Axel Springer kauft den Business Insider (fast) komplett für knapp 400 Mio. Euro

Mathias Döpfner kaufte den Business Insider für knapp 400 Mio. Euro – doch das Zukunftsprojekt ist noch nicht profitabel
Mathias Döpfner kaufte den Business Insider für knapp 400 Mio. Euro – doch das Zukunftsprojekt ist noch nicht profitabel

Es wurde schon spekuliert, jetzt ist der Deal fix: Axel Springer kauft den Business Insider (fast) komplett und legt für weitere 88 Prozent 306 Mio. Euro (343 Mio. US-Dollar) auf den Tisch. Der Kaufpreis entspricht damit auf Basis von 100 Prozent rund 395 Mio. Euro (442 Mio. US-Dollar). Gründer Henry Blodget bleibt an Bord.

Anzeige
Die Vereinbarung zum Erwerb weiterer 88 Prozent an der Wirtschafts-Info-Website wurde heute geschlossen. Springer sieht darin einen wesentlichen Baustein, seine digitale Reichweite weltweit zu steigern und das journalistische Portfolio im englischsprachigen Raum zu erweitern. Die Expansion in den englischsprachigen Raum ist erklärtes Ziel von Vorstandschef Mathias Döpfner. Zuletzt scheiterte die Übernahme der britischen Financial Times, weil die japanische Nikkei Group ein höheres Gebot vorlegte. Axel Springer ist bereits mit rund neun Prozent an der Gesellschaft des Business Insider beteiligt und hält nach dem Kauf rund 97 Prozent der Business Insider-Anteile. Bezos Expeditions, die persönliche Investmentfirma von Amazon-Chef Jeff Bezos, wird die weiteren Anteile halten.

Henry Blodget, Gründer, Chief Executive Officer und Editor-in-Chief (Chefredakteur), sowie Julie Hansen, Chief Operating Officer und President, werden Business Insider auch künftig in den jeweiligen Funktionen führen. Zudem bleiben sie durch ein langfristiges Aktienoptionsprogramm im Unternehmen investiert.

Springer-CEO Döpfner: „Mit dem Erwerb von Business Insider setzen wir unsere digitale Wachstumsstrategie fort und investieren wie angekündigt in digitale journalistische Unternehmen im anglo-amerikanischen Raum. Business Insider hat neue Maßstäbe im digitalen Wirtschaftsjournalismus weltweit gesetzt. Henry Blodgets Art des digitalen Storytellings erreicht die Entscheider von morgen. Gemeinsam werden wir Wachstumspotentiale ausschöpfen mit neuen Themenangeboten, neuen Standorten und neuen digitalen Inhalten. Wir freuen uns darauf, mit Henry Blodget, Julie Hansen und dem außergewöhnlichen Business Insider-Team gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Ich freue mich außerdem sehr, dass unser enger Partner Ken Lerer mit von der Partie ist.“

Henry Blodget: „Wir sind enorm beeindruckt, wie sich Axel Springer für unabhängigen Journalismus einsetzt und von der globalen Vision des Unternehmens für die Zukunft. Wir freuen uns sehr, unsere Kräfte mit einem so smarten, vorausschauenden Team zu bündeln. Wir sind gespannt darauf, gemeinsam ein großes, weltweites Nachrichtenunternehmen für das digitale Jahrhundert aufzubauen.“

Zum Business Insider gehört mit BI Intelligence außerdem ein kostenpflichtiges Recherche- und Nachrichtenangebot. Business Insider wurde 2007 von Henry Blodget, Kevin Ryan und Dwight Merriman gestartet und beschäftigt über 325 Mitarbeiter, davon ca. die Hälfte Journalisten. Das Unternehmen ist zurzeit neben den USA in sieben weiteren Ländern mit eigenen Ausgaben oder über Lizenzen präsent. Eine deutsche Ausgabe wird im vierten Quartal durch die Springer-Tochter finanzen.net eingeführt. Weitere Ländereditionen sind in Planung.

Die Website kommt acht Jahre nach dem Start laut Zahlen des Marktforschers Comscore auf 76 Millionen Besucher im Monat.

(swi)

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wieviel Umsatz macht Business Insider – und womit? Wieviel Gewinn? Seit wann? Wie haben sich die Geschaeftszahlen in den vergangenen Jahren entwickelt? Wie preiswert ist somit Springers Erwerb?

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige