Neue Tarife für Zeitungsredakteure: das fordert der DJV 2016 von den Verlegern

Kajo Döhring verhandelte auf Seiten des DJV den neuen Tarif
Kajo Döhring verhandelte auf Seiten des DJV den neuen Tarif

Der Deutsche Journalistenverband will mit den Verlegern neue Gehaltstarife für Zeitungsredakteure aushandeln. Den Fokus legt die Gewerkschaft dabei auf eine besondere Anerkennung für Volo-Beauftragte. Start der Verhandlungen soll im Januar sein – der 2014 erstrittene Manteltarifvertrag steht dabei nicht zur Debatte.

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Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat in seiner Tarifkommission die Forderungen für einen neuen Gehaltstarif bestimmt. Die Gewerkschaft will mit den Vertretern des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im Januar 2016 in neue Verhandlungen gehen und fordert Gehaltserhöhungen von insgesamt 4,5 Prozent. Der aktuell geltende Tarifvertrag läuft Ende dieses Jahres aus. Die Laufzeit der neuen Verträge soll zwölf Monate betragen. Darüber hinaus will der DJV ein „tarifliches Signal“ für Ausbilder von Volontärinnen und Volontären erstreiten.

Die Gewerkschaft sieht bei den Gehältern für Redakteure an Tageszeitungen „Nachholbedarf“, erklärt DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Die Realeinkommen seien in den vergangenen zehn Jahren gesunken. „Auf dem Gehaltszettel der Redakteure und der Honorarabrechnung der arbeitnehmerähnlichen Freien muss ein deutliches Plus stehen, auch wegen der heftigen Arbeitsverdichtung.“ Bei den besonderen Leistungen für Ausbilder betont der Verband ihre Bedeutung für Qualitätsjournalismus. „Die Anerkennung der Arbeit, die die Ausbilder oft noch zusätzlich in ihrer redaktionellen Hauptaufgabe leisten, darf sich nicht in einem Händedruck vom Verleger erschöpfen.“

Die Gewerkschaft hoffe auf „konstruktive Verhandlungen“. Diese erwiesen sich zuletzt aber als mühsam und langwierig. Über ein Jahr lang verhandelten Gewerkschaften und Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen 2013/14, an deren Ende unter anderem Gehaltserhöhungen von 2,5 Prozent im Mai 2014 und 1,5 Prozent im April 2015 beschlossen worden waren. Die Verhandlungen gestalteten sich damals besonders schwierig, weil auch das allgemeine Tarifmodell zur Diskussion stand. Die Verleger wollten sich damals vom Manteltarifmodell verabschieden und unterschiedliche Gehälter – je nach Wirtschaftskraft einzelner Regionen – einführen. Es hatte elf Runden gebraucht, bis eine Einigung stand. Das Manteltarifmodell steht bei den Gehaltstarifverhandlungen für 2016 nicht zur Diskussion.

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