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Der „Jahrhundert-Lotse“ geht von Bord: Medien und Menschen trauern um Helmut Schmidt

Helmut Schmidt: 1918 – 2015
Helmut Schmidt: 1918 - 2015

Der Altkanzler und langjährige Herausgeber der Zeit, Helmut Schmidt, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Zahlreiche Medien, Kommentatoren und Nutzer gedenken Helmut Schmidt in Nachrufen und sozialen Medien. MEEDIA hat einige der ersten Nachrufe, sowie eine Reihe von Tweets und Links zu besonderen Gesprächen mit Helmut Schmidt zusammengestellt.

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In einer Sonderausgabe des Newsletters „Elbvertiefung“ äußert sich Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo zum Tod Helmut Schmidts:

Helmut Schmidt ist tot und wir, die ihn überlebt haben, müssen jetzt erwachsen werden. Ob wir es wollen oder nicht.

Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser sagt:

Ich bin sehr glücklich, dass ich einen so klugen, liebenswürdigen und immer hilfsbereiten großen Mann über 16 Jahre regelmäßig treffen durfte. Wir werden ihn unendlich vermissen.

Bei Spiegel Online würdigt Hans-Jürgen Schlamp Helmut Schmidt als „Der Jahrhundert-Lotse“ :

Am Ende seines langen Lebens gilt Schmidt den Deutschen als beliebtester Politiker der jüngeren Geschichte, als „coolster Kerl Deutschlands“, als „bedeutendster Kanzler“ – noch mehr geschätzt als Konrad Adenauer. Aus „Schmidt-Schnauze“ wurde am Ende ein Weiser, der durch den Qualm seiner Zigarette den Deutschen die Welt erklärt. Ein Lotse, der die Richtung weist. Mit der Weisheit eines Lebens, das die deutsche Geschichte 96 Jahre lang persönlich erfahren hat, seit den Turbulenzen der Weimarer Republik und dem Wahnsinn in Nazi-Deutschland.

Stern.de zeigt das Leben von Helmut Schmidt in 22 Bildern.

Jochim Stoltenberg geht in seinem Nachruf in der Berliner Morgenpost auf die besondere Beziehung Helmut Schmidts zu Berlin ein:

Dass sein Verhältnis zu Berlin und damit zum damaligen West-Berlin ein allenfalls gedämpftes war, hängt auch damit zusammen, dass Helmut Schmidt das politische Personal der Stadt als allenfalls mittelmäßig einstufte.

In der Süddeutschen erinnert Thorsten Denkler an Helmut Schmidt als „Mehr als ein Jahrhundert-Kanzler“ :

Es soll Menschen geben, die kauften Die Zeit, deren Herausgeber er war, allein um im beiliegenden Zeit-Magazin die letzte Seite zu lesen. „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ hieß das wöchentliche Kurz-Interview mit Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Nach den Terminen musste di Lorenzo sein Büro in der Hamburger Redaktion ausgiebig lüften, weil es Schmidt selten bei nur einer Zigarette beließ.

Bei Bild.de schreibt Hans-Jörg Vehlewald: „Mit Helmut Schmidt geht eine deutsche Instanz“ :

Eine dieser vertrauten Szenen wird für immer unvergessen bleiben. Es war im Sommer 2007. Loki lag nach einer OP in der Klinik. Der Rücken! Die Tür geht auf, Helmut tritt ein ins Krankenzimmer, die Zigarette schon auf dem Klinikflur angezündet, als gäbe es kein Rauchverbot.

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