Anzeige

Gefährliche Liebschaften im Hannover-„Tatort“: Charlotte Lindholms emotionalster Fall

ARD/NDR TATORT: Spielverderber © NDR/Frederic Batier
ARD/NDR TATORT: Spielverderber © NDR/Frederic Batier

Im neuen neuen NDR-"Tatort: Spielverderber" ermittelt Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm unter Luftwaffen-Soldaten. Der Fall: eine brutal erschlagene junge Frau. Das Motiv: vermutlich Eifersucht. Der Hannover-Fall beginnt und endet stark, dazwischen erwarten den Zuschauer jedoch knapp 80 Minuten "Tatort"-Mittelmaß.

Anzeige
Anzeige

Die Story
Ihr 23. Fall führt Charlotte Lindholm in die Welt des Militärs. Die Ex-Frau eines Bundeswehrpiloten ist in ihrem Wochenendhaus im Harz ermordet worden. Alles deutet auf eine Beziehungstat hin. Die Ermittlungen im Umfeld der Toten machen klar, dass sie ein ausschweifendes Liebesleben hatte und nach der Trennung von ihrem Mann in der Auswahl ihrer Liebhaber nicht allzu wählerisch war – sie hat sich weder bei Kameraden ihres Ex-Mannes noch bei den Ehemännern der Soldatinnen zurückgehalten. Ein Verhalten, mit dem sie sich in der Gemeinschaft isoliert hatte. Der eifersüchtige Mann – aufbrausend, jähzornig – könnte der Täter sein. Er hat die Tote gefunden und hatte sie Monate zuvor schon einmal attackiert. Ein daraufhin gerichtlich angeordnetes Kontaktverbot hatte er aber eingehalten. Und er präsentiert ein Alibi…

Die Story hinter der Story
Im Vordergrund steht ein simples Eifersuchtsdrama. Im Hintergrund handelt dieser „Tatort“ jedoch auch von seelischen Verletzungen, die die Soldaten auf ihren Auslandseinsätzen erfahren.

Was taugt das Drehbuch?
Der neue „Tatort“ aus Hannover gehört nicht unbedingt zu den herausragendsten Krimis dieses Jahres – aber definitiv auch nicht zu den schlechtesten. „Spielverderber“ startet überaus spannend, doch die Spannung nimmt leider zur Mitte des Films rapide ab. Wirkliche Überraschungen bleiben aus, es gibt zwar ab und zu ein paar Richtungswechsel in der Geschichte – doch wirklich außergewöhnlich ist diese dennoch nicht. Erst ganz am Ende wird der „Tatort“ wieder stark, was zum Großteil Jasmin Gerats schauspielerischer Leistung sowie den beeindruckenden Luftaufnahmen zu verdanken ist. Die letzten „Spielverderber“-Minuten sind höchst ergreifend und dramatisch – und heben den Film damit dann doch noch knapp über den Durchschnitt.

Sind die Ermittler in Form?
Zu Beginn des Films spielt Maria Furtwängler die Kommissarin Charlotte Lindholm wie gewohnt als kühle und rationale Einzelkämpferin. Doch nach der Hälfte der Zeit wandelt sich ihre Figur: Sie startet ein kleines Techtelmechtel mit Standort-Kommandeur und wird etwas weicher und emotionaler.  Ganz offensichtlich setzt ihr sowohl dieser besondere Fall als auch ihre private Situation voller Schuldgefühle gegenüber ihrem Sohn stark zu. Ihre Emotionalität schraubt sich kontinuierlich nach oben, bis sie am Ende schreit, weint und die Fassung verliert.

Mit diesen Hintergrundinfos können Sie punkten
Die zweite Leiche, die der Zuschauer ab Minute 38:41 in der Pathologie zu sehen bekommt, ist Bild-Chef Kai Diekmann.

Anzeige

Der Satz zum Mitreden
„Sie (die Soldaten) gehen in diesen Einsatz und wissen nicht, ob sie zurückkommen. Umso mehr brauchen ihre Frauen Zuversicht.“

Eher peinlich
Bei der Inszenierung der Romanik-Szene trägt „Spielverderber“ viel zu dick auf. Der Dialog zwischen Lindholm und dem Oberst ist durch und durch kitschig und will einfach nicht zum Rest des Films passen. Fast fühlt sich der Zuschauer, als habe er aus Versehen zu „Rosamunde Pilcher“ im ZDF rübergezappt.

Fazit
„Spielverderber“ gehört sicherlich nicht zu den „Tatort“-Überraschungen dieses Jahres und seine Handlung ist an vielen Stellen trotz Wendungen im Plot zu vorhersehbar. Gerettet wird der Film jedoch durch die letzten Minuten und das herausragende schauspielerische Zusammenspiel zwischen Maria Furtwängler und Jasmin Gerat.

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10
7

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Ein an Schlichtheit kaum zu unterbietender Unfug.
    Nicht neu: Die weiterhin ununtertroffene schauspielerische Unfähigkeit der Furtwängler.
    neu: Sexistische Hemmungslosigkeit des Drehbuchs: Männer werden von einer sexistisch durchgeknallten Lindholm pausenlos übelst beleidigt, wenn die Beweislage nicht zum schlichten „feministischen Weltbild“ passt, wird es halt passend gefälscht. Und am Ende ist natürlich eine mörderische, berechnende Frau, welche Männer unterdrückt, trotzdem das „Opfer“. Lindholm weint gar bitterlich über eine eiskalte Mörderin. Das billige Genderthema: Männer immer ganz böse, Frauen sogar als Mörderinnen noch Opfer und immer Übermenschen…. Einzig die Szene des feigen Selbstmordes der Mörderin ließ mich kurz in Bezug auf Lindholm in plötzlicher Vorfreude erstarren… leider wurde ich zutiefst enttäuscht. 🙁
    Lindholm wurde entgegen den Gesetzen (der Physik) jedoch leider nicht mitgerissen. Tja…
    Die „Tatort“-Realität kann so unendlich grausam sein mit den Zuschauern – hat sich in dieser Szene mal wieder bestätigt… die Flasche Champagner musste bedauerlicherweise ungeöffnet wieder zurück in den Kühlschrank (wo sie seit Jahren darauf wartet, den Abgang von Odenthal und Lindholm, Ballauf und Schenk gebührend zu feiern)….

  2. Dieser Tatort war kaum noch auszuhalten, wie mittlerweile die meisten der Serie! Abstrus klischeebefrachteter Unsinn mit Dauergequatsche einer hilflos, Grimassen schneidenden völlig überforderten Routine-Darstellerin.

    Überzeugend war nur die Diekmann Leiche. Die Todesursache war aber sofort klar: „Loch in den Bauch gequatscht“ vom Burda-Furtwängler-Clan. Dafür gibt´s sogar die 11 auf der Skala.

    Jeder schwache Krimi aus Skandinavien ist 10 mal besser besetzt wie dieses Laienspiel. Skala bitte demnächst von -10 bis + 10 erweitern.

    Das Ende der Geschichte einfach nur noch schlechtes und lächerliches „Lara Croft“ Action-Theater.

    Sonst kann ich beim „Tatort“ im Regelfall wenigstens ungestört einschlafen, ging dieses Mal auch nicht, da ich im „Dauer-Kopf-Schüttel-Was-Ein Schwachsinn-Modus“ gehalten wurde.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*