Axel Springer: Würtenberger und Peters werden Chefs von Upday, Aust übernimmt Die Welt

Springers mobiles Einsatzkommando: CEO Peter Würtenberger (re.) und Bald-CPO Jan-Eric Peters wollen Upday führenden mobilen News-Marke formen
Springers mobiles Einsatzkommando: CEO Peter Würtenberger (re.) und Bald-CPO Jan-Eric Peters wollen Upday führenden mobilen News-Marke formen

Hammer-News aus dem Hause Axel Springer: Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters gibt nach MEEDIA-Informationen seinen Posten in der "Blauen Gruppe" auf und wechselt zum News-Aggregator Upday, den Springer in Kooperation mit Samsung startet (MEEDIA berichtete). Bei der Welt übernimmt Herausgeber und Ex-Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust kommissarisch, bis ein Nachfolger gefunden ist. Springer hat den Wechsel inzwischen bestätigt.

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Peters, 50, tritt seinen neuen Posten am 1. Januar 2016 an. Offiziell fungiert er als Chief Product Officer und stellvertretender CEO von Upday. In dieser Funktion leitet er die Redaktion und das Produktmanagement von Upday an allen Standorten und ist übergreifend für alle journalistischen Inhalte und die Produktentwicklung verantwortlich. CEO des News-Portals ist ab sofort der langjährige Kopf von Springers Vermarkter ASMI, Peter Würtenberger. Der 49-Jährige war erst im Frühjahr für den Medienkonzern nach New York gewechselt, um dort nach lukrativen Firmenbeteiligungen zu fahnden. Peters‘ Aufgaben als Chefredakteur WELTN24 übt danach Herausgeber Stefan Aust, 69, in enger Zusammenarbeit mit den Stellvertretern des Chefredakteurs, Ulf Poschardt, 48, und Arne Teetz, 48, aus, teilte das Medienhaus am Donnerstag mit.

Springer verkündete in diesem Zug weitere Personalien: Daniel Keller, 43, wird überdies ab sofort zum Chief Technology Officer von UPDAY berufen. Keller war bis Mai 2015 Chief Information Officer der Axel Springer SE und hat sich seitdem auf die technologische Entwicklung strategischer digitaler Produkte des Unternehmens fokussiert. Thomas Hirsch, 33, ist ab sofort als Chief Financial und Chief Operating Officer verantwortlich für die kaufmännische Steuerung von Upday. Hirsch war zuletzt Assistent des Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer.

Vorstandschef Mathias Döpfner erklärte dazu: „Mit Peter Würtenberger und Jan-Eric Peters übernehmen zwei echte digitale Innovatoren die übergreifende Leitung von Upday. Ich freue mich sehr, dass unser neues internationales Produkt von ihrer Vermarktungsexzellenz, journalistischen Innovationskraft und langjährigen Erfahrungen als Manager der Digitalisierung profitieren wird. Zusammen mit Daniel Keller und Thomas Hirsch ist das Team bestmöglich aufgestellt, um Upday erfolgreich im Markt zu positionieren.“

Das Projekt Upday ist für Springer wie für Samsung von immenser strategischer Bedeutung: Upday soll Apples News-App Konkurrenz machen und ein eigenes News-Portal auf die Android-Smartphones bringen. Der Clou daran: Die Content-Plattform entstand in Zusammenarbeit mit Springer. Dazu schlossen der Elektronik-Konzern und das Medienhaus eine große strategische Partnerschaft.

Die erste Beta-Version von Upday soll in Deutschland und Polen als Download für die aktuellen Samsung-Geräte verfügbar sein. Der vollständige Launch ist in beiden Ländern, sowie auch in weiteren europäischen Märkten, für das Frühjahr 2016 vorgesehen.In einer ersten Mitteilung beschreiben Springer und Samsung Upday als “Content-Plattform für aggregierte Nachrichteninhalte”. Dabei soll das Angebot Samsung-Kunden “Zugriff auf eine Vielzahl unterschiedlicher Nachrichteninhalte ermöglichen“.

Diese sollen von lokalen Redaktionsteams, aber auch mit Hilfe von Algorithen automatisch erstellt werden. Die Software soll dabei für eine effektive Aussteuerung der individuellen Nutzerinteressen sorgen.Upday ist das erste Produkt der neuen strategischen Partnerschaft, die Springer mit Samsung geschlossen hat. Kern der Partnerschaft soll “die Entwicklung neuer digitaler Medienformate für Nutzer in Europa“ sein.

“In den letzten Jahren haben wir uns bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder mit dem Management von Samsung, einem der innovativsten Anbieter von Consumer Electronics weltweit, über die fantastischen technologischen Möglichkeiten für den Journalismus in der digitalen Welt ausgetauscht. Aus den Gesprächen ist nun diese spannende strategische Kooperation entstanden“, kommentierte Springer-CEO Matthias Döpfner die Allianz. “Es ist ein Privileg, mit Samsung zusammenzuarbeiten, um 2016 und in den kommenden Jahren kreative neue Angebote auf den Markt zu bringen.“

Peters hatte Die Welt fast eineinhalb Jahrzehnte geführt und im MEEDIA-Interview bereits laut über einen möglichen Wechsel nachgedacht. Nun wechselt er also ins Gründer-Fach und entwickelt ein Startup – allerdings ein hochkarätiges mit vom Start weg globalen Ambitionen. Denn Axel Springer dürfte bei Upday redaktionelle Maßstäbe setzen, auch wenn die Partnerschaft mit Samsung auf den europäischen Raum beschränkt ist.

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