„Das Meer ist beängstigend“: Französischer Reporter filmt Flucht im Schlepperboot

Ein französischer Reporter fuhr mit syrischen Flüchtlingen übers Meer
Ein französischer Reporter fuhr mit syrischen Flüchtlingen übers Meer

Ein Reporter und eine Kamerafrau des französischen Fernsehsenders France 2 sind gemeinsam mit über 60 Flüchtlingen in einem Schlepperboot über das Ägäische Meer nach Griechenland gefahren – und haben die Überfahrt gefilmt. Sogar als der Motor ausfiel, lief ihre Kamera weiter. Die eindringlichen Bilder veranschaulichen die große Gefahr, der jeden Tag hunderte Menschen ausgesetzt sind.

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Ein Schepperboot hält an der türkischen Küste, Flüchtlinge kommen aus ihrem Versteck und klettern nach und nach an Bord: Frauen, Männer, Kinder. Alle sind angespannt, die Sorge ist ihnen ins Gesicht geschrieben: In dem kleinen Motorboot ist nur wenig Platz. Mit diesen Bildern beginnt eine Reportage des französischen Journalisten Franck Ganeauzeu.

Das Video dokumentiert, wie bedrohlich die Situation in den Schlepperbooten ist. Noch vor dem Start gibt es die erste Panne: Das Boot steckt fest, viele Flüchtlinge steigen wieder aus, um anzuschieben. Als es endlich fährt, erklärt der Schlepper noch schnell den Motor und schwimmt dann selber zurück an die Küste.

10 Kilometer sind es bis nach Griechenland, die Überfahrt soll 45 Minuten dauern. Doch schon bald fängt der Motor bedrohlich an zu rauchen, um schließlich nach der Hälfte der Strecke den Geist komplett aufzugeben. Die Journalisten filmen weiter und fangen mit ihrer Kamera die Angst an Bord ein: Die Flüchtlinge beten gemeinsam zu Allah, dann versuchen sie, mit Pfiffen und den Lichtern ihrer Handys auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich ruft der Reporter Franck Genauzeau selber die Küstenwache. Gerettet werden die Insassen nach vier Stunden von einem kleinen Fischerboot.

Dem Reporter und seiner Kamerafrau ist es mit ihren Aufnahmen gelungen, die Gefahr zu dokumentieren, der sich täglich hunderte Flüchtlinge aussetzen. „Das Meer ist beängstigend“, sagt ein Syrer am Ende der Reportage in die Kamera. Ein anderer: „Danke, Griechenland.“

Franck Ganeauzeu teilt seine Erfahrungen auch bei Twitter. „Es gibt Reportagen, die Sie prägen und es gibt andere… Und dann gibt es die, die Leben prägen“, schreibt er. Außerdem rechnet er vor, wie viel die Schlepper verdient haben: „2000 Euro pro Erwachsener, 1000 Euro pro Kind. Das macht ungefähr 100.000 Euro für die Schleuser, nur für diese eine Überfahrt.“

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Alle Kommentare

  1. Von der Türkei (sicherer Staat ohne Krieg) nach Griechenland (EU). Netter Film über illegale Einwanderung in die EU. Der Sinn des ganzen ist mir unklar.

    Klar ist so eine Überfahrt gefährlich. Aber auch nötig wenn man schon in einem sicheren Land (Türkei) ist???

    Frau Merkels Worte haben solchen Irrsinn auch mit ausgelöst. Vielleicht sollte Sie noch mal richtig stellen „das die EU-Staaten“ nicht jeden aufnehmen und diese Personen sich schon mal überhaupt nicht Ihr Gastland aussuchen können. Würde vielleicht ein paar Leute von den Booten fernhalten…

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