SZ räumt zwei Mal ab: Das sind die Gewinner des Deutschen Journalistenpreises 2015

Preisträger, Juroren und Partner des djp 2015
Preisträger, Juroren und Partner des djp 2015

Die Süddeutsche Zeitung wurde am Mittwoch gleich zwei Mal mit dem Deutschen Journalistenpreis 2015 ausgezeichnet. Beide Male wurden das Investigativ-Team um Hans Leyendecker prämiert. Weitere Auszeichnungen erhielten unter anderem Journalisten von der Wirtschaftswoche, der Zeit und dem Manager Magazin sowie von Impulse.

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Das Investigativ-Team der SZ, bestehend aus Bastian Brinkmann, Christoph Giesen, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer und Teamchef Hans Leyendecker, wurde zum einen in der Kategorie „Bank und Versicherung“ für die Recherche der Serie Swiss Leaks ausgezeichnet, in der sie im Februar 2015 nachwiesen, wie das Geldinstitut HSBC mit Steuerhinterziehern Geschäfte machte.

In der Kategorie „Offenes Thema“ erhielten Leyendeckers Jungs gemeinsam mit Journalist Klaus Ott eine weitere Auszeichnung für die Berichterstattung über Wege, auf denen internationale Konzerne umstrittene Steuerkonstruktionen in Luxemburg zur Senkung ihrer Abgabenlast nutzen. Ihre im November 2014 publizierte Artikelserie „Luxemburg-Leaks“ würdigte die Jury als „hochrelevanten investigativen Beitrag mit großer politischer Wirkung, hervorragend recherchiert und verständlich geschrieben“.

In der Kategorie „Mobilität und Logistik“ ging der Preis an den Impulse-Journalisten Felix Wadewitz. Er wurde von der Jury für seinen Artikel „Der Tod am Strand von Chittagong“ausgezeichnet, der im Oktober 2014 erschien. Wadewitz beschreibt, wie  wie an Asiens Küsten ohne Rücksicht auf Mensch und Natur ausgediente Ozeanriesen verschrottet werden.

Beim Thema „Innovation & Nachhaltigkeit“ räumten Kerstin Bund, Marcus Rohwetter und Fritz Schaap für einen Bericht über künstlich erzeugte Nahrungsmittel ab. Ihre Botschaft: Gemüse, Fleisch und Eier kommen bald aus dem Labor – was gruselig klingt, den Hunger aber besiegen kann. „Das Ergebnis umfangreicher Recherchen, publiziert am 29. April 2015 in der Wochenzeitung Die Zeit unter der Überschrift „Das jüngste Gericht“, überzeugte die djp-Jury als exzellent geschriebener Überblick über ein spannendes Innovationsthema.“

Ebenfalls djp-Preisträger 2015 ist Max Haerder, der für ein Interview in der Wirtschaftswoche in der Kategorie „Bildung und Arbeit“ ausgezeichnet worden ist. Darin erklärte der Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales der Stadt Mannheim, dass die Hartz-Reformen ein Erfolg waren. „Die Jury war insbesondere beeindruckt vom prägnanten journalistischen Stil, wechselnd zwischen sehr lebendigen Interviewpassagen und vertiefenden Hintergrundinformationen unter der Überschrift „Trösten und Triezen“. Der Protagonist komme dem Leser sehr nahe, so dass man ihn am liebsten selbst kennenlernen möchte.“

In der Kategorie „Vermögensverwaltung“ ging der Preis nach Hamburg. Mark Böschen vom Manager Magazin befasste sich in seinem Artikel „#Ausgeschwärmt“ mit Social Trading. „Für die Jury hat der Preisträger  ein relevantes Thema informativ, ausgewogen und unterhaltsam aufbereitet und spannend personalisiert.“

Nominiert waren 45 der insgesamt 358 teilnehmenden Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich mit 436 Beiträgen aus 82 Medien um den djp 2015 beworben hatten oder dafür von Lesern empfohlen wurden.

Der djp prämiert jährlich herausragende Print- und Online-Artikel, die sich mit Themen aus der Wirtschafts- und Finanzwelt befassen. Damit würdigt der Veranstalter „die Bedeutung, die ein engagierter und qualifizierter Journalismus für das Verständnis wirtschaftlicher Strukturen und Entwicklungen hat“.

Der 52-köpfigen djp-Jury gehören Herausgeber, Chefredakteure und Ressortleiter führender Wirtschaftsmedien aus Deutschland, der Schweiz und Österreich an, ebenso die Leiter mehrerer renommierter Journalistenschulen. Seitens der Wirtschaft und Wissenschaft engagieren sich neben je einem Vertreter jedes djp-Partners Repräsentanten von Verbänden, Unternehmen und Hochschulen in den einzelnen Themen-Jurys. Die Juroren bewerten alle Wettbewerbsbeiträge in anonymisierter Form. Eine Liste der Jury-Mitglieder finden Sie hier.

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Alle Kommentare

  1. Die Aufdeckung von Schandtaten ist sicher lustig.
    Zumindest für unsere Regierung und ihre Lobbyisten.
    Die dürfte das kaum stören…

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