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Black Monday: Tech- und Internetaktien verlieren zweistellig

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Ein brutaler Crash erschüttert die Aktienmärkte rund um den Globus. Mittendrin: Die weltgrößten Internet- und Techaktien, die teilweise zweistellig an Wert verloren. Bis Handelsschluss begrenzten Apple, Google und Facebook nach Intraday-Reversals zumindest etwas die Verluste. Die Stimmung an den Märkten bleibt aber hochgradig nervös.

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Es war der Flash Crash der Facebook-Generation. Fünf Jahre nach dem letzten hochdramatischen Kursrutsch, der am 6. Mai 2010 binnen wenigen Minuten für Verwüstungen in Billionen-Höhe an den Weltbörsen sorgte, spielten die Algorithmen heute erneut verrückt.

Zur Handelseröffnung an der Wall Street um 15.30 Uhr deutscher Zeit blickten Anleger in den Abgrund wie seit den Verwerfungen im Zuge der Lehman-Krise nicht mehr: 1000 Punkte im Traditionsindex Dow Jones – einfach weg.

Auch der Dax, der den Vormittag über immer neue Jahrestiefs gesucht hatte,  tauchte um 7 Prozent ab.

Apple, Facebook, Netflix, Twitter:  Zweistellige Kursverluste zu Handelsbeginn

Noch härter unter Beschuss kamen naturgemäß Einzelaktien. Zum Handelsstart an der Wall Street glaubten Aktionäre für Minuten ihren Augen nicht zu trauen – durch alle Branchen und Nationen stürzten die Notierungen fast durchgehend zweistellig ins Minus. Im Internet- und Technolgiesektor fiel der Kursrutsch auf Jahrestiefs selbst von ausgewählten Blue Chip-Aktien nach Handelseröffnung wie folgt aus:

• Google: 565 Dollar – 7 Prozent

• Amazon: 451 Dollar – 9 Prozent

• Apple: 92 Dollar – 13 Prozent

• Alibaba: 58 Dollar – 15 Prozent

• Facebook: 72 Dollar – 18 Prozent

• Netflix: 85 Dollar – 18 Prozent

• Twitter: 21 Dollar –  19 Prozent

China-Crash forciert weltweiten Ausverkauf
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Wie ist nun dieser panikartige Absturz, der lückenlos an die dramatischen Crashs in der Zeit der Finanzkrise oder Internet-Blase erinnert, zu erklären? Anders als beim 2010er-Flash Crash, der durch Kursmanipulation und außer Kontrolle geratene Algorithmen ausgelöst wurde, sind die Hintergründe für diesen Ausverkauf realwirtschaftlich nachzuvollziehen.

Der eigentliche Auslöser hat einen Namen,  der Anlegern seit Wochen immer größere Sorgenfalten auf die Stirn treibt: China. Das Reich der Mitte ist seit über einem Jahrzehnt der eigentliche Treiber der Weltkonjunktur – ohne die explosionsartige Nachfrage aus China würde etwa Apple kaum mehr wachsen. Weil die chinesische Konjunktur nun so schwach zulegt wie seit Beginn des Jahrhunderts nicht mehr – dabei wächst das BIP immer noch um 7 Prozent –, werden die Sorgen der Anleger von Tag zu Tag größer.

Automatische Verkaufsorders befeuern den Crash

An den Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen beschleunigt sich der Crash zudem von Tag zu Tag.  Ein Teufelskreis entsteht: Deutsche Anleger wachen mit immer dickeren Minuszeichen aus Fernost auf, schicken den Dax immer weiter in die Tiefe und warten wie das Kaninchen vor der Schlange auf die Handelseröffnung an der Wall Street, die die nächste Verkaufswelle startet.

Zum Hebel des Ausverkaufs werden zudem automatische Verkäufe nach Unterschreiten bestimmter Kursmarken. Bei Apple war das Muster in den ersten Sekunden nach Handelseröffnung exemplarisch zu beobachten: Die Aktie durchbrach die magische 100 Dollarmarke nach unten und wurde reflexartig von automatischen Verkaufsorders immer weiter in die Tiefe gezogen: Im Dollartakt ging es mit jedem Tick weiter nach unten: 95, 94, 93, 92…

Schnäppchenjäger begrenzen Verluste

Nach wenigen Minuten erkannten Schnäppchenjäger die extrem ungewöhnlichen Kursabschläge, die  nahezu jede Tech- und Internetaktie auf neue Jahrestiefs trieben und griffen zu. Allerdings: Bis Handelsschluss konnten die Verluste deutlich eingegrenzt werden, das Minus blieb jedoch weiter bestehen:

• Apple: 103 Dollar – 2 Prozent

• Twitter: 25 Dollar –  2 Prozent

• Alibaba: 66 Dollar – 3 Prozent

• Google: 590 Dollar – 4 Prozent

• Facebook: 82 Dollar – 5 Prozent

• Amazon: 463 Dollar – 6 Prozent

• Netflix: 97 Dollar – 7 Prozent

Es war ein historischer Handelstag  – einer, an dem es für Anleger so viel zu gewinnen oder verlieren gab wie in einem ganzen Jahr.

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Alle Kommentare

  1. Die Technologieschmelze hat soeben begonnen. Und die bringen die globalistische Blase zum Platzen.
    Die Konzernlenker sind vom Größenwahn befallen in einem endlichen Markt. Als AOL-Timer Warner zerbarst, vernichtete der Konzern 300 Milliarden US-Dollar.

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