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Mit Jan Böhmermann, Roberto Blanco und Iris Berben: Die ZDF-Realsatire „Lerchenberg“ ist zurück

Sascha (Sascha Hehn) und Billie (Eva Löbau)
Sascha (Sascha Hehn) und Billie (Eva Löbau)

Die neuen Folgen der ZDF-Sitcom "Lerchenberg" schließen dort an, wo die erste Staffel aufgehört hat: Sascha Hehn ist zurück auf dem Lerchenberg und hat ein großes Ziel: Charakterschauspieler werden. Helfen soll ihm dabei Redakteurin Billie. Die zweite Staffel bleibt auf dem Niveau der ersten: selbstironisch und erfrischend, auch wenn hier und da der Tiefgang fehlt.

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„Deutschland nimmt Abschied von Sascha Hehn.“ So beginnt der Nachruf auf den „Traumschiff“-Kapitän, den das ZDF vorsichtshalber schon mal vorproduziert, um ihn griffbereit ins Archiv zu legen. Zahlreiche Promis kommen darin zu Wort, zum Beispiel Roberto Blanco („Dass man mich nicht ernst nimmt, musste ich mir hart erarbeiten. Aber ihm flog das einfach zu“), Jan Böhmermann („Er hat so viele Rollen gespielt, die mir immer unvergesslich bleiben. Zum Beispiel diesen Dings… Dieses, wo er da diesen einen“) sowie Iris Berben und Wayne Carpendale. Dazwischen schneidet die Redaktion Ausschnitte aus unzähligen Schmalz- und Kitsch-Rollen. Als Sascha Hehn davon Wind bekommt, trifft er die Entscheidung: Als Witzfigur möchte er nicht in Erinnerung bleiben, sondern als ernsthafter und tiefgründiger Schauspieler.

Die ZDF-Sitcom „Lerchenberg“ geht am Freitagabend in die zweite Runde. Darin bietet Sascha Hehn Redakteurin Billie (Eva Löbau) einen Deal an: Billie wurde in Staffel eins strafversetzt und verkauft als trauriges Mainzelmännchen Eis an verzogene Kinder. Sie darf raus aus dem Kostüm und wieder in die Redaktion – wenn sie Hehn dafür anspruchsvolle Charakterrollen besorgt.

Zum 50. Jubiläum des ZDF zeigte der öffentlich-rechtliche Sender im Frühjahr 2013 die vierteilige Sitcom zum ersten Mal. „Lerchenberg“ wurde von Felix Binder (Regie, Buch), Maren Lüthje (Produktion, Buch) und Florian Schneider (Produktion, Buch) gemeinsam mit dem Team der Redaktion Das kleine Fernsehspiel (Milena Bonse, Katharina Dufner) und ZDFneo entwickelt. 2014 folgte die Grimme-Nominierung und jetzt eine zweite Staffel.

Das ZDF setzt dabei auf Bewährtes: Hehn spielt sich selbst wieder ebenso arrogant wie sympathisch („Vielleicht bin ich einfach zu schön, um in dieser Neid-Gesellschaft als Charakterdarsteller ernstgenommen zu werden“) und der Sender darf sich über sich selbst lustig machen: Die „Leute heute“-Moderatorin wird von Redakteurin Billie als „neue Blondine, sonst nix“ abgestempelt, Jan Böhmermann aus der „Krabbelgruppe ZDFneo“ erpresst eine eigene, große Abendshow und Veronica Ferres, Götz George, Til Schweiger und „der kleine Carpendale“ nehmen Schauspielunterricht bei der großen, preisgekrönten Iris Berben, die sich selber als manische (Stoff-)tiermöderin spielt. Außerdem fließen falsche Tränen, ehrgeizige junge Frauen schlafen mit ihren Vorgesetzten und eine Redakteurin zwingt ihren Praktikanten, ein Drehbuch zu stehlen.

Lerchenberg

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„Lerchenberg“ macht vor allem eins: Spaß. Wirklich weh tut die Satire dabei niemandem. Die neuen Folgen sind auch dieses Mal wieder selbstironisch und neben den vielen ZDF-Schmonzetten erfrischend bissig.

Das ZDF veräppelt sich selbst – bleibt dabei jedoch, wie auch schon in der ersten Staffel, sicher an der Oberfläche. Bekannte Kritikpunkte wie Quotendruck werden zwar thematisiert, die Strukturen der öffentlich-rechtlichen Anstalt oder die Intendanz jedoch nicht kritisch hinterfragt.

Das ZDF zeigt „Lerchenberg“ ab dem 18. September um 23 Uhr im ZDF, ab dem 24. September läuft die Serie zusätzlich um 23.45 Uhr bei ZDFneo. In der Mediathek sind alle vier Folgen jedoch bereits zu sehen.

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