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Good-Mensch-Rap: die FPÖ und ihr peinlicher Hetz-Song zur Wien-Wahl am Wochenende

Keine der hier gezeigten Personen erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis
Keine der hier gezeigten Personen erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis

Angela Merkel hat zur Überraschung aber auch wirklich ALLER Beteiligten jetzt doch nicht den Friedensnobelpreis gewonnen. Menno! Dafür hat sie diese Woche ein Interview gegeben. Auch schön. Weniger schön ist der Wahlkampf-Rap der österreichischen Rechtspopulisten von der FPÖ. Und ProSieben grantelt auf Twitter gegen die ARD. Der MEEDIA Wochenrückblick.

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Diese Woche gab es viel Aufmerksamkeit für das Anne Will-Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ich persönlich fand das Interview sehr gut, und zwar sowohl von der Moderation her als auch von den Reaktionen der Kanzlerin. Für die Sendung wurde “Anne Will” auf die arbeitnehmerfreundliche Uhrzeit 21.45 Uhr vorverlegt. Der Lohn für Kanzlerinbesuch plus frühe Anfangszeit plus Reizthema waren 3,75 Mio. Zuschauer. Das war eine gute Einschaltquote für Anne Will. Noch bemerkenswerter finde ich aber, dass der Marktanteil bei den 14- bis 19-Jährigen bei 10 Prozent lag. In dieser Altergruppe hat das Erste im 12-Monatsdurchschnitt sonst einen Wert von 4 Prozent (Zahlen mit freundlicher Empfehlung von meinem Kollegen Jens Schröder). Überdurchschnittlich viele Jugendliche haben also dieses komplexe und eine hohe Konzentration verlangende Hardcore-Politik-Gespräch verfolgt. Ganz ohne “Say what!”-Klimbim. Vielleicht für die Macher der gerade so angesagten Jugendportale auch mal eine Überlegung wert.

Eine besonders schöne Reaktion lieferte die Kanzlerin übrigens auf die Frage nach dem Friedensnobelpreis. Befeuert von der dpa hyperventilierten zahlreiche Medien nämlich die Borderline-Spekulation, Merkel sei womöglich unter den Favoriten für den Preis. Wie die Kanzlerin da angesichts dieser Quatsch-Spekulation geradezu angewidert das Gesicht verzog, das war richtig lustig. Das mit dem Friedensnobelpreis war übrigens wirklich ziemlicher Dünnsinn. Denn laut Preis-Regularien wurde die Nominiertenliste bereits im Februar geschlossen. Und da war noch keine Rede von Flüchtlingskrise.

Warum das mit dem Friedensnobelpreis für die Kanzlerin Unfug war, können Sie hier bei Thomas Knüwer detailliert nachlesen.

Wegen den Unsicherheiten in der Flüchtlingsfrage spüren derzeit rechtspopulistische Parteien in Meinungsumfragen einen gewissen Aufwind. In Deutschland betrifft das die Lucke-lose AfD, in Österreich die FPÖ. An diesem Sonntag wird in Wien gewählt und FPÖ-Kandidat Heinz-Christian Strache hatte die Idee, seinen Wahlkampf mit einem Wahl-Rap bei YouTube anzuheizen. Das war insofern eine wirklich gute Idee, weil man es sich nach Ansicht des Videos vielleicht doch noch einmal überlegt, ob man diesen Figuren seine Stimme geben will. Wenn Sie auf das Video klicken, kommen sie gleich an die Stelle, an der “HC Strache” selbst anfängt zu rappen. Textprobe: “Die Jobs gibt’s erstmal für die Wiena, weil die soll’n wieder g’scheit verdiena.”

Gscheit samma net. Abba fesch!

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Bei Twitter haben sich die Leute der ARD-Pressestelle gefreut, dass ihre “Tagesschau”-Kollegen in den Twitter-Mediencharts von MEEDIA so dolle abgeschnitten haben (Platz 6).

Ob es dieser Freudenausbruch in eigener Sache war, der die Top-Twitteratis von ProSieben (Platz 1) gleich darauf sticheln ließ

Für alle Nicht-Fußball-Fans zur Einordnung: Jürgen Klopp wurde heute als Trainer des FC Liverpool vorgestellt und Kloppo sagte auf der Pressekonferenz “I am the normal one.” Er ist ganz ohne Zweifel ein König des gut platzierten One-Liners.

Ihnen ein wunderbares normal one Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Als Wahlsong für eine Partei finde ich den Clip ausgesprochen gut – kurz und knackig, besser als jedes Plakat. Alles wird gesagt. Parteiprogramm in Noten sozusagen.

    Und wer das irgendwie peinlich findet, sollte sich einfach mal den einen oder anderen Erguss eines deutschen „Künstlers“ antun. Diverse Elaborate systemtreuer und weltfremder Journalisten stehen diesen an Dämlichkeit und Weltfremdheit aber häufig kaum nach.

    Alle diese Leutchen haben ein Problem: Sie halten sich für eine über dem tumben Volk stehende Elite; sie sind es aber nicht ansatzweise …

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