Axel Springer soll mit einer Mehrheitsübernahme des Business Insider liebäugeln

Mathias Döpfner kaufte den Business Insider für knapp 400 Mio. Euro – doch das Zukunftsprojekt ist noch nicht profitabel
Mathias Döpfner kaufte den Business Insider für knapp 400 Mio. Euro – doch das Zukunftsprojekt ist noch nicht profitabel

Es wäre eine naheliegende Übernahme: Axel Springer könnte den Business Insider kaufen. Über das Interesse des Berliner Verlagshauses an einer Mehrheitsbeteiligung am boomenden US-Blogkonglomerat berichtet das Manager Magazin in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Springer besitzt laut MM bereits sieben Prozent am Business Insider und bereitet gerade den Deutschlandstart von Henry Blodgets Tech- und Finanzwebsite vor.

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Es wäre ein Coup ganz nach der Handschrift von Mathias Döpfner: Axel Springer könnte die Mehrheit  am boomenden US-Blogkonglomerat Business Insider übernehmen. Über diese Überlegungen des deutschen Verlagsriesen, der in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand und Nachdruck die Digitalisierung seines Geschäftsmodells vorangetrieben hat, berichtet das Manager Magazin in seiner morgen erscheinenden Ausgabe.

Springer ist seit Jahresbeginn am Business Insider beteiligt: Seinerzeit hatten die Berliner eine Finanzierungsrunde über 25 Millionen Dollar angeführt und eine Minderheitsbeteiligung erworben. Wie das Hamburger Wirtschaftsmagazin berichtet, liegt die Springer-Beteiligung bei sieben Prozent.

Schnelle Verflechtungen nach Springer-Einstieg

Die Verflechtungen zwischen Berlin und New York waren bereits in den Folgemonaten zu beobachten: Im Mai trat Business Insider-Gründer Henry Blodget als Headliner auf der von Axel Springer veranstalteten Noah-Konfernez in Berlin auf.

Mitten im Sommerloch überraschten die neuen Partner dann mit der Nachricht eines baldigen Deutschlandstarts des Business Insiders unter der Regie der Springer-Tochter Finanzen.net. Wenig später waren bereits die Facebook-Präsenz als auch erste Testartikel auf Finanzen.net zu besichtigen. Das deutsche Angebot soll im vierten Quartal starten.

Mehrheitsübernahme für mittleren dreistelligen Betrag

Wie das Manager Magazin berichtet, soll das jedoch nur der Anfang sein. Aus „Finanzkreisen“ wollen die Hamburger von Springers Griff nach der Mehrheit erfahren haben, den sich der MDax-Konzern einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten lassen wolle.

Damit hätten die New Yorker, die noch Anfang 2014 mit 100 Millionen Dollar bewertet wurden, in den vergangenen Monaten einen enormen Bewertungssprung gemacht. Sollte Springer nur leicht über 50 Prozent am Business Insider erwerben und dafür den kolportierten dreistelligen Millionenbetrag im mittleren Bereich hinblättern (also zwischen 400 bis 600 Millionen Dollar/Euro), würde die Bewertung des acht Jahre alten Blogkonglomerats in Richtung der Milliardengrenze anschwellen.

Absurd wäre die Summe nicht: Vertikale Angebote wie Vice und Vox Media sowie Viral-Portale wie BuzzFeed haben in den vergangenen Monaten die Milliarden-Grenze bereits deutlich hinter sich gelassen.

Döpfner: „noch konsequenter auf rein digitalen Journalismus setzen“

Überraschend wäre Springers aggressive Wette auf boomende Digitalangebote der Nullerjahre keinesfalls. „Aus kleinen Medienangeboten werden sich Gelddruckmaschinen entwickeln, die Reihenfolge ist wie bei Google oder Facebook: erst Reichweite aufbauen, dann monetarisieren“, ließ sich der Springer-Chef vielsagend vom Manager Magazin entlocken.

Konkret kommentieren wollte der 52-Jährige die Übernahmegerüchte nicht, ließ aber durchblicken, er wolle „noch konsequenter auf rein digitalen Journalismus setzen“.

Ausgelöst habe den neuerlichen Akquisitionshunger unterdessen die im Juli knapp gescheiterte Übernahme der britischen Financial Times. „Die geplante „FT“-Akquisition war nur die Spitze des Eisbergs“, diktierte Döpfner dem Manager Magazin in den Reporterblock.

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