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Interview mit Stephen Colbert: Tim Cook verteidigt erneut Steve Jobs‘ Erbe

Apple CEO Tim Cook zu Gast bei Stephen Colbert
Apple CEO Tim Cook zu Gast bei Stephen Colbert

Die wichtigsten Tage für Apples Kommunikationsstrategen haben begonnen: Vor dem iPhone-Launch gilt es bekanntlich den maximalen medialen Buzz zu erzeugen. Entsprechend wird Konzernchef Tim Cook in den kommenden Tagen in den US-Medien herumgereicht wie ein Popstar, der er nicht ist. Den Auftakt machte Cook gestern bei Comedy-Legende Stephen Colbert in seiner "Late Show".

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Vorhang auf für Tim Cook! Wieder einmal muss Apples öffentlichkeitsscheuer Chef das tun, was ihm am wenigsten liegt: den großen Auftritt suchen – schließlich gilt es, vor dem bevorstehenden iPhone-Launch maximale mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Den Auftakt machte Cook gestern an ungewohnter Stelle: Bei US-Comedy Superstar Stephen Colbert in der „Late Show“. Man sieht Cook, wie man ihn nach seinem zunächst äußerst verkrampften Beginn als Apple-CEO zuletzt häufiger gesehen hat – in der Rolle des extrem gut gelaunten Showmans, den er schon vor einem Jahr der Apple Watch-Keynote gegeben hatte.

Fanboy Tim Cook bei Stephen Colbert

Bei TV-Superstar Colbert hat es Cook leichter. Er muss nicht über zwei Stunden in Pep-Guardiola-Rhetorik den supersuperguten Verkäufer geben – er kann Fan bleiben. Cook beklatscht Colbert, wo es nur geht, er lacht hysterisch wie ein Kind, das erstmalig in der ersten Reihe seiner Lieblings-TV-Show sitzen darf, er schaut zu Colbert auf wie zu einem Idol.

Und der 51-Jährige macht es Cook leicht. Colbert ist kein Jon Stewart, der schnell mal brachial einen raushaut – er setzt auf die intellektuelleren Lacher. Und er spielt sogar zu Beginn nach Cupertinos Regeln, als das zehn Minuten lange Interview mit einer Vorführung des neuen iPhone 6s und des vermeintlich spannendsten neuen Features, dem drucksensitiven 3D Touch, beginnt – kostenfreie Werbezeit für Apple.

Cook dementiert Auto-Gerüchte nicht

Erst nach fünf Minuten endet der PR-Talk inklusive einer schüchternen Annäherung ans Apple-Auto („Wir schauen uns eine Menge Dinge an, verwirklichen aber nur wenig davon“) und Tim Cook  wird persönlicher. Er landet einen gut geskripteten Homerun mit der Bemerkung zu seinem Comingout („Es war, als hätte man etwas auf seinem iPhone entdeckt, das schon da war, man wusste es nur nicht“) – und spricht dann über seinen Vorgänger und Mentor Steve Jobs.

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Colbert fragt Cook nach den zwei neuen Steve Jobs-Filmen – „The Man in the Machine„, der in den USA bereits angelaufen ist und die große Verfilmung des Walter Isaacson-Bestsellers, die Anfang Oktober in den USA debütiert – und der Apple-Chef wird plötzlich ernst.

„Der Steve, den ich kannte, war ein erstaunlicher Mensch“

„Ich habe sie nicht gesehen“, erzählt Cook, um im nächsten Atemzug dann aber doch detailliert auf die Steve Jobs-Filme einzugehen. „Ich hasse diesen Ansatz. Er ist opportunistisch“, versucht Cook jegliche Kritik an seinem einstigen Mentor wegzuwischen.

„Der Steve, den ich kannte, war ein erstaunlicher Mensch. Er war jemand, für den man das Beste aus sich herausholen wollte“, erklärt Cook um dann zur erneuten, großen Lobpreisung auszuholen.

Erneute Jobs-Hommage: „Ich liebe ihn sehr und vermisse ihn jeden Tag“

„Er hat Dinge erfunden, die andere nicht erfinden konnten. Er hat Dinge gesehen, die andere nicht gesehen haben. Er hatte eine einzigartige Gabe, um die Ecke zu schauen und sich die Zukunft auszumalen. Keine evolutionäre, sondern eine revolutionäre Zukunft. Es war eine Freude mit ihm zu arbeiten. Ich liebe ihn sehr und vermisse ihn jeden Tag“, rezitiert  Cook fast wortgenau seine Hommage an Jobs aus dem Vorjahr bei Charlie Rose.

So klingt der Versuch des Korrektivs am Korrektiv. Es ist der Auftakt von Apple PR-Maschinerie zum iPhone 6s-Launch, die im vergangenen Jahr abwechselnd Bloomberg, dem Wall Street Journal und US Today Info-Häppchen zuwarf. Fortsetzung des Kampfs um die Deutungshoheit: folgt in den nächsten Tagen …

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