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„Die Reisechecker“ bei RTL: der unangenehm schneidige Herr Llambi

„Es geht auch billiger“: Joachim Llambi
"Es geht auch billiger": Joachim Llambi

Weil der schneidige Joachim Llambi in seiner Rolle als Tanz-Scharfrichter bei „Let’s dance“ eine gute Figur macht, ist man beim RTL auf die Idee gekommen, Herrn Llambi markenmäßig auszubauen. Mit „Die Reisechecker“ durfte er jetzt sogar eine 90-Minuten Primetime-Show moderieren. Keine gute Idee.

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Denn sobald Llambi hinter seinem Jury-Pult von „Let’s dance“ hervortänzelt, wird es eher unangenehm. Seine auftrumpfende und rechthaberische Art funktionieren bei „Let’s dance“ auch darum, weil er mit Motsi Mabuse und Jorge Gonzales zwei ausgleichende Jury-Kollegen hat. Als One-Man-Moderator ist Llambi mindestens anstrengend.

Die Figur Llambi wurde von den Programm-Strategen beim RTL gekreuzt mit einer Art „Mario Barth deckt auf“-Format für Urlaubsreisen. Die üblichen „Promis“ (meist aus dem RTL-Kader) dazu und fertig ist die Show.

Die Sachen, die da „aufgedeckt“ werden, sind natürlich durch die Bank lachhaft. Das Billig-Hotel ist weiter vom Strand weg als im Katalog angegeben (bzw. vermutlich bezog sich die Katalog-Angabe auf die Luftlinie): Katalüge! Der Aufenthalt in einem 250.000 Euro teuren Luxus Wohnmobil ist erquicklicher als in einem Billig-Einmannzelt? Überraschung!

In Rom hat es viele Taschendiebe und man sollte aufpassen? Ja, sagemal! Dass RTL-Frühfrau Angela Finger-Erben dann zu doof ist, die Beförderungsbedingungen eines Billigfliegers zu lesen und überrascht tut, wenn Gepäck aufgeben und Vor-Ort-Einchecken extra kosten – geschenkt.

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An einigen Stellen konnte man so ein kleines bisschen ahnen, dass so ein Format unter gewissen Umständen sogar funktionieren könnte. Die „Challenge“, bei der Llambi und Mirja Bös sich mit möglichst wenig Geld durch Paris kämpfen mussten, war stellenweise ganz lustig. Und die Faxen, die Kaya Yanar zwischenzeitlich im Hintergrund machte, wirkten hier und da sogar spontan (Yanar: „Wie, Du bekommst von RTL keine Million für die Sendung?“ Llambi: „Nein“). Für 90 lange Minuten reicht das freilich nicht.

Positive Ansätze wurden aber ohnehin zunichte gemacht von der unangenehm schneidenden Llambi-Art des Moderierens und dem Glorifizieren einer grundsätzlich unsympathischen Geiz-ist-geil- und Beschwerdeführer-Mentalität („Das geht auch billiger!“). Dass Llambi auch noch penetrant sexistisch werden musste, machte die Sache nicht besser.

Als Verona Pooth ihr Uralt-Grammatik-Witzchen von „Es heißt ja auch in Verona“ abließ, merkte Llambi an: „Aber das hat nichts mit Reisen zu tun.“ Frau Finger-Erben führte er mit den Worten ein: „Sie kann morgens wie abends, sie kann eigentlich immer.“

Zwei Punkte für Herrn Llambi.

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