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PwC-Studie: Digital-Erlöse klettern bis 2019 auf 43 Prozent

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Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers prognostiziert der Medien- und Unterhaltungsbranche bis 2019 ein größeres Wachstum als der Gesamtwirtschaft. Grund seien höhere Werbeerlöse und steigende Konsumentenausgaben. Aus den Investitionen in Werbung wird das Digital-Segment als klarer Sieger hervorgehen.

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Bis 2019 soll die deutsche Unterhaltungs- und Medienbranche laut German Entertainment and Media Outlook“-Studie von PricewaterhouseCoopers auf einen Umsatz von 75,6 Milliarden Euro kommen, was einem Wachstum von durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr entspräche. Das Gesamtwirtschaftswachstum werde sich auf jährlich 1,6 Prozent belaufen.

Grund für den rasanten Anstieg in der Medienbranche sollen weiter höhere Ausgaben für Werbung sein, allen voran in digitale Medien. Das Werbevolumen insgesamt werde um durchschnittlich 2,6% pro Jahr auf knapp 19,3 Milliarden Euro steigen. Der Anteil der Erlöse aus digitalen Medien am Gesamtmarkt lag 2014 bei 35 Prozent und soll bis 2019 ein Niveau von 43 Prozent erreichen. Allein die Online-Erlöse werden nach Einschätzung der Beratungsexperten bis 2019 durchschnittlich um 6,6% pro Jahr wachsen. Der Anteil der Erlöse aus Onlinewerbung an den Gesamtwerbeerlösen wird dabei von 33% im Jahr 2014 auf 41% 2019 steigen. Infolge der starken Zunahme der Zahl der Smartphones und Tablets ist mobile Onlinewerbung hierfür einer der größten Treiber.

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Unter dem Wachstum des Digitalen wird vor allem das Printsegment weiter leiden. „Wir rechnen in den kommenden Jahren mit einem anhaltenden Rückgang der Werbeeinnahmen“, so die Studie. Weniger stark bergab solle es für Vertriebserlöse gehen, „da Bezahlschranken bei digitalen Inhalten verlorene Printverkäufe ausgleichen“.

Abgesehen von der Wirtschaftsentwicklung in Zahlen haben die Analysten von PwC auch Prognosen auf inhaltlicher Ebene erstellt. So seien journalistische Produkte laut Studie gut damit beraten, weiterhin auf Qualitätsjournalismus und „hochwertig aufbereitete Fotostrecken“ zu setzen, da diese „weiterhin einen entscheidenden Kauffaktor für den Konsumenten darstellen“. Dies gelte vor allem für Special-Interest-Titel.

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Im Digitalen gehe es vor allem darum, Monetarisierungsmöglichkeiten für Mobil-Inhalte zu finden, so PwC. Nach PwC-Angaben sei die Bereitschaft, für redaktionelle Inhalte im Netz zu bezahlen, steigend. Im Jahr 2014 hätten 34% der Internetuser (Vorjahr: 25%) im Durchschnitt 15,10 Euro (2013: 13,60 Euro) im Monat für redaktionelle Onlineangebote ausgegeben. Aber derzeit lehnten dies noch immer rund 60% der Internetnutzer ab. „Sie begründen dies unter anderem mit dem ausreichenden Angebot kostenloser Inhalte, mangelnder Qualität bzw. einem nicht angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis sowie damit, dass der Bezahlvorgang im Internet zu kompliziert sei. Die Verlage müssen die Herausforderungen, die mit den mobilen Zugriffen auf ihre digitalen Inhalte verbunden sind, annehmen, indem sie hochwertige Produkte und Strategien realisieren, die auf allen Plattformen tragfähig sind“, heißt es in der Studie.

Wie sich Journalismus-Produzenten Wege für die Monetarisierung überlegen müssen, stehe auch die Werbung treibende Wirtschaft vor der Herausforderung mobiler Plattformen. Es gehe darum, mobile Internetwerbung zu etablieren, so PwC. „Trotz hoher Durchdringung von mobilem Internet (62% im Jahr 2014) und eines hohen Umsatzwachstums ist der Anteil mobiler Internetwerbung am gesamten Onlinewerbeumsatz noch immer klein. Um diese Lücke zu schließen, können Werbungtreibende zum einen in hochwertige Anzeigen investieren und zum anderen neue Werbeformen über alle Plattformen hinweg, insbesondere für soziale Netzwerke, entwickeln, die gezieltes Targeting durch datengesteuerte und algorithmusbasierte Werbung ermöglichen.“

(ms)

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Alle Kommentare

  1. Interessant das der Gesamtanteil der Branchensegmente am Werbemarkt 2014 bei 104 % lag und 2019 sogar bei 107 % liegen wird. Auch wenn man die <1% nicht berücksichtigt, muss man die Verteilung in Frage stellen.

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