Twitter experimentiert mit Emojis, Ex-Chef Costolo stärkt Jack Dorsey den Rücken

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Tech Nach den Herzen ist vor grinsenden, lachenden oder weinenden Gesichtern: Wie ein Nutzer auf Twitter entdeckte, scheint der 140-Zeichen-Dienst wie Facebook mit Emojis zu experimentieren. Tatsächlich tut sich in diesen Tagen einiges beim gefallenen Social Media-Liebling: In Brasilien wurde gestern als erstem Land nach den USA das neue Feature Moments ausgerollt. Der frühere CEO Dick Costolo äußerte sich unterdessen erstmals nach seinem Rückzug im Fernsehen – und stärkte Nachfolger Jack Dorsey vehement den Rücken.

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Das weltgrößte Social Network bleibt Trendsetter. Rund einen Monat, nachdem Facebook den Testphasen-Beginn des neuen Features ‚Reactions‘ in Irland und Spanien gestartet hat, mit dem Nutzer die Möglichkeit haben, durch sechs verschiedene Emojis ihre Befindlichkeit auszudrücken, scheint auch Twitter mit Emojis zu experimentieren.

Wie Mashable berichtet, ist einem Twitter-Nutzer die neue Option aufgefallen: Plötzlich stand die Möglichkeit zu Verfügung, auf Tweets mit zwölf verschiedenen Emojis zu reagieren.

Auf Nachfrage von Mashable reagierte Twitter mit einem vielsagenden Emoji: mit einem Affen, der die Hände vor den Mund hält.  Fakten schuf der frühere Social Media-Liebling unterdessen in  Südamerika: In Brasilien launchte der 140-Zeichen gestern als erstes Land nach den USA das neue News-Feature „Moments“.

Moments gilt als wichtiger Baustein in der Turnaround-Strategie des neuen Vorstandschefs Jack Dorsey, der in den vergangenen Wochen durch Aktionismus aufgefallen war: Der Stern wurde vom Herz als Favoritensymbol ersetzt, eigene Aktien wurden verschenkt, 336 Mitarbeitern gekündigt – doch die angeschlagene Twitter-Aktie findet weiterhin keinem Boden.

Dorseys Vorgänger Dick Costolo äußerte sich unterdessen erstmals nach seinem Ausscheiden im Juni über das Unternehmen, das er über fünf Jahre als CEO begleitet hatte. Auf CNBC stärkte der 52-Jährige seinem Nachfolger wiederholt den Rücken: Dorsey habe als Erfinder des Produkts „die moralische Autorität. Und er hat die Gabe, klar zu kommunizieren, was Twitter ausmacht.“

Gleichzeitig räumte Costolo mit der Vermutung auf, Dorsey sei nur zum permanenten Vorstandschef ernannt worden, weil niemand sonst den Job wolle. „Das ist Nonsens“, erklärte Costolo im CNBC-Interview. Der Aufsichtsrat habe mit zahlreichen Kandidaten gesprochen, die den Job wollten, sich dann aber für Dorsey entschlossen, weil er am besten verstehe, welche Veränderungen der 140-Zeichen-Dienst vornehmen müsse.

Die Wall Street ist davon indes weiterhin nicht so überzeugt wie Costolo: Die Twitter-Aktie ist bei Notierungen von nur noch 25 Dollar nicht nur unter den Ausgabekurs von vor zwei Jahren zurückgefallen, sondern dümpelt ebenfalls in der Nähe der Allzeittiefs herum. Seit Januar liegt das US-Internet-Unternehmen, in das zuletzt auch der frühere Microsoft-Chef Steve Ballmer eingestiegen ist, bereits um 30 Prozent im Minus.

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