Schickler kommt, Mitarbeiter gehen: SWMH streicht bis zu 75 Stellen

SWMH-Geschäftsführer Richard Rebmann
SWMH-Geschäftsführer Richard Rebmann

Der nächste Spar-Hammer in der Zeitungslandschaft: Am Donnerstag hat die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) bekanntgegeben, dass innerhalb von zwei Jahren 70 bis 75 Jobs gestrichen werden. Die Maßnahmen betreffen die gesamte Unternehmensgruppe (u.a. Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten) und machen auch vor der Süddeutschen Zeitung, an der die SWMH die Mehrheit hält, nicht halt.

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In einer Pressemitteilung des Medienhauses heißt es zur Begründung: „Um die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Unternehmensgruppe zu sichern und weiter auszubauen, wird die SWMH ihre internen Vorgänge den sich wandelnden Rahmenbedingungen der Medienbranche anpassen.“ Die Veränderungen beträfen „die Bereiche Anzeigensachbearbeitung, Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen, Facility-Management und SZ-Leserservice“. Die Abläufe in diesen Bereichen sollen nach Darstellung des Verlags „weiter harmonisiert und sofern sinnvoll, zentralisiert werden“. Dazu gehöre auch, dass in der Anzeigensachbearbeitung und dem SZ-Leserservice „künftig mehr Aufgaben von externen Dienstleistern erbracht werden“.

Die Maßnahmen seien das „Ergebnis einer detaillierten Analyse, insbesondere der kaufmännischen Prozesse“. Gemeint ist der unter dem Projektnamen OPTIV („Optimierung interner Verlagsprozesse“) erfolgte Einsatz der Unternehmensberatung Schickler, bei dem laut Verlag „konzernübergreifend Arbeitsprozesse durchleuchtet“ worden seien. Das Ergebnis weist – wie so oft beim Einsatz der von außen geholten Berater – in Richtung Job-Abbau.

Bei der SWMH heißt das: Neben der Aktualisierung und Harmonisierung der eingesetzten Software und der Optimierung von Arbeitsprozessen seien daher auch „Anpassungen im Personalbereich“ nicht zu vermeiden. Rund 70 bis 75 Stellen sollen laut SWMH in den kommenden zwei Jahren wegfallen. Der Abbau solle „sozialverträglich und, soweit möglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen“.

Bereits im Frühjahr hatten die geplanten Kürzungen für Unruhe bei der SWMH gesorgt. Die Belegschaft der Zeitungs-Holding wehrte sich damals gegen die Sparpläne der Unternehmensberatung Schickler und drohte sogar mit Streik. Nun heißt es, die Arbeitnehmervertreter seien über die anstehenden Maßnahmen informiert. Mit den zuständigen Betriebsräten würden in Kürze umfassende Beratungsgespräche aufgenommen.

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Alle Kommentare

  1. Bald kommen die ersten Automaten die vollautomatisch PR-Meldungen aus Politik, Wirtschaft und Medien redigieren. Was man da wieder sparen kann… Aber eins ist auch sicher: Irgendwann gibt es Automaten, die sämtliche Unternehmensberater samt ihrer Einsparklientel ersetzen können. Denn wenn echte Menschen für echtes Geld keine anständige Zeitung mehr bekommen, dann braucht es auch keine Verlagshäuser mehr. Ohne Geben – kein Nehmen!

    1. „Anständigen Zeitungen“ – kann man heute praktisch schon nicht mehr bekommen – also alles OK – keine Verluste – außer auf Seite der Presse-Huren …

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