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Wolfgang Schäuble als einziger Gast bei Günther Jauchs Talk-Abschied

Nie ohne seine Kärtchen: Günther Jauch
Nie ohne seine Kärtchen: Günther Jauch

Am kommenden Sonntag läuft die letzte Ausgabe der Talkshow "Günther Jauch" im ersten. Als einzigen Gast wird Jauch in seiner letzten Sendung den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble begrüßen. Das ist interessant, da Schäuble doch in der öffentlichen Wahrnehmung eine Gegenposition zum Pro-Flüchtlingskurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingenommen hat.

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Schäuble hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als er die Flüchtlinge mit einer Lawine verglich, die von einem „unvorsichtigen Skifahrer“ ausgelöst wurde. Einmal fanden viele – auch die Kanzlerin – den Vergleich der Flüchtlinge mit einer Naturkatastrophe unpassend und zum anderen kann Schäuble mit dem Skifahrer nur Bundeskanzlerin Merkel gemeint haben. Der Finanzminister ist also ein hoch-interessanter Gesprächsgast für Günther Jauch. Zumal sich Schäubles Chefin, Angela Merkel, vor kurzem entschieden hatte, statt bei Jauch bei dessen Nachfolgerin Anne Will ihre Flüchtlingspolitik zu erklären.

Der Schäuble-Talk markiert den Schlusspunkt für Günther Jauch als Polit-Talker in der ARD nach 157 Sendungen. Durchschnittlich erreichte er 4,62 Mio. Zuschauer und einen Marktanteil von 16,2 Prozent. Der Sendeplatz am Sonntagabend nach dem „Tatort“ macht solch hohe Quoten aber auch leicht.

Die erfolgreichste Sendung mit 8,25 Millionen Zuschauern (30,2 Prozent Marktanteil) war der Talk nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück am 1. September 2013. Zu den prominenten Gästen bei Jauch zählten auch Helmut Schmidt, die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton, ein zugeschalteter Edward Snowden und sogar Russlands Präsident Wladimir Putin.

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Jauchs Sendung genoss wegen ihres herausgehobenen Sendeplatzes immer eine besondere Aufmerksamkeit, es gab aber auch reichlich Kritik an der Gesprächsführung oder eben Nicht-Gesprächsführung des Moderators. Viel Schelte gab es, als Jauch im Oktober dem AfD-Politiker Björn Höcke weitgehend unhinterfragt eine große Bühne bot. Auch der ungebremste Auftritt des Berliner Imams Abdul Adhim Kamouss im September 2014 und Jauchs ungeschickter Umgang mit dem damaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis zogen viele Negativ-Schlagzeilen nach sich.

Im Nachhinhein meint die Produktionsfirma nun, diese Sendungen hätten für „große Diskussionen“ gesorgt – so kann man es natürlich auch sehen. Jauch selbst sagt: „Uns war es wichtig, am Sonntagabend mit relevanten und interessanten Gästen über das Thema der Woche zu diskutieren, politische und gesellschaftliche Debatten abzubilden und für den Zuschauer so einen Mehrwert und Erkenntnisgewinn zu schaffen. Ebenso wichtig war es uns aber auch, mal ein ungewöhnliches Thema anzupacken und uns mit besonders spannenden oder polarisierenden Gästen auseinanderzusetzen. Das mag manchmal für viel Kritik und Aufsehen gesorgt haben – aber gerade das macht das Live-Fernsehen und eine gute Diskussion auch aus: Unvorhergesehenes passiert, Debatten werden ausgelöst, Positionen und Meinungen prallen aufeinander und werden neu diskutiert. Mir haben die ungewöhnlicheren Sendungen immer besonders gut gefallen.“

Wie auch immer. Hoffen wir, dass Jauch zu seinem Abschied mit Wolfgang Schäuble eine interessante Sendung gelingt und freuen uns im neuen Jahr auf seine Vorgängerin und Nachfolgerin Anne Will. Sie macht schon seit geraumer Zeit auf dem undankbaren Sendeplatz am späten Mittwochabend die mit Abstand beste politische Gesprächssendung Deutschlands.

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