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Ernüchternde Einjahres-Bilanz des deutschen Buzzfeed: Traffic-Zwerg ohne Buzz im Social Web

Buzzfeed-Deutschland-Chefredakteurin Juliane Leopold
Buzzfeed-Deutschland-Chefredakteurin Juliane Leopold

Nach einem Jahr hat Buzzfeed Deutschland den Durchbruch noch nicht geschafft. Traffic-Zahlen wurden zum Geburtstag des Ablegers der global rasant wachsenden Medienmarke so gut wie keine kommuniziert, die Verantwortlichen gaben sich zugeknöpft. Warum, erklärt ein Blick in die Sozialen Netzwerke.

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Juliane Leopold hat 8.700 Follower bei Twitter. Juliane Leopold ist außerdem seit einem Jahr Chefredakteurin von Buzzfeed Deutschland – und die haben nur 3.800 Follower. Juliane Leopold erklärt sich diese Schwäche beim Pressegespräch zum einjährigen Jubiläum damit, dass Twitter in Deutschland „nur von Journalisten“ genutzt werde und für den Traffic keine Rolle spiele. Selbst Pinterest sei wichtiger für die Seite als Twitter.

Am allerwichtigsten ist hierzulande für Buzzfeed aber Facebook und da kommt man immerhin auf 27.000 Likes. Bei einem anderen Magazin wäre das nach einem Jahr eine durchaus respektable Zahl – es gibt alteingesessene Medienmarken, die auf weniger kommen. Für den deutschen Ableger der weltweit bekanntesten Social News Seite ist das aber natürlich zu wenig. Nur mal im Vergleich: Die Hauptseite aus den USA kommt inzwischen auf 5.3 Millionen Likes und hat innerhalb der letzten Woche mehr dazugewonnen (33.000), als Buzzfeed Deutschland insgesamt hat.

Wie viele Besucher Buzzfeed Deutschland hat, will Leopold nicht verraten. Offenbart wird nur, dass im Vergleich zum September des Vorjahres ein hoher prozentualer Zuwachs zu beobachten sei. Die konkreten Zahlen sollen erst kommuniziert werden, wenn die Vermarktung beginnt, erklärt die Chefredakteurin. Momentan habe man den Luxus, sich nur um Inhalte, Bekanntheit und den Aufbau einer Community kümmern zu dürfen.

Wann die Vermarktung der Inhalte beginnen soll, ist noch nicht klar, zunächst wolle man weiter wachsen. Auch beim wichtigsten Faktor dafür – dem Personal – ist das Wachstum noch relativ gering: Aus den drei Mitarbeitern vom Start sind inzwischen acht geworden. In diesem Jahr sollen noch weitere folgen.

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Das „organische Wachstum“ zeigt sich sowieso als der Trend schlechthin bei der Geburtstagsfeier. Anstatt zweifelhaften einmaligen Klicks hinterherzurennen, will Buzzfeed lieber eine lebendige Community. Auf die Frage, ob es denn nicht auch zum Prinzip Buzzfeed gehört, jeden Tag aufs neue um die Aufmerksamkeit der User zu kämpfen, erwidert Leopold, dass man von einem einmaligen Besucher, der enttäuscht werde, nichts habe. Der käme nicht wieder zurück. Eine Anspielung auf das umstrittene, deutsche Buzzfeed-Copycat heftig.co (1,7 Millionen Fans bei Facebook, mehrere Millionen Besucher im Monat), zu denen man sich aber nicht in Konkurrenz sehe.

Sowieso schaue man nicht zu sehr darauf, was die andern machen, erklärt Leopold. Man teste lieber, was auf der eigenen Seite funktioniere und was nicht. Und dass es da durchaus Potenzial gibt, zeigen zwei konkrete Zahlen, die dann doch noch offenbart wurden. Zwei Artikel mit über einer Million Visits habe es im ersten Jahr gegeben. Das ist nur ein Mini-Bruchteil dessen, was die US-Seite jeden Tag verzeichnet, aber immerhin ein Anfang.

Unterm Strich ist die Bilanz aber blass. Buzzfeed Deutschland fehlt bislang das Zeug zum echten Buzz.

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Alle Kommentare

  1. Tja, damit haben Buzzfeed Deutschland und Krautreporter ja eines gemeinsam: sie wurden als bessere Alternative zum herkömmlichen Verlags-Journalismus gehypt – und reißen beide nix…

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