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Terror in Paris: die mega-peinliche Schadenfreude-Werbung auf der Titelseite der Lübecker Nachrichten

Sonntagsausgabe der Lübecker Nachrichten nach den Attentaten von Paris: „Schadenfroh“ mit der Itzehoer Versicherung
Sonntagsausgabe der Lübecker Nachrichten nach den Attentaten von Paris: "Schadenfroh" mit der Itzehoer Versicherung

Alle Zeitungen widmen am Wochenende dem Terror in Paris mit emotionalen und solidarischen Headlines ihre Titelseiten. So auch die Lübecker Nachrichten, doch Käufer der Sonntagsausgabe waren peinlich berührt. Der Grund: ein über die Titelstory geklebte Anzeige für eine Versicherung, mit zwei lachenden Menschen und dem Slogan: "Schaden_froh mit der Itzehoer".

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Ganz offensichtlich hat bei der Produktion der Zeitung niemand mitgedacht und dafür gesorgt, dass das die Nachrichtenlage konterkarierende Anzeigen-Motiv im Druck-Prozess gestoppt wurde. So hat sich nicht nur die Regionalzeitung aus der Madsack-Gruppe blamiert; auch bei der Versicherung dürfte man kaum erfreut sein, dass die Schadenfroh-Kampagne direkt auf der Schlagzeile „Die Welt trauert mit Paris“ zu sehen ist.

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Alle Kommentare

  1. Ich empfinde diese „Baxer“ zu jeder Zeit als lästig und deshalb auch als werbeunwirksam. Wie der Text zur Nachrichtenlage steht, ist zufällig und durch die automatisierte Verarbeitung nicht unter Kontrolle der Redaktion. Kritik trifft die Versicherung: Das Wort „schadenfroh“ ist absolut unpassend, es bezeichnet die Freude über den Schaden des anderen. Es gibt keine Versicherung, die den Geschädigten „froh“ macht. Immer geht es nur um finanziellen (Teil-)Ausgleich. Wer dabei froh wird, ist wohl eher ein unentdeckter Versicherungsbetrüger.

    1. Endlich mal jemand, der den Nagel auf den Kopf trifft!
      Wer schon einmal einen (grösseren) Schaden bei einer Versicherung geltend machen wollte, weiß sehr wohl, wie diese ticken.
      Werbung das eine – Umgang mit den Kunden (Versicherungsnehmer) und Geschädigten das andere.
      Versicherungen sind NIE um das wohl der Menschen bedacht – sehr wohl aber um das eigene.

      Und zum Fauxpas mit dem fehlplatzierten Aufkleber:
      Redakteure bekommen in der Produktion nichts mehr davon mit – sehr wohl aber der Produktionsleiter. Wenn der mal seinen Job richtig gemacht hätte (so mit Gehirn einschalten), dann …

  2. Die Lübecker Nachrichten haben sich inzwischen für den Fauxpas entschuldigt:

    „Liebe Leserinnen und Leser,

    auf einem Teil der LN-Sonntagsausgabe haftet der Werbeaufkleber einer Versicherung. Der Slogan, ein Wortspiel mit dem Begriff schadenfroh, kann im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Anschläge in Paris zynisch wirken. Das liegt nicht in unserer Absicht. Wir bitten all jene, die darüber verärgert sind oder sich verletzt fühlen, um Entschuldigung.
    Ihre Redaktion der Lübecker Nachrichten“
    http://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Liebe-Leserinnen-und-Leser

  3. Nun ja, peinlich vielleicht. Aber schauen wir doch mal wer die Aufkleber da aufklebet und wie schnall das gehen muss. Da achtet nun wirklich keiner auf das Titelbild.

  4. Mensch, gibt es vielleicht irgendwas anderes, relevantes, zu berichten?

    Da ist halt ein Werbeaufkleber – so wie vorher gebucht – auf einem Produkt (Zeitung) plaziert worden. Man kann auch aus allem einen Aufreger kreieren!

    Aber ist schon richtig – auf der aktuellen Newswelle sollte auch meedia natürlich UNBEDINGT mitschwimmen – daher auch schnell noch getwittert, damit es noch WICHTIGER wird und eine Reichweitensteigerung dieses Portals bringt. Hhmmm – gehört zur Handelsblatt-Gruppe? Okay, haben die so was jetzt nötig? Oder ist das hier die Bild.de für Bessergestellte?

    1. Da haben Sie leider sehr recht. Mal abgesehen davon, dass ich mich über das, was ich hier mitunter so lese in Relation zum HB-Anspruch schon öfter gewundert habe, ist es leider ein grundsätzliches Problem.

      Gerade unter den elektronischen Medien hatte ALLE Dauerfeuer auf dem Sender – eine Sondersendung jagte die Nächste, und je aktueller man dran sein wollte, desto peinlicher wurde es – nicht nur, wenn man ernstzunehmende journalistische Standards zu Grunde legt. Am Schlimmsten war’s gestern Abend auf NTV, die offenbar wenig aussagefähige Livebilder von den Straßen und Plätzen Paris‘ in Endlosschleifen laufen ließen. Und zu deren Hintergründen so wenig bekannt war rsp. die BIlder so nichtssagend, dass die Offkommentare nicht mehr als hilfloses Gestammel bleiben mussten.

      Da hat das Internet das Fernsehen inzwischen eingeholt: Weil man bloß nichts verpassen will und darf, muss IRGENDWAS veranstaltet werden – und zwar JETZT. Die leicht antizipierbare Schei.., die dabei nur rauskommen kann, führt aber leider nicht zum entsprechend nötigen „Mut zur Lücke“ – schon gar nicht im Netz…

  5. Fehler sind menschlich – ich bin überzeugt, dass die Kollegen am Freitagabend alles getan haben, um die Ausgabe zu aktualisieren. Dass im Stress etwas übersehen wird, passiert. Kein Grund, das zum Riesenskandal aufzubauschen.

  6. Man kann sich auch künstlich über etwas aufregen.. Meedia versucht wohl einfach aus den Attentaten für sich Kapital zu schlagen. Spricht ja für die Qualität dieser Seite. Hebet ihn hoch diesen schlechten Redakteur, der diesen schlechten Spamartikel verfasst hat. Unnötige Kritik und schlechter Versuch eines Shitstorms.

    1. Nu, als ich vorhin an den Zeitungsstand trat und das sah (bin Lübecker …) war ich doch schon ein wenig vor den Kopf gestoßen. Sowas ist einfach eklig.

  7. Es ist ja nicht die erste Entgleisung dieser Art einer Zeitung der Madsack Gruppe, bereits 2006 platzierte diese neben einem Artikel über die Opfer von Ausschwitz eine Anzeige der EON mit dem Titel „wir liefern das Gas von morgen“. Fraglich ist, ob es sich wirklich um ein Versehen handelt oder eine bewußte Aktion…

    1. Das ist falsch. Die (denkbar schlecht platzierte) Eon-Anzeige war in der Lüneburger Landeszeitung. Das lässt sich übrigens einfach mithilfe der Internetseite http://www.google.de herausfinden. Fraglich ist, ob es sich bei dieser Unterlassung wirklich um ein Versehen handelt oder eine bewusste Aktion…

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