Auweia, Apple: Top-Analystin sagt für 2016 Absatzeinbruch beim iPhone voraus

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Wird das iPhone 7 doch noch weiß?

Schallende Ohrfeige von der Wall Street: Ausgerechnet Staranalystin Katy Huberty von Morgan Stanley, seit Jahren eine der großen Fürsprecher des Kultkonzerns aus Cupertino, senkt den Daumen. Erstmals seit der Einführung des iPhones vor neun Jahren werden die Absätze 2016 zurückgehen, sagt Huberty voraus und streicht das Kursziel des iKonzerns um gleich 12 Prozent zusammen. Die Aktie fällt 2015 kurzzeitig ins Minus zurück.

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Der Ausblick verfinstert sich weiter. Dass Apple trotz des erfolgreichsten Geschäftsjahres in der Wirtschaftsgeschichte und einer gigantischen Kurspflege-Aktion in Form von Aktienrückkäufen über fast 50 Milliarden Dollar an der Wall Street praktisch unverändert auf dem Startniveau vom Januar verharrt, sagt viel über das gestörte Verhältnis der Wall Street zu Apple-CEO Tim Cook.

Anleger misstrauen dem 55-Jährigen, der Apple inzwischen bereits im fünften Jahr führt, zunehmend. Tatsächlich unterstellt die Wall Street in gesteigertem Maße, dass der noch wertvollste Konzern der Welt seinen Zenit erreicht oder gar schon überschritten hat. Seit Monaten warnen Analysten vor dem Gipfel-Szenario, das sich seit Jahren ankündigt: Das Wachstum des iKonzerns scheint ausgereizt.

Staranalystin Katy Huberty sagt iPhone-Einbruch voraus

Die Sorge um den Abschwung adressierte am Montag nun auch ausgerechnet eine der einst der größten Befürworterinnen des iKonzerns: Morgan Stanley-Analystin Katy Huberty. Die Top-Analystin bereitete Bankkunden, die in Apple investiert sind, auf Ungemach im kommenden Jahr vor.

Der Grund: Die mit Abstand wichtigste Produktsparte steht nach neun Jahren vor dem Abschwung. Nicht weniger als eine Zeitenwende sagt Huberty dem iPhone voraus: Erstmals seit der Einführung 2007 wird Apples Kultsmartphone weniger Käufer anlocken, rechnet Huberty gegenüber Bankkunden vor.

2016 iPhone-Absatzrückgang von 6 Prozent erwartet

Hubertys Prognose ist bislang die kälteste Dusche, die Apple-Aktionäre in den vergangenen Monaten einstecken mussten: Um enorme 29 Millionen iPhones nimmt Huberty ihre Prognose für das Fiskaljahr von 247 auf 218 Millionen in 2016 zurück.

Im Fiskaljahr 2014/15 setzte Apple noch 231 Millionen Einheiten ab. Huberty sagt damit nicht weniger als das erste iPhone-Negativwachstum voraus: Um gleich 6 Prozent geht es nach Meinung der Top-Analystin bei den Absätzen von Apples mit Abstand wichtigster Konzernsparte nach unten.

Das Ausmaß gleicht einem Absatzeinbruch in den Dimensionen von Facebooks gesamtem Jahresumsatz: Bei einem Durchschnittsverkaufspreis von zuletzt 670 Dollar pro iPhone würden 29 Millionen weniger abgesetzte Einheiten den Erlösschwund von fast 20 Milliarden Dollar bedeuten!

Weltweiter iPhone-Abschwung: Wachstum nur noch in China

Während Apple im Weihnachtsquartal mit 75 Millionen verkauften Einheiten gerade noch so das Vorjahresergebnis treffen dürfte, erwartet Huberty nach Hinweisen aus der Zuliefererkette zum Jahresbeginn den Erdrutsch: Nur noch 52 Millionen und damit gleich 15 Prozent weniger Absatz erwartet Huberty im März-Quartal. Nur noch in China könne Apple wachsen, sagt die Morgan Stanley-Analystin voraus.

Tim Cooks schwächstes Jahr: Apple-Aktie 2015 wieder leicht im Minus

Die Folge ist absehbar: Wenn die Lebensversicherung wegbricht, kommt der Gesamtkonzern unter Druck, auch wenn Huberty marginale Erlösimpulse durch die Apple Watch erwartet. Entsprechend setzt die respektierte Wall Street-Veteranin den Rotstift auch bei ihrem Kursziel an, das sie um gleich 12 Prozent auf 143 Dollar zusammenstreicht.

Apple-Aktionäre wären mit Kursen in diesen Regionen wohl mehr als zufrieden:  Nach Hubertys neuer Kurzstudie setzte die angeschlagene Apple-Aktie gestern ihren Abwärtstrend weiter fort und rutschte nach einem neuerlichen Minus kurzzeitig auf 110 Dollar und damit sogar für 2015 leicht ins Minus, ehe Schnäppchenjäger die Verluste begrenzten. 2015 scheint damit zu Tim Cooks bislang schwächstem Börsenjahr als Apple-Chef zu werden.

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