Marken-Apps für YouTuber, Promis und Medien: das US-Startup Victorious expandiert nach Europa

Christoph Poropatits, General Manager bei Victorious
Christoph Poropatits, General Manager bei Victorious

Victorious ist ein üppig finanziertes US-Startup mit Sitz in Los Angeles, das auf Community-Apps für Promis, derzeit vor allem YouTuber, spezialisiert ist. Auf der Mipcom in Cannes gab Victorious bekannt, seine Geschäfte nun auch auf Europa und Asien auszudehnen. Auch in Deutschland ist bereits der erste Kunde an Bord. MEEDIA sprach mit Christoph Poropatits, dem General Manager von Victorious für die D-A-CH-Region.

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Einige Leute aus dem Victorious-Top-Management kommen von YouTube oder dem YouTube-Umfeld. Creative Officer Bing Chen war vorher Global Head of Creator Development and Management bei YouTube. Executive Chairman und Investor Dean Gilbert war YouTubes Vice President and Global Head of Content and Operations. Zu den Investoren von Victorious gehören große Namen wie die im Silicon Valley beheimatete Venture-Capital-Gesellschaft Kleiner Perkins, die zu den größten und renommiertesten VC-Firmen gehört, Ashton Kutchers A-Grade Investments und auch Bertelsmann Digital Media Investments. MEEDIA-Gesprächspartner Christoph Poropatits ist bei Victorious als General Manager für den Ausbau des Geschäfts in der D-A-CH-Region zuständig, er sitzt in der neuen Europa-Dependance in London. Auch Poropatits hat eine YouTube-Vergangenheit. Zuletzt hat er beim deutschen YouTube-Vermarkter Mediakraft gearbeitet, davor war er selbst bei Googles Video-Tochter angestellt. Im Gespräch mit MEEDIA erzählt er über das Geschäftsmodell von Victorious, die Pläne über YouTuber-Apps hinaus und den ersten Kunden aus Deutschland.

Was ist die Idee hinter Victorious?

Victorious ist eine mobile Fan-Plattform. Jeder Künstler, Sportler oder Medienschaffende sucht nach geeigneten Wegen, um mit Fans zu kommunizieren. Wir wollen für diese Leute eine persönliche App anbieten, mit deren Hilfe sie mit ihren Fans interagieren können. Diese Apps werden andauernd aktualisiert und mit neuen technischen Features versehen. 

In den USA sind schon einige Victorious-Apps gestartet. Haben Sie ein Beispiel einer prominenten Person, die eine ihrer Apps nutzt?

Das prominenteste Beispiel ist wohl Ryan Higa, dessen YouTube-Kanal „Nigahiga“ mit über 15 Millionen Abos zu den meist abonnierten der Welt gehört. Er macht Comedy und hat lange nach einer Möglichkeit gesucht, wie er sich mit seinem Stammpublikum, seinen Superfans, austauschen kann. Die App von Ryan ging Anfang Juni in die beiden App-Stores, also iOS und Android, und hat schon sehr, sehr viele Downloads. Wir sprechen hier von einem hohen sechsstelligen Bereich.

Das Wort „Superfan“ fällt in der Selbstbeschreibung von Victorious häufig. Was ist ein „Superfan“?

Ein Superfan ist ein Fan, der noch diesen Extra-Schritt geht. Jemand, der nicht nur auf related Videos klickt, sondern eine starke Verbindung zu einer Person oder Marke hat. Jemand, der beispielsweise Konzerte oder Veranstaltungen besucht und pro-aktiv Teil der Community rund um einen Star oder eine Marke sein will.

Bislang hat Victorius vor allem Apps für YouTuber gemacht. Ist es geplant, das Modell auf andere Promis auszuweiten?

Auf jeden Fall. Wir arbeiten jetzt schon mit Medienunternehmen zusammen, zum Beispiel mit Russia Today oder TF1 …

Das sind aber ja gar keine Personen, sondern Medienunternehmen.

Ja, wir machen für diese Medienunternehmen auch Apps. Wir bieten diesen Unternehmen mit unseren Apps die Möglichkeit, Inhalte einfach zu erstellen und zu teilen. Das braucht viel Wissen und Engineering Power. Russia Today und TF1 sind überzeugt, dass diese Apps für die Interaktion mit ihren Fans gut funktionieren. Ob das Ryan Higa ist oder Russia Today ist, ist ganz egal. Auch eine Person kann eine Marke sein. Madonna würde wahrscheinlich jeder als Musikmarke bezeichnen, auch wenn dahinter eine Person steht. Es gibt auch zu Nicht-Personenmarken eine emotionale Bindung.

Wie sieht das Geschäftsmodell von Victorious aus – wie wollen Sie Geld verdienen?

In einem ersten Schritt sollen die Apps unsere Partner von den Möglichkeiten begeistern und eine hohe Reichweite aufbauen. Wenn es dann sehr viele Nutzer für die Apps gibt, ist die Video-Vermarktung und In-App-Purchase-Vermarktung eine sehr einfache Sache.

Das bedeutet, Victorious würde anteilig an In-App-Erlösen beteiligt werden?

Genau, für uns ist das eine Partnerschaft auf Augenhöhe. So haben wir auch immer einen Anreiz die Apps weiter zu entwickeln und die Reichweite der Apps zu erhöhen. Dafür gibt es ein Revenue-Share-Modell.

Victorious will u.a. in Europa expandieren, werden Sie nun auch in Deutschland aktiver?

Als Startup werden wir nicht in allen Ländern Büros eröffnen. Wir haben jetzt ein Büro für Gesamt-Europa in London und eines in Singapur für Asien. Aber wir werden sicher viel Wachstum in Deutschland haben, das ist ein sehr wichtiger Markt. Ich selbst arbeite seit Jahren mit deutschen Medienunternehmen zusammen und hoffe, dass ich viele für Victorious begeistern kann.

Haben Sie schon Kunden aus Deutschland Bord?

Das Kölner Medienunternehmen Athletia Sports wird als erstes Projekt mit uns gemeinsam die App von Freekickerz launchen. Die sind auch Facebook und bei YouTube mit fast 2,9 Millionen Abos sehr aktiv.

In einem Bericht war zu lesen, dass Victorious in einer ersten Finanzierungsrunde 13 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt hat. 

Wir sind sehr froh über die hochkarätige Zusammensetzung unserer Investoren, die insgesamt mehr als dreimal so viel in uns investiert haben und großartige strategische Partner sind.

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