Westerwelle bei Jauch: „Mutig. Authentisch. Ehrlich. Offen“

Guenther-Jauch-tweet.jpg

Fernsehen Guido Westerwelle war zu Gast bei Günther Jauch und sprach über seine Krebserkrankung. Einigen TV-Kritikern hatten etwas auszusetzten. Viele Twitterer dagegen beeindruckte der Auftritt des ehemaligen Politikers.

Werbeanzeige

„Aber was hat dieses Thema bei Günther Jauch in der Sendung zu suchen?“, fragt Sylvie-Sophie Schindler bei stern.de. „Vielleicht liegt’s am Heimweh nach der guten, alten Stern TV-Zeit, das eben manchmal durchbricht.“ Weiter fragt sie: „Muss eine Sendung deshalb gut sein, weil über Krebs gesprochen wird? Muss sie nicht“. Wie auch bei seinen politischen Sendung hätte Jauch auch diesmal wieder viele Chancen vertan. „Vor allem: Die Sendung war zu lang, zumindest für die Fragen, die Herr Jauch dabei hatte.“

Jörg Thomann, FAZ.net: „Zum Ende der angenehm ernst verlaufenen Sendung aber wollte Jauch es noch einmal wissen und ratterte alle Themen der politischen Agenda herunter, um Westerwelle zu fragen, ob es tatsächlich ‚keine Chance‘ gebe, dazu etwas von ihm zu hören. Westerwelle lächelte sanft und entgegnete nach einer ganz kurzen Pause: ‚Genau‘. Damit war ja alles gesagt, und wo es sonst häufig heißt: ‚Hier hätte er unbedingt nachfragen sollen‘, galt diesmal das Gegenteil: Hier hätte er unbedingt nicht nachfragen sollen. Tat er aber leider doch, mit dem vielleicht überflüssigsten ‚Warum?‘ seiner Karriere. Grundsätzlich meint Jörg Thomann allerdings, dass die Sendung „ insgesamt sehr ordentlich gelang“.

Irene Habich, sah sich für Spiegel Online die Sendung an. Sie beeindruckte vor allem die emotionalen Worte, die Westerwelle fand. Immerhin stünden sie in einen Kontrast zum bisher bekannten Bild des Politikers. „Als politische Talkshow zum Thema Krebs vergibt die Jauch-Sendung durch die Wahl ihrer Gäste aber auch Chancen. Gesundheitspolitische Fragen wurden komplett ausgespart – obwohl sie durchaus eine Vielzahl von Menschen betreffen.“

Focus.de sieht eine Sendung, die „ein Aufruf an alle“ sein soll, „nicht aufzugeben“. „Ein Aufruf auch an jene, Stammzellen zu spenden. Zwischen den Sätzen könnte man auch gehört haben, dass es ein Buch Westerwelles gibt, das nun erscheint, „Zwischen zwei Leben“, aufgeschrieben zusammen mit dem DLD-Chefredakteur Dominik Wichmann“.

Die Welt geht jedoch nicht so hart mit Jauch ins Gericht: „Vielleicht gehört ein solches Thema nicht in die politische Talkshow am Sonntagabend, Jauch ist wahrscheinlich nicht mal der geeignetste Moderator, um die Leidensgeschichte eines Leukämie-Patienten im Gespräch aufzuarbeiten. Trotzdem dürfte die Sendung zu den besten gehören, die Jauch am Sonntagabend moderiert hat.“

Für den Tagesspiegel notierte Barbara Nolte: „Kein Kampf gegen die Gäste, sondern ein einfühlsames Gespräch über Leukämie“. Ihr Fazit: Die Sendung war „empathisch, ohne voyeuristisch zu sein“.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige