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MEEDIA-Autorin Nora Burgard-Arp gewinnt Reportagepreis 2015

Autorin Nora Burgard-Arp, prämierte Arbeit über Magersucht: Medien zeichnen ein einseitiges Bild
Autorin Nora Burgard-Arp, prämierte Arbeit über Magersucht: Medien zeichnen ein einseitiges Bild

Nora Burgard-Arp gewinnt den Reportagepreis für junge Journalistinnen und Journalisten: Das Netzwerk JungeJournalisten.de, die Heinrich-Böll-Stiftung und Zeit Online ehren damit Burgard-Arps Beitrag „Das gestörte Bild“, erschienen im digitalen Wissenschaftsmagazin Substanz. "Sie schreibt über Magersucht – anschaulich, informativ und ohne Stereotype", begründete die Jury ihre Entscheidung.

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Der erste Platz ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro dotiert. Die Jury würdigte Nora Burgard-Arps Bemühungen, Leserinnen und Lesern die psychische Erkrankung Anorexia nervosa über das Gespräch mit Wissenschaftlern zu erschließen – auch über die menschliche Seite dieser Wissenschaftler. „Sie geht dabei nicht den üblichen Weg einer Betroffenheitsgeschichte, sie vermeidet jegliches Klischee“, heißt es in der Begründung der Jury. Die 30 Jahre alte freie Journalistin engagiert sich für eine andere Perspektive: „Dünne Mädchen vor dem Spiegel und ‚Germany’s Next Topmodel‘ – das sind die Bilder von Magersucht in den Medien“, sagt sie. „Die Forschung wird kaum dargestellt. Journalisten sollten aber die wissenschaftliche Sicht auf das Thema nicht vernachlässigen.“

Auch das zweitplatzierte Team bietet eine solche alternative Perspektive. Mariel Müller, Alexandra Reinsberg und Elisabeth Winter arbeiteten beim Münchner Ausbildungskanal afk tv mehrere Monate an ihrer Multimedia-Reportage „Fremde Freunde“ über Patenschaften zwischen Flüchtlingen und Deutschen. Die Jury lobte die Reportage der Autorinnen als einen Teil der Debatte über Willkommenskultur: „Das von ihnen vorgestellte Paten-Programm für Flüchtlinge bringt ein positives Beispiel in die Debatte ein und trotzdem erzählen die Autorinnen keine Heile-Welt-Geschichte.“ Ausgezeichnet wurde ihre Geschichte auch für die hochwertige filmische Optik, den spielerischen journalistischen Ansatz sowie den Einsatz von Infografik.

Den dritten Platz belegt Anke Dankers mit ihrer Multimedia-Reportage „Die Qual der Erinnerung“ für die Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Dankers begleitet darin sehr einfühlsam einen Bundeswehr-Soldaten, der nach einem Kriseneinsatz unter Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leidet. „Anke Dankers widmet sich damit eindringlich einem gesellschaftlichen Tabuthema und schafft Öffentlichkeit“, lobte die Jury. „Sie macht dies aus einer lokaljournalistischen Perspektive heraus und konnte ihre Redaktion von diesem schwierigen Thema überzeugen.“

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Insgesamt hatten junge Journalisten 99 Arbeiten zum Reportagepreis eingereicht. Die drei ausgezeichneten Reportagen wird Zeit Online noch einmal veröffentlichen. Der Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben.

 

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