immerhin einen logischen Nachfolger im Organigramm stehen: Jeff Williams.

Es spricht einiges dafür, dass Apple diese Option für Aktionäre sichtbar herausstellen wollte. Die Wall Street ist unterdessen allerdings weiterhin damit beschäftigt, die sich offenbar immer weiter verschlechternden Geschäftsaussichten einzupreisen: Die Apple-Aktie fiel auch im heutigen Handelsverlauf weiter zurück und notiert bei nur noch 109 Dollar inzwischen für 2015 im negativen Terrain.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*