Streik bei der „Tagesschau“: NDR-Grafiker legen Arbeit nieder

Ver.di-Sekretär Wolfgang Kreider rief am Donnerstag zum Streik beim NDR auf
Ver.di-Sekretär Wolfgang Kreider rief am Donnerstag zum Streik beim NDR auf

Am Donnerstag rief die Gewerkschaft ver.di Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg und Hannover zum Warnstreik auf. In Hannover legten daraufhin rund 60 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. In Hamburg Lokstedt folgten zunächst die "Tagesschau"-Grafikerinnen und Grafiker dem Aufruf, woraufhin sich noch 40 weitere Kollegen aus anderen Bereichen anschlossen, um ihre Solidarität zu demonstrieren.

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Ver.di hatte zu den Warnstreiks aufgerufen, weil die Tarifverhandlungen mit dem NDR nicht vorankommen. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet hat, soll der Streik in Hannover von08.30 Uhr bis nach 10 Uhr gedauert haben. Die Grafik der „Tagesschau“ habe ihre Arbeit nach 10 Uhr niedergelegt.

Warnstreik bei der Tagesschau

Warnstreik bei der Tagesschau

„Der NDR versucht, in der aktuellen Tarifrunde eine Kürzung der betrieblichen Altersversorgung zu erzwingen. Dazu benutzt er die Verhandlungen über Honorare und Gehälter“, zitiert das Hamburger Abendblatt Ver.di-Sekretär Wolfgang Kreider Die Gewerkschaft lasse sich nicht erpressen und am heutigen Freitag werde wieder zwischen NDR und Ver.di verhandelt.

Auch in Berlin hatte ver.di am Donnerstag zum Streik aufgerufen: Hierbei stand der Protest gegen eine Kürzung der Betriebsrenten im Vordegrund. Etwa 75 Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks versammelten sich in der Hauptstadt und bereiteten der Arbeitgeberseite vor den Verhandlungen zur Altersversorgung einen lautstarken Empfang. Sie forderten: Hände weg von unseren Renten!

Warnstreik in Berlin

Warnstreik in Berlin

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Alle Kommentare

  1. Erst macht !Wer?Die!! einen Tarifvertrag, der dem öffentlichen Dienst weit überlegen ist für die Rundfunkanstalten und nun sind sie dagegen?
    Wer?Die!
    Es ist schon schwer, ein Leben auf Kosten von Millionen Wohnungen finanzieren zu wollen!!!

    1. Mit den Fakten zum Streit um die Altersvorsorge könnte man ganze Bücher füllen, und auch ich habe nicht alle komplizierten Details verstanden. Aber unterm Strich lässt es sich auf diese Formel bringen:

      Lange Zeit hatten die Rentner der Öffentlich-Rechtlichen sehr auskömmliche Renten. Das ist aber schon lange vorbei. Denn schon bevor der öffentliche Dienst nachzog, haben die Gewerkschaften bei den Rundfunkanstalten Einschnitten von etwa einem Drittel zugestimmt. Dadurch war die Altersversorgung lange nicht mehr so attraktiv wie einst.
      Damit lagen nun öffentlicher Dienst und Rundfunkanstalten vom Vorsorgeniveau etwas gleich niedrig.

      Was nun von Arbeitgeberseite gefordert wird, ist: Die Gewerkschaften sollen einer weiteren Absenkung um ein Drittel zustimmen. Und hier ist dann endgültig der Punkt erreicht, wo es nicht mehr lustig ist…

      Im Übrigen: Hier implizit Selbstbedienung anzuprangern, ist schlicht nicht durch Fakten gedeckt. Der Rundfunkbeitrag hält schon seit vielen Jahren mit der Inflation nicht mehr Schritt. Hier ist die eigentliche Ursache für Kaputt-Spar-Orgien zu suchen, die im Übrigen auch ganz konkret die Programmqualität bedrohen.

      Wer sich über das Programm beschwert, sollte sich für einen Rundfunkbeitrag einsetzen, bei dem Qualität nicht schleichend durch Inflation bedroht wird, anstatt Neid-Debatten anzuzetteln!

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