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Die AGOF-News-Top-50: Spiegel Online größter Verlierer, jetzt kommt auch Die Welt näher

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Unschöne AGOF-Zahlen für Spiegel Online. Mit einem Minus von fast einer Million Unique User ist man das Newsmedium mit dem größten Rückgang, ohne die mobilen Nutzer war man so schwach wie seit 2011 nicht mehr. Bild und Focus enteilen weiter, von hinten droht nun auch Gefahr durch Die Welt, die zu den Gewinnern des Monats gehört.

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15,47 Mio. Leser erreichte Spiegel Online im August, dem Monat, für den die AGOF nun Zahlen vorlegte. Das ist immer noch eine gewaltige Zahl, allerdings eine, die fast 1 Mio. unter den beiden Vormonaten liegt, den beiden ersten der neuen AGOF digital facts, die herkömmliches Internet und mobile Zahlen vereinen. Schaut man auf die Daten der herkömmlichen Website – ohne mobile Angebote also – so rutschte Spiegel Online erstmals seit September 2011 unter die 10-Mio.-Marke. Ein weiterer Vergleich: Im März erreichte man hier noch 12,70 Mio.

Bild und Focus Online büßten zwar auch relativ deutlich Nutzer ein, allerdings mit 360.000 und 440.000 zusammen weniger als Spiegel Online allein. Ihren Vorsprung bauten die beiden also aus, Bild zog zudem Focus Online wieder etwas davon. Hinter Spiegel Online pirscht sich allmählich Die Welt an: Mit 13,44 Mio. Unique Usern beträgt der Rückstand auf Spiegel Online zwar noch mehr als 2 Mio., doch vor zwei Monaten waren es noch mehr als 3 Mio. Ohne Mobile-Zahlen wäre Die Welt sogar schon an Spiegel Online vorbei gezogen: Hier erreicht man 9,62 Mio., SpOn nur noch 9,38 Mio.

Schaut man auf den Vergleich zwischen IVW- und AGOF-Daten, wird aber auch klar: Focus und Welt haben deutlich weniger Stammleser als Spiegel Online. Bei den Visits lag SpOn im August mit 193,7 Mio. nämlich noch meilenweit vor Focus (131,9 Mio.) und Welt (65,3 Mio.), erreichte also fast so viele wie die beiden Konkurrenten zusammen.

Neben der Welt gewannen in der Top Ten auch Süddeutsche.de und stern.de Leser hinzu, auf den Rängen 11 bis 25 zudem DerWesten, die Augsburger Allgemeine und vor allem die tz und news.de, die sich um mehr als 20% steigerten. Die prozentual gesehen deutlichsten Verlierer waren im August N24, das Handelsblatt und das manager magazin.

AGOF August 2015: Die Top 50 der Nachrichten-Angebote
Unique User August vs. Juli
1 Bild 18,21 -0,36 -1,9%
2 Focus Online 17,43 -0,44 -2,5%
3 Spiegel Online 15,47 -0,95 -5,8%
4 Die Welt 13,44 0,28 2,1%
5 Süddeutsche.de 9,22 0,02 0,2%
6 stern.de 8,93 0,59 7,1%
7 Zeit Online 8,45 -0,33 -3,8%
8 n-tv.de 8,29 -0,87 -9,5%
9 FAZ.net 6,35 -0,43 -6,3%
10 RP Online 5,41 -0,19 -3,4%
11 Huffington Post 5,03 -0,20 -3,8%
12 Der Westen 4,14 0,07 1,7%
13 N24 3,93 -0,50 -11,3%
14 Der Tagesspiegel 3,74 -0,20 -5,1%
15 Handelsblatt 3,46 -0,59 -14,6%
16 tz.de 2,84 0,53 22,9%
17 Express Online 2,75 -0,12 -4,2%
18 Hamburger Abendblatt 2,35 -0,06 -2,5%
19 news.de 2,32 0,53 29,6%
20 Augsburger Allgemeine Online 2,29 0,11 5,0%
21 Abendzeitung München 2,19 -0,24 -9,9%
22 manager magazin online 2,06 -0,48 -18,9%
23 Stuttgarter-Zeitung/-Nachrichten.de 2,01 -0,03 -1,5%
24 BZ-Berlin 1,88 -0,01 -0,5%
25 Merkur.de 1,82 -0,04 -2,2%
*: Unique User 14+ in Mio. – Quelle: AGOF / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 ging es vor allem für die Sächische Zeitung nach oben, die dank des 30%-Plus in die Top 50 sprang. 14,6% gewann zudem die Freie Presse hinzu. 10% und mehr verloren haben hingegen die Badische Zeitung, die taz, die HNA und die NWZ.

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AGOF August 2015: Die Top 50 der Nachrichten-Angebote
Unique User August vs. Juli
26 Berliner Morgenpost Digital 1,81 0,08 4,6%
27 WirtschaftsWoche 1,79 -0,17 -8,7%
28 mopo 1,78 0,05 2,9%
29 Neue Osnabrücker Zeitung 1,72 0,09 5,5%
30 Kölner Stadt-Anzeiger Online 1,67 -0,04 -2,3%
31 Frankfurter Rundschau online 1,66 -0,18 -9,8%
32 RuhrNachrichten.de 1,45 -0,03 -2,0%
33 Mitteldeutsche Zeitung 1,34 -0,01 -0,7%
34 Badische Zeitung Online 1,33 -0,21 -13,6%
35 taz.de 1,33 -0,19 -12,5%
36 Berliner Zeitung 1,31 -0,01 -0,8%
37 Südwest Presse Online 1,30 -0,13 -9,1%
38 shz.de 1,29 -0,09 -6,5%
39 Mediengruppe Thüringen 1,26 0,10 8,6%
40 Nordbayern 1,13 -0,10 -8,1%
41 Hannoversche Allgemeine Zeitung 1,08 0,09 9,1%
42 Berliner Kurier Online 1,06 -0,09 -7,8%
43 Südkurier 1,04 -0,08 -7,1%
44 Frankfurter Neue Presse 1,01 0,03 3,1%
45 HNA online 0,99 -0,11 -10,0%
46 Leipziger Volkszeitung 0,95 0,06 6,7%
47 Freie Presse 0,94 0,12 14,6%
48 SZ-Online 0,92 0,21 29,6%
49 Zeitungsgruppe MS/Westf. Nachr. 0,91 -0,03 -3,2%
50 NWZ 0,90 -0,10 -10,0%
*: Unique User 14+ in Mio. – Quelle: AGOF / Tabelle: MEEDIA

Der Blick auf die Einzel-Rankings der Internet- und Mobile-Zahlen zeigt sehr unterschiedliche Tendenzen. Während es in der Top 20 der herkömmlichen Websites nur drei Gewinner gibt, sind es in der mobilen Top 20 elf. In der Top 20 der traditionellen Websites ging es nur für stern.de, das Hamburger Abendblatt und die WirtschaftsWoche bergauf. Deutliche Einbußen verzeichnen hingegen die FAZ, N24, die Abendzeitung und das manager magazin.

AGOF August 2015: Die Top-20-News-Angebote nach Reichweite (nur Internet)
Unique User August vs. Juli
1 Bild 15,42 -0,30 -1,9%
2 Focus Online 14,10 -0,55 -3,8%
3 Die Welt 9,62 -0,07 -0,7%
4 Spiegel Online 9,38 -0,79 -7,8%
5 Süddeutsche.de 6,40 -0,19 -2,9%
6 Zeit Online 5,95 -0,43 -6,7%
7 stern.de 5,00 0,16 3,3%
8 n-tv.de 4,85 -0,47 -8,8%
9 FAZ.net 4,22 -0,62 -12,8%
10 RP Online 3,53 -0,16 -4,3%
11 Huffington Post 3,25 -0,14 -4,1%
12 Handelsblatt 3,20 -0,07 -2,1%
13 Der Westen 2,66 -0,01 -0,4%
14 Der Tagesspiegel 2,57 -0,25 -8,9%
15 N24 2,46 -0,43 -14,9%
16 Express Online 2,19 -0,15 -6,4%
17 Abendzeitung München 1,81 -0,30 -14,2%
18 manager magazin online 1,76 -0,37 -17,4%
19 Hamburger Abendblatt 1,69 0,01 0,6%
20 WirtschaftsWoche 1,68 0,14 9,1%
*: Unique User 14+ in Mio. – Quelle: AGOF / Tabelle: MEEDIA

Einige der Anbieter haben dabei ganz offensichtlich an der Weiche herum geschraubt, die die mobilen Nutzer entweder auf die herkömmliche oder auf die mobile Website lenkt. So gewann die FAZ bei den mobilen Zahlen 5,3% hinzu, die WirtschaftsWoche verlor hier hingegen – abseits der Top 20 – 32,7%. Auch das Handelsblatt verlor 30,8% seiner mobilen Nutzer, während es auf der herkömmlichen Website nur 2,1% waren. Große mobile Gewinne verzeichnen wiederum stern.de, sowie die tz, die Augsburger Allgemeine und news.de.

AGOF August 2015: Die Top-20-Angebote nach Reichweite (nur Mobile)
Unique User August vs. Juli
1 Spiegel Online 8,38 -0,37 -4,2%
2 Bild 7,39 -0,10 -1,3%
3 Focus Online 7,34 0,22 3,1%
4 Die Welt 5,51 0,46 9,1%
5 stern.de 4,62 0,53 13,0%
6 n-tv.de 4,12 -0,40 -8,8%
7 Süddeutsche.de 3,80 0,20 5,6%
8 Zeit Online 3,45 0,04 1,2%
9 FAZ.net 2,58 0,13 5,3%
10 RP Online 2,24 -0,03 -1,3%
11 N24 2,22 -0,21 -8,6%
12 Huffington Post 2,14 -0,06 -2,7%
13 Der Westen 1,81 0,04 2,3%
14 Der Tagesspiegel 1,41 0,09 6,8%
15 tz.de 1,36 0,36 36,0%
16 Augsburger Allgemeine Online 1,01 0,18 21,7%
17 news.de 0,98 0,35 55,6%
18 Express Online 0,92 -0,02 -2,1%
19 BZ-Berlin 0,89 -0,04 -4,3%
20 Handelsblatt 0,81 -0,36 -30,8%
*: Unique User 14+ in Mio. – Quelle: AGOF / Tabelle: MEEDIA
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Alle Kommentare

  1. Also selbst wenn man verliert wie Bild und Focus baut man den Vorsprung aus. Da können sich die Leutchen von Bild und Focus ja beruhigt zurücklehnen.
    Das Problem ist natürlich der Leser, der hat inzwischen mitbekommen: Kennst du einen Artikel im Spon oder sonst wo, kennst du alle. Nur mal ein kurzer Scroll über die Startseite und du kennst den täglichen Auftrag den die Redaktion erfüllen will, das langt. Der mündige Leser braucht doch keinen Salonsozialisten wie Augstein, um sich das Leben erklären zu lassen. Der sucht sich im WWW die Seiten und Facts, die ihm zusagen oder die ihn wirklich interessieren und da findet man z.B. bei den vielen lokalen Seiten viel mehr, als bei den großen Welterklärern im Elfenbeinturm. Von den ganzen anderen freien Blogs mal zu schweigen. Diese Seiten lassen keinen wirklichen Dialog mit ihren Lesern zu und das rächt sich halt auf Dauer. Dialog heißt ja nicht gleich einen Kommentar schreiben, sondern auch immer verschiedene und auch extreme Standpunkte anzubieten. Das verhindert aber die Schere im Kopf. Lieber teilt man das Land in dunkle und helle Deutsche ein und greint, wenn die dunklen Deutschen nicht ihre Klickzahlen erhöhen, damit sich Spon und Konsorten auf die Schulter klopfen können.

  2. Spiegel Online veröffentlicht seit längerem keine Kommentare zur Flüchtlingsfrage. So wie ich das Verstanden habe, wollen sie der rechten Hetze kein weiteres Forum bieten. Vielleicht hat diese Maßnahme Auswirkung auf die Statistik. Obwohl man darüber Streiten kann was besser ist, seinen Frust in einem Kommentar los zu werden, oder gewalttätig auf der Straße. (oder beides?) Dieser Kommentar ist neu!

  3. Spiegel Online veröffentlicht seit längerem keine Kommentare zur Flüchtlingsfrage. So wie ich das Verstanden habe, wollen sie der rechten Hetze kein weiteres Forum bieten. Vielleicht hat diese Maßnahme Auswirkung auf die Statistik. Obwohl man darüber Streiten kann was besser ist, seinen Frust in einem Kommentar los zu werden, oder gewalttätig auf der Straße. (oder beides?)

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