Hass im Netz: Facebook will härter durchgreifen und sperrt 188 Kommentare in Deutschland

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Digital Economy Mit der weltweiten Flüchtlingskrise sind Hasskommentare bei Facebook zu einem massiven Problem geworden. In einem Blogbeitrag erklärte das soziale Netzwerk, in den letzten Monaten härter durchgegriffen und weltweit über 20.000 Hasskommentare gelöscht zu haben. In Deutschland wurden 188 Beiträge gesperrt, die entweder den Holocaust geleugnet haben oder ein Hakenkreuz beinhalteten.

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„Die Zahl der Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen und deswegen gelöscht worden sind, ist zwischen 2014 und 2014 um 112 Prozent gestiegen“, verkündetet Facebook in ihrem Global Government Requests Report am Mittwoch. Im ersten Halbjahr dieses Jahres seien insgesamt 20,568 illegale Einträge gelöscht worden; im letzten Halbjahr 2014 hingegen seien es gerade mal 9707 gewesen.

In Deutschland wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 188 Beiträge gelöscht – Hasskommentare oder Äußerungen, die den Holocaust leugneten. Ob diese Zahl Bundesjustizminister Heiko Maas ausreicht, ist fragwürdig. Maas hatte Facebook immer wieder zu einem strengeren Umgang mit Hass und Hetze aufgefordert. In einem offenen Brief an Mark Zuckerberg beschwerte er sich vor allem darüber, dass Facebook „trotz entsprechender konkreter Hinweise rassistische und fremdenfeindliche Posts und Kommentare nicht effektiv unterbinde“. Würden solche Inhalte gemeldet, erhalte der Nutzer häufig lediglich die Rückmeldung, der Beitrag sei zwar geprüft worden, verstoße aber nicht gegen die von Facebook aufgestellten Gemeinschaftsstandards. Facebook sei aber gesetzlich verpflichtet, rechtswidrige Inhalte – etwa mit volksverhetzendem Charakter – unverzüglich nach Bekanntwerden zu löschen.

In dem Report heißt es weiter, dass auch die Behördenanfragen nach Nutzerdaten mit 18 Prozent deutlich gestiegen seien: Weltweit gab es insgesamt mehr als 40.000 solcher Anfragen, über 25.000 davon entfielen auf US-Strafverfolgungsbehörden. Doch auch in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sei die Anzahl amtlicher Anfragen deutlich gestiegen. Doch wie Facebook betonte, würden sie keiner Regierung direkten Zugang oder „Zugang durch die Hintertür“ zu ihren Daten zu gewähren.

Update, 12.11.2015, 16.00 Uhr
In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass Facebook gerade einmal 188 Hasskommentare in Deutschland gelöscht habe. Dies war nicht korrekt. Gegenüber MEEDIA erklärte Facebook, dass weitaus mehr Kommentare mit Hasssprache gelöscht worden wären. Die Zahl 188 bezieht sich auf diejenigen Beiträge, die insofern gegen die deutschen Gesetze verstoßen, als dass sie entweder den Holocaust leugnen oder ein Hakenkreuz beinhalten. Da dies lediglich in Deutschland verboten ist und beispielsweise nicht in den USA, wurden diese Kommentare auch nur in Deutschland gesperrt und waren in anderen Ländern nach wie vor sichtbar.

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Alle Kommentare

  1. Facebook löscht nur Hasskommentare die gegen Zionisten gerichtet sind .. Hass gegen Muslime und Mordaufrufe gegen Muslime .. verstoßen nicht gegen die Gemeinschaftsstandarts ! Selbst solche Sätze die „Dieser Christliche Verein XY müsste verboten werden ! werden durch Facebook gelöscht .
    Facebook unterstützt eindeutig rechte Propaganda gegen Muslim .. nur wenn jemand bei stillen ein stück Brust zeigt da iss Facebook ganz schnell am löschen .
    Bei Facebook giebt es auch keinen Vernüftigen Support oder ansprechpartner das ist auch noch ein Problem

  2. Komisch, bei Muhammad Marco Macrinus steht das
    „Mansur BJ Das is doch Quatsch, wir akzeptieren keine Zweistaatenlösung, das komplette Palästina von Norden bis Süden und von Westen bis Osten gehört den Arabern und Muslimen.
    Und die Zionisten ins Mittelmeer
    1 · 4. November um 12:10
    Muhammad Marco Macrinus
    Muhammad Marco Macrinus das iss Umweltverschmutzung“
    noch.
    Da hat FB nix gelöscht

  3. Also ist das Theater um Facebook einfach ein Nichtproblem. 188 Löschungen bei rund 21millionen Nutzer.

    Damit gehört Facebook definitiv ins Kinderprogramm.

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