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GoPro im freien Fall: der brutale Börsenabsturz des Actioncam-Überfliegers

Nicholas Woodman startete mit der Action-Cam GoPro eine rasante Erfolgsgeschichte. Doch das neue Modell ist ein Flop, den die Börse gnadenlos abstraft
Nicholas Woodman startete mit der Action-Cam GoPro eine rasante Erfolgsgeschichte. Doch das neue Modell ist ein Flop, den die Börse gnadenlos abstraft

Was hoch fliegt, kann umso tiefer fallen: Diese Lehre der Schwerkraft muss 2015 eine der Überfliegeraktien des vergangenen Jahres machen – GoPro. Der Actioncam-Hersteller befindet sich im freien Fall: Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mehr als halbiert, seit dem Allzeithoch sind gar 70 Prozent abhanden gekommen. Der Grund: GoPro ist teuer, das neue Mini-Modell Hero4 Session ein Flop, Analysten werfen das Handtuch.

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Es war eine der größten Erfolgsstories des vergangenen Börsenjahres: Neuling GoPro, der im Sommer 2014 an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq debütierte, konnte seinen Wert in nur drei Monaten fast vervierfachen.

Vom Ausgabekurs bei 24 Dollar zischte die GoPro-Aktie auf über 91 Dollar ab. Der 2002 vom Vorzeige-Surfer Nicholas Woodman gegründete Hersteller von wasserdichten und stoßsicheren Videokameras war damit in der Spitze plötzlich  mehr als 10 Milliarden Dollar wert. Im Kontext: Das waren seinerzeit alleine drei Milliarden Dollar mehr als Dax-Mitglied Lufthansa.

Kurseinbruch um 70 Prozent binnen eines Jahres

Der Grund für die Anleger-Euphorie: Die Actioncams waren Kult, besonders die seinerzeit gerade veröffentlichte neue Generation Hero 4 elektrisierte. Doch was hoch fliegt, kann bekanntermaßen auch schon übel abstürzen: „Jeder, der glaubt, dass GoPro zehn große Jahre Wachstum vor sich hat“ – denn das würde die aktuelle Bewertung implizieren – „der halluziniert“,  mahnte Henry Blodget seinerzeit bereits zur allergrößten Vorsicht.

Und Blodget sollte Recht bekommen. Die GoPro-Aktie notierte vergangene Woche nur noch wenige Dollar vom Ausgabekurs des Vorjahres entfernt: bei gerade mal 27 Dollar – mehr als 50 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn und sogar 70 Prozent als zu den Allzeithochs vor einem Jahr.

Banken senken den Daumen
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Dabei verläuft die fundamentale Geschäftsentwicklung von GoPro durchaus vielversprechend: Die Umsätze im jüngsten Quartal zogen um mehr als 70 Prozent auf 420 Millionen Dollar an, während zwischen April und Juni unterm Strich ein Nettogewinn von 35 Millionen Dollar hängen blieb – im Vorjahresquartal fielen noch Verluste von 19 Millionen Dollar an.

In allererster Linie ist der happige Kurseinbruch von GoPro die Folge einer Vertrauenskrise, die so viele Börsendebütanten im zweiten Jahr an der Wall Street durchgemacht haben – Twitter lässt grüßen. Investmentbanken ließen den Highflyer des vergangenen Jahres zuletzt wie eine heiße Kartoffel fallen: Morgan Stanley strich das Kursziel letzte Woche von 62 auf 35 Dollar drastisch zusammen und beschleunigte damit seinerseits den Ausverkauf.

GoPro-Crash kostet Gründer 1,5 Milliarden Dollar

Die Sorgen vor dem anhaltenden Absturz werden allerdings auch mit den jüngsten Entwicklungen im Kerngeschäft begründet: So verkauft sich die erst im Juli gelaunchte neue, kleine Actioncam Hero4 Session offenbar weitaus schlechter als erhofft. GoPro senkte den Preis von 399 auf 299 Dollar – nach nur drei Monaten.

Eine Chance, Anlegervertrauen zurückzugewinnen, bekommt Unternehmensgründer Nick Woodman in rund zwei Wochen wieder, wenn GoPro sein neues Zahlenwerk für das abgelaufene September-Quartal präsentiert. Woodmans Vermögen hat sich durch den Börsencrash seit Jahresbeginn entsprechend mehr als halbiert – 1,5 Milliarden Dollar gingen dem Gründer 2015 bereits durch die Lappen. Virtuell, natürlich.

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Alle Kommentare

  1. GoPro Produkte liefern super Bildqualität und auch die Verarbeitung ist gut. Dennoch war es auf kurz oder lang klar, dass ein solches Produkt für zig hunderte von Euro der Konkurrenz im Preis-/Leistungskampf zum Opfer fallen wird. Klar andere Anbieter Sony und Rollei haben zwar Schwächen im Gesamtangebot aus guter Verarbeitung, Videoqualität etc., aber sie treffen anscheinend das Kundenbedürfnis mit günstigeren Preisen und kleineren Abstrichen eher als GoPro dies im Moment tut.

  2. Mich wundert das ehrlich gesagt gar nicht. Die anderen Hersteller schlafen nicht und haben mittlerweile sehr gute Produkte am start, die einen Vergleich zur GoPro nicht scheuen müssen. Vor allem im Bereich bis 200 Euro gibt es diverse Actioncams die meiner Meinung nach im Preisleistungsverhältnis deutlich vorne liegen. Klar ist das auch alles eine Frage der Qualität, aber ist diese wirklich den teilweise extremen Preisunterschied wert?

  3. Ich finde es trotzdem sehr übertrieben, die GoPro Produkte so schlecht darzustellen.. Auch weil diese Produkte an Qualität deutlich über der Konkurrenz liegen!!

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