Gigantische IVW-Zuwächse für n-tv, stern und N24, auch Spiegel, Focus, Welt und andere mit neuen Rekorden

Die drei größten prozentualen IVW-Gewinner im November: n-tv, stern und N24
Die drei größten prozentualen IVW-Gewinner im November: n-tv, stern und N24

Die zum Teil dramatische Nachrichtenlage rund um die Terror-Anschläge in Paris, das abgesagte Fußball-Länderspiel in Hannover und den Kampf gegen den IS hat den großen deutschen Nachrichten-Angeboten neue Rekorde beschert. In der Top Ten stellte einzig die Bild keine neue Bestleistung auf. Am deutlichsten wuchsen die Visits bei N24 - um mehr als 40%.

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Die Zahlen sind eindrucksvoll: Zehn der größten elf Online-News-Marken stellten im November neue Alltime-Rekorde bei den Visits auf: Spiegel Online, Focus Online, n-tv.de, Die Welt, Zeit Online, Süddeutsche.de, FAZ.net, stern.de, N24 Online und die Huffington Post. Einzig Marktführer Bild blieb trotz eines fast 20-Mio.-Zuwachses unter seinem Rekord aus dem März. Damals erreichte Springers Boulevard-Gigant 333 Mio. Visits, diesmal 322 Mio.

Die größten Zuwachsraten verzeichnen dabei vor allem N24, stern.de und n-tv.de. Die beiden Ableger der TV-Infosender profitierten wie oft in Monaten mit großen Nachrichtenlagen. Offenbar ist es in solchen Situationen immer dann so, dass viele Menschen die beiden Infosender einschalten – und auch die Websites des Duos besuchen. Die Live-Streams der Sender dürften dabei eine große Rolle spielen. N24 wuchs im November um sagenhafte 40,6% auf den neuen Rekord von 33,99 Mio. Visits, n-tv verbesserte sich um 24,6% auf 133,32 Mio. stern.de hat seine Nach-Relaunch-Delle offenbar endgültig hinter sich gelassen: Mit einem Plus von 25,9% steigerte man sich ebenfalls auf einen neuen Rekord.

Um mehr als 10% gewachsen sind zudem Spiegel Online, Focus Online, Zeit Online und die Huffington Post. Spiegel Online baute seinen Vorsprung auf Focus Online dank eines Fast-30-Mio.-Plus wieder aus, hinter dem Focus rückt zudem n-tv näher. Die Huffington Post klopft allmählich an die Top Ten an, der Abstand des neuen Elftplatzierten zu Rang 10 ist allerdings noch sehr groß – nicht zuletzt wegen der gigantischen N24-Zuwächse.

Ab Platz 12 lässt sich beobachten, dass die kleineren und insbesondere regionalen Anbieter nicht oder kaum von den großen Nachrichtenthemen profitieren konnten. So gibt es auf den Plätzen 12 bis 20 nur einen weiteren Rekordträger: den Tagesspiegel. Andere Angebote wie das Handelsblatt, der Expreess, die tz und das Stuttgarter Duo aus Zeitung und Nachrichten büßten sogar Visits ein. Auf Platz 22 ging es für das manager magazin sogar um heftige 17,6% nach unten.

IVW November 2015: Top 50 Nachrichtenangebote
Visits (Online+Mobile) Marktanteile
November 2015 vs. Oktober November 2015 vs. Oktober
1 Bild.de 322.183.563 6,6 19,90 -0,62
2 Spiegel Online 243.777.574 13,7 15,06 0,50
3 Focus Online 168.833.801 14,0 10,43 0,38
4 n-tv.de 133.320.349 24,6 8,24 0,97
5 Die Welt 87.225.244 6,5 5,39 -0,17
6 Zeit Online 58.756.741 11,8 3,63 0,06
7 Süddeutsche.de 56.367.638 9,8 3,48 0,00
8 FAZ.net 51.051.420 8,3 3,15 -0,04
9 stern.de 42.305.045 25,9 2,61 0,33
10 N24 Online 33.992.510 40,6 2,10 0,46
11 Huffington Post 21.175.960 16,4 1,31 0,07
12 Handelsblatt.com 20.526.370 -2,0 1,27 -0,15
13 DerWesten 17.743.121 6,3 1,10 -0,04
14 RP Online 17.607.828 3,9 1,09 -0,06
15 Express Online 15.867.543 -5,0 0,98 -0,15
16 Tagesspiegel.de 14.542.858 9,0 0,90 -0,01
17 Hamburger Morgenpost Online 10.618.679 8,7 0,66 -0,01
18 tz 9.294.199 -7,3 0,57 -0,11
19 Hamburger Abendblatt Online 8.554.948 2,0 0,53 -0,04
20 Stuttgarter Zeitung online & Stuttgarter Nachrichten online 8.433.127 -2,3 0,52 -0,06
21 Merkur.de 7.629.926 5,3 0,47 -0,02
22 manager magazin online 7.054.204 -17,6 0,44 -0,15
23 Augsburger Allgemeine Online 6.700.681 1,3 0,41 -0,04
24 Kölner Stadt-Anzeiger Online 6.227.013 -6,0 0,38 -0,06
25 Abendzeitung München 6.088.432 3,0 0,38 -0,02
Rohdaten-Quelle: IVW / Berechnung + Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 verbesserten sich noch die Berliner Morgenpost, die Hannoversche Allgemeine und shz.de um mehr als 10%. Das 18,5%-Plus der HAZ dürfte dabei vor allem auf das Konto des abgesagten Fußball-Länderspiels gehen, das ja in Hannover stattfinden sollte. Deutliche Verluste verzeichneten hingegen die Mopo24 aus Sachsen und die Mediengruppe Thüringen.

IVW Oktober 2015: Top 50 Nachrichtenangebote
Visits (Online+Mobile) Marktanteile
November 2015 vs. Oktober November 2015 vs. Oktober
26 HNA online 6.077.827 -1,0 0,38 -0,04
27 Badische Zeitung Online 5.802.070 1,9 0,36 -0,03
28 BZ-Berlin 5.713.928 0,3 0,35 -0,03
29 Neue OZ online 5.658.719 -4,0 0,35 -0,05
30 OVB24 5.540.099 0,4 0,34 -0,03
31 taz.de 5.538.563 3,4 0,34 -0,02
32 Berliner Morgenpost 5.426.462 11,4 0,34 0,00
33 WirtschaftsWoche 5.291.747 -1,4 0,33 -0,04
34 Nordbayern.de 5.150.059 -0,4 0,32 -0,03
35 Frankfurter Rundschau online 4.925.035 3,2 0,30 -0,02
36 News.de 4.727.791 3,8 0,29 -0,02
37 Mitteldeutsche Zeitung 4.638.985 3,3 0,29 -0,02
38 Mopo 24 4.581.017 -11,1 0,28 -0,07
39 shz.de 4.499.609 10,0 0,28 0,00
40 Mediengruppe Thüringen Online (TA, OTZ, TLZ) 4.498.061 -8,7 0,28 -0,06
41 Passauer Neue Presse 4.477.710 -2,7 0,28 -0,04
42 Medienhaus Lensing / Ruhr Nachrichten 4.109.660 -0,7 0,25 -0,03
43 Südwest Presse Online 4.096.212 2,9 0,25 -0,02
44 Hannoversche Allgemeine Zeitung 3.826.929 18,5 0,24 0,02
45 SZ-Online 3.748.880 -2,9 0,23 -0,03
46 Berliner Zeitung Online 3.601.418 5,8 0,22 -0,01
47 suedkurier.de 3.527.864 -4,4 0,22 -0,03
48 LVZ-Online 3.442.882 -4,1 0,21 -0,03
49 Zeitungsgruppe Münster/Westfälische Nachrichten 3.365.248 2,2 0,21 -0,02
50 Epoch Times Deutschland 3.302.436 -3,2 0,20 -0,03
Rohdaten-Quelle: IVW / Berechnung + Tabelle: MEEDIA

Der Blick auf die Einzelzahlen für die mobilen Angebote und die herkömmlichen Websites für stationäre Rechner zeigt, dass vor allem die mobilen Zahlen durch die Decke gingen. Hier verbesserte sich die Top 11 jeweils um mindestens 12% gegenüber dem Oktober. Spiegel Online steigerte sich sogar um 23,2%, n-tv.de um 32,2%, stern.de um 41,9% und N24 Online um sagenhafte 42,3%. n-tv zog damit im reinen Mobile-Ranking sogar an Focus Online vorbei auf Platz 3.

Auf den Rängen 12 bis 20 steigerten sich auch DerWesten und Tagesspiegel.de noch um mehr als 10%, Express, tz, Handelsblatt und Hamburger Morgenpost verloren hingegen mobile Visits.

IVW November 2015: Top 20 Nachrichtenangebote (nur Mobile)
Visits November vs. Oktober
1 Bild.de 145.302.390 15.767.318 12,2%
2 Spiegel Online 118.004.958 22.231.138 23,2%
3 n-tv.de 89.518.014 21.805.455 32,2%
4 Focus Online 87.766.523 14.339.194 19,5%
5 Die Welt 37.155.464 4.387.237 13,4%
6 stern.de 22.997.601 6.787.038 41,9%
7 Zeit Online 22.576.423 3.611.188 19,0%
8 Süddeutsche.de 22.195.378 3.244.003 17,1%
9 N24 Online 19.926.496 5.924.494 42,3%
10 FAZ.NET 18.620.412 2.517.256 15,6%
11 Huffington Post 9.441.013 1.231.135 15,0%
12 Express Online 7.911.725 -629.759 -7,4%
13 DerWesten 7.754.309 967.456 14,3%
14 RP Online 6.522.643 33.705 0,5%
15 tz 4.405.872 -477.544 -9,8%
16 Handelsblatt.com 4.244.522 -270.146 -6,0%
17 Tagesspiegel.de 4.220.489 486.160 13,0%
18 Hamburger Morgenpost Online 4.053.326 -348.210 -7,9%
19 Stuttgarter Zeitung online & Stuttgarter Nachrichten online 3.826.189 8.922 0,2%
20 BZ-Berlin 3.241.452 254.428 8,5%
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Auch die herkömmlichen Websites der 20 größten Nachrichtenmarken verzeichneten im November fast komplett Zuwächse, allerdings zum großen Teil nicht so extreme wie bei den mobilen Apps und Websites. Um mehr als 10% ging es hier für n-tv, stern.de, N24, die Huffington Post und die Hamburger Morgenpost nach oben. Angesichts des gleichzeitigen mobilen Rückgangs hat die Mopo offenbar etwas an ihrer Weiche geändert, die entscheidet, ob ein Nutzer auf seinem Smartphone die stationäre oder die mobile Website angezeigt bekommt. Visits verloren haben hier wiederum das Handelsblatt, der Express, sowie das manager magazin und die Badische Zeitung.

IVW November 2015: Top 20 Nachrichtenangebote (nur Online)
Visits November vs. Oktober
1 Bild.de 176.881.173 4.041.508 2,3%
2 Spiegel Online 125.772.616 7.057.981 5,9%
3 Focus Online 81.059.797 6.449.205 8,6%
4 Die Welt 50.069.780 963.514 2,0%
5 n-tv.de 43.802.335 4.497.801 11,4%
6 Zeit Online 36.180.318 2.578.005 7,7%
7 Süddeutsche.de 34.172.260 1.776.740 5,5%
8 FAZ.net 32.431.008 1.410.853 4,5%
9 stern.de 19.307.444 1.906.439 11,0%
10 Handelsblatt.com 16.281.848 -145.370 -0,9%
11 N24 Online 14.066.014 3.884.527 38,2%
12 Huffington Post 11.734.947 1.748.755 17,5%
13 RP Online 11.085.185 625.641 6,0%
14 Tagesspiegel.de 10.322.369 716.426 7,5%
15 DerWesten 9.988.812 76.668 0,8%
16 Express Online 7.955.818 -202.169 -2,5%
17 Hamburger Morgenpost Online 6.565.353 1.195.874 22,3%
18 Hamburger Abendblatt Online 6.254.631 11.311 0,2%
19 manager magazin online 5.763.092 -1.428.861 -19,9%
20 Badische Zeitung Online 4.947.853 -39.043 -0,8%
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Aus Transparenz-Gründen veröffentlichen wir an dieser Stelle die relevantesten Fremd-Websites, die bei der IVW unter dem Dach der größten Nachrichtenmarken mitgezählt werden.

News-Angebot / mitgezählte Fremd-Websites:
n-tv.de: sport.de, teleboerse.de
Die Welt: Teile von immonet.de, metal-hammer.de, musikexpress.de, rollingstone.de
Zeit Online: academics.de, e-fellows.net, scilogs.de, spektrum.de
RP Online: Teile von fupa.net
DerWesten: Teile von immowelt.de, reviersport.de, Teile von stellenanzeigen.de
Hamburger Abendblatt: Teile von immonet.de, vesseltracker.com
manager magazin online: das Karriere-Ressort von spiegel.de

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Alle Kommentare

  1. — nicht als unbedingt als Nachrichten im klassischen Sinn einstufen würde, sondern oft eher als sehr stark meinungsgeprägte Meldungen. —
    Dazu zähle ich Zeit Online, Die Welt, Tagesspiegel, Focus…….
    Da gebe ich Ihnen vollkommen recht.
    Da sich fast die gesamte Presse in Deutschland, sowie große Teile von Funk und Fernsehen in der Hand von ein paar Damen befindet, sind mir die von ihnen vertriebenen Blätter und gesendeten Nachrichten ehr amtliche Mitteilungen der Regierung. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Ende der DDR entschuldigten sich viele Journalisten und Fernsehmacher beim Volk der DDR,weil sie ihrer Rolle als wirkliche Journalisten nicht nachgekommen sind, sondern nur noch Sprachrohr der Regierungspartei SED waren. Das haben sie zutiefst bedauert und versprachen Besserung. Die heutigen Journalisten erinnern mich doch sehr an die Zeit in der DDR. Es wird gelogen, zurecht gebogen und man will das Volk erziehen. Wer heute als Journalist noch frei und unabhängig in einer großen Zeitung schreiben will, der kann gleich seine Kündigung einreichen,was viele innerlich längst getan haben. Denn Haus, Hof und Familie wollen bezahlt, unterhalten und ernährt werden. Und wenn dann Lügen und Verdrehen der Wahrheit am Monatsende genügend Penunse ergeben, dann wird das eben getan. Wer opfert sich denn schon gern für die Wahrheit, wenn sie nichts einbringt. Jesus war vielleicht einer,aber bin ich Jesus ?

  2. — nicht als unbedingt als Nachrichten im klassischen Sinn einstufen würde, sondern oft eher als sehr stark meinungsgeprägte Meldungen. —
    Dazu zähle ich Zeit Online, Die Welt, Tagesspiegel, Focus…….

  3. Koop Online hat etwa 60 Millionen Klicks und wurde nicht aufgeführt. Die Regeln sind so zurecht gebogen, dass Koop Online in der Aufzählung fehlt. Ich glaube, dass sehr viele Klickzahlen mit Software, ala VW, künstlich nach oben getrieben werden , damit die Werbepreise nicht sinken. Das Aufkaufen der eigenen Auflage ist seit Jahrzehnten bekannt. Berichte darüber gab es mehr als genug. Weil sich sehr viele Menschen nicht mehr neutral von der Presse informiert fühlt, sinken die Auflagen seit Jahren mit steigender Geschwindigkeit. Journalisten gehören eindeutig zu den Verlierern auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben sich mit ihrem Gehorsam ihr eigenes Grab gegraben. Das erinnert an die DDR, in der die Presse nicht informieren, sondern das Volk lenken und leiten sollte. Wie das ausgegangen ist, 1989 war es vorbei. Alle 25 bis 30 Jahre kommt es zu sehr großen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen. Wir befinden uns mittendrin.

    1. Es ist immer wieder verblüffend, wie sich manche Menschen auf Basis von Pseudofakten und einer manchmal erschreckenden Unkenntnis ihre Verschwörungstheorien zusammenbasteln…

      Zur Sache: Der Koob Verlag ist IVW gelistet (im Bereich „Online“) und hatte im November 6.373.627 Visits bzw. 4.616.136 Visits in der Kategorie „Nachrichten“. Und um die ging es in der obigen Liste und nicht um PIs, sprich „Klicks“!!

      Hinzu kommt, dass ich die Nachrichten auf der Kopp-Website nicht als unbedingt als Nachrichten im klassischen Sinn einstufen würde, sondern oft eher als sehr stark meinungsgeprägte Meldungen.

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