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Solidarität in 140 Zeichen: Wie die Polizei München über Twitter zum Flüchtlingshelfer wurde

Flüchtlinge und Helfer am Münchner Bahnhof
Flüchtlinge und Helfer am Münchner Bahnhof

Wann hört man solche Sätze schon einmal von der Polizei? "Jeder, der gerne helfen möchte ist herzlich willkommen", twitterten die Münchner Beamten am Dienstag und ermutigten gleichzeitig alle Münchner zum Bahnhof zu kommen und die eintreffenden Flüchtlinge zu unterstützen. Die bayerische Metropole erlebte gestern einen Tag ungeahnter Solidarität. Und die Polizei? Die koordinierte die Hilfe - via Twitter.

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Diesen Tag werden viele Münchner wohl nicht so schnell vergessen. Nachdem die ungarische Polizei am Montag ihre Sperre des Budapester Bahnhofes aufgehoben hatte und tausende Flüchtlinge ungehindert ausreisen konnten, kamen seit Montag rund 3.000 alleine am Münchner Bahnhof an.

Dort empfing sie gleich die Polizei, registrierte die Asylsuchenden und versorgte sie mit Essen und Getränken. So weit so gewöhnlich. Ungewöhnlich war dabei allerdings der Umstand, dass hunderte Münchner zusätzlich zum Bahnhof geeilt waren, um ebenfalls zu helfen und Sachspenden zu bringen. „Heute bin ich vor allem stolz auf die vielen Münchner freiwilligen Helfer“, sagte Münchens Oberbürgermeister Reiter, als er sich am Hauptbahnhof ein Bild von der Lage machte.

Nach Angabe der Polizei sei die Stimmung „ruhig“ bis „euphorisch“ gewesen. Viele Flüchtlinge hätten bei ihrer Ankunft „Thank you, Germany“ oder „We love you, Germany“ gerufen.

Die gute Stimmung hatte offenbar auch einen höchst positiven Einfluss auf die Social-Media-Experten bei der Polizei. Sie lieferten am Dienst nämlich ein beeindruckendes Beispiel, wie Behörden den 140-Zeichen-Dienst nutzen können. Davor fristete der Zwitscher-Kanal der Schutzmänner ein sehr ruhiges Dasein.

Mit Tweets wie „Viele Freiwillige bringen Getränke, Lebensmittel, Babynahrung, Windeln etc. zum Ausgang Nord für die #Flüchtlinge“ half die Polizei bei der Koordination der Spenden.

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Zudem betätigte sie sich ganz untypisch als Motivator: „Wir finden das super!!!“ oder auch: „Es treffen weitere #Flüchtlinge am Hauptbahnhof in #München ein -die Hilfe von der Bevölkerung reißt nicht ab! Klasse!“.

Am Ende des Tages gab es noch einmal ein dickes Lob von der Polizei und die Bitte, jetzt keine Hilfsgüter mehr zu bringen.

Mit ihrem Einsatz via Twitter gelang den Polizisten ein wunderbares Beispiel, wie man den 140-Zeichen-Dienst nutzen kann, um große Gruppen zu koordinieren, offen und transparent zu kommunizieren und mit ein paar Tweets sehr viel für das eigene Image zu tun. Statt die Hilfsbereitschaft der Bürger, hätten die Beamten sich am Ende des Tages sogar auch ein wenig selbst loben können.

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