Smart-TV: Diese fünf Apps sollten Sie auf dem Schirm haben

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Lange schon bereitet der Begriff "SmartTV" Medienmanagern Kopfschmerzen. Die Technik war da, die Nutzung hielt sich in Grenzen. Vor allem dank der Video-on-Demand-Angebote von Netflix & Co., die per App auf Smart-TVs auftauchen, gelingt dem Angebot jetzt der Durchbruch. Aber welche Apps haben wirklich Zukunftschancen?

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Von Thomas Weiß

Im Weihnachtsverkauf boomt der Verkauf der Streaming-Boxen von Amazon, Google, Apple & Co – auch dank der echten Kampfpreise, für die sich einige von ihnen entschieden haben. Dazu haben nahezu alle Flat-TV-Geräte, die jetzt über den Ladentisch gehen, SmartTV-Technik integriert. Immerhin 28 Prozent der Haushalte in Deutschland sind 2015 sowieso im Besitz eines Smart-TVs oder eines internetfähigen Geräts, das an den TV angeschlossen ist (Streaming-Box, internetfähige Spielekonsole etc.). Kein Wunder, dass vor allem TV-Sender immer wieder versuchen, diesen Markt weiter zu entwickeln.

Beim Start bieten Boxen und TVs eine Vielzahl an vorinstallierten Apps, oft können diese noch ergänzt werden mit Stoff aus dem jeweiligen AppStore. Das Angebot reicht von Gaga bis Genial – wobei Gaga noch überwiegt. Welche 5 Anwendungen haben Zukunftspotential? Der vorweihnachtliche MEEDIA-Check.

AMAZON VIDEO

Der Hero unter allen Angeboten sind die Video-on-Demand-Apps. Netflix, Amazon & Co. haben dafür gesorgt, dass immer mehr Zuschauer ihren TV ans Internet anschließen. Amazon hat durch seine Preispolitik beim Amazon Prime Paket (49 Euro/Jahr für Premiumversand, Prime Video, Prime Music, Kindle-Leihbibliothek) derzeit die Nase vorn. Schnelle Anmeldung, smarte App. Dazu viele coole neue Eigenproduktionen (Serien-Tipp: „The Man in the High Castle“) und exklusive Einkäufe (Serien „Fear the Walking Dead“ und „Mr. Robot“). 2016 wird dort auch die neue Show des legendären britischen Autotesters Jeremy Clarkson zu sehen sein.

7TV

Die RTL Gruppe hält sich in Sachen Smart-TV-Apps zurück und setzt eher auf die neuen HbbTV-Dienste (siehe unten). Konkurrent ProSiebenSat.1 dagegen ist mit der senderübergreifenden TV-Mediathek „7TV“ schon voll bei der Sache. Per App gibt es ein umfangreiches Catchup der Sendungen von ProSieben, SIXX, Kabel1, ProSieben MAXX und Sat.1 Gold. Ideal für alle, die „The Voice“ verpasst haben oder spontan eine Show mit Joko und Klaas sehen wollen. Anders als bei früheren Apps, die immer nur wenige Sendungen aufboten, ist die Zahl der Beiträge üppig.

ARD MEDIATHEK

Einst gab es hier nur 7 Tage Catchup auf Sendungen von DAS ERSTE sowie BR, WDR, NDR & Co. Die Zeit, in der Sendungen noch abrufbar sind, wird jetzt im Testbetrieb 2016 immer mehr verlängert. Schon jetzt kann man die „Tatort“-Ausgaben der letzten 30 Tage sehen. Der Wermutstropfen beim „Tatort“ ist allerdings die Jugendsperre. Nur zwischen 20 und 6 Uhr sind die Krimis mit einer FSK-Sperre von 12 Jahren zu sehen. Bonus: Die TAGESSCHAU-APP der ARD: Dafür wurde SmartTV gemacht: Jederzeit die aktuelle Ausgabe der Nachrichtensendung. Läuft sauber, ist schnell und unkompliziert.

AMPYA

Klar, es gibt Apps wie „Spotify“ und „Deezer“, mit denen Musikstreaming auch über den TV möglich sind – im Falle von „Spotify“ allerdings nur im Premium-Abo. Wenn jemand aber schon Hits über den TV genießen will, sollen doch bitteschön auch die Musikvideos dabei sein, oder? Personalisierte Musikvideo-Ströme lieferte früher putpat.tv. Jetzt hat Ampya diese Rolle übernommen. 

NEW MOOVE

Eigentlich naheliegend: Der TV-Schirm ist meist groß, vor dem Gerät ist in vielen Haushalten Platz für Übungen. Wieso also nicht eine App anbieten, die etwa klassische Yoga-Übungen zeigt? Ein richtiger Platzhirsch hat sich hier noch nicht entwickelt, im Gegenteil, viele Smart-TV-Apps zum Thema Fitness sind gruselig und erfüllen das Klischee vom hageren Yogi vor verdorrter Zimmerpflanze. Neben „Fitness & Yoga“ von RTL Interactive (empfangbar per HbbTV über RTL und VOX) macht die App „New Moove“ den besten Eindruck: Eine umfangreiche Bibliothek an Workout-Videos zu den Themen Yoga, Pilates, Muskelaufbau usw. ist im Angebot. Das hat aber seinen Preis: Nach 5 Gratis-Videos muss ein Abo für 99 Euro/Jahr abgeschlossen werden.

Fazit: Hunderte von Apps sind in einigen der Smart-TV-AppStores zu finden, viele davon allerdings echte Gurken. Die Apps, die das Monetarisierungs-Problem lösen durch kostenpflichtige Abos oder eingeblendete Werbung sind aber echte Hingucker und lohnen die Nutzung.

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Alle Kommentare

  1. Auch hier habe ich das Gefühl, hier schreibt jemand, der irgendwelche Interessen vertritt. Für den Kunden zählt doch nur eins: Er will mit seinem neuen SmartTV oder seiner Settop-Box die freie Auswahl haben. Netflix, Watchever, Amazon, Maxdome, die Mediatheken und allen schrägen Unsinn, den es sonst noch gibt. Und hier ist der Punkt: Ich entscheide, was wichtig und was Unsinn ist. Und nicht Samsung, Google, Apple und Co. Und das ist der Punkt, auf dem wir Journalisten immer wieder herumhacken sollten. Denn im Moment leider läuft die Entwicklung in Richtung Zäune. Und das wohl auch, weil Medienjournalisten von Technik keine Ahnung haben. Und es ist möglich, das US-Streaming Portal Hulu in Deutschland zu sehen. Nur wer erklärt es dem Kunden?

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