Studie: Leserkommentare sind schlecht fürs Image der Medien (Hasskommentare besonders)

Die Wissenschaftler Patrick Weber, Fabian Prochazka und Wolfgang Schweiger haben die Reaktion von Nutzern überprüft.
Die Wissenschaftler Patrick Weber, Fabian Prochazka und Wolfgang Schweiger haben die Reaktion von Nutzern überprüft.

Publishing Vor allem in Zeiten der wachsenden Anzahl von Hasskommentaren wird der Mehrwert von Kommentarspalten sowie deren Verwaltung diskutiert. Eine Studie kommt nun zu einem alarmierenden Ergebnis: Grundsätzlich wirken sich Nutzerkommentare negativ auf die Wahrnehmung der Textqualität aus – vor allem aber "unhöfliche". Damit bestätigt die Studie auch: Trolle und Hetzer erreichen ihr Ziel, Medien unglaubwürdig wirken zu lassen.

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Kommunikationsforscher der Universität Hohenheim haben in ihrer Studie untersucht, welchen Einfluss Nutzerkommentare auf die wahrgenommene Qualität eines Textes beziehungsweise das Medium nehmen. Dazu haben die Wissenschaftler Screenshots verschiedener Nachrichtenwebsites (Spiegel Online, Focus Online sowie eine „unbekannte“ Nachrichtenwebsite) gemacht, auf denen ein „ausgewogener“ Artikel zum Thema Mariuhana zu lesen war. Darunter platzierten sie Nutzerkommentare, die entweder höflich oder unhöflich waren sowie argumentative Begründungen enthielten oder eben nicht. Eine Kontrollgruppe bekamen den gleichen Inhalt ohne Nutzerkommentare vorgelegt.

Zum einen fragten die Forscher nach der Auswirkung auf die Inhaltsqualität (Relevanz, Objektivität, Ausgewogenheit, Vielfalt), zum anderen nach der Vermittlungsqualität (Verständlichkeit, Eignung für verschiedene Lesergruppen). Die Auswertung aus Hohenheim zeigt, „dass das bloße Vorhandensein von Kommentaren im Durchschnitt sowohl die wahrgenommene Inhaltsqualität des Beitrags als auch die wahrgenommene Vermittlungsqualität verschlechtert“. Dieser Effekt trete bei bekannten und unbekannten Medienmarken auf.

In der Bewertung kommen die Forscher zu dem Schluss: „Die Ergebnisse sind für den Online-Journalismus durchaus beunruhigend.“ So würde die wahrgenommene journalistische Qualität von Onlineartikeln scheinbar „von bloßem Vorhandensein von Nutzerkommentaren als auch von ihrer Beschaffenheit beeinträchtigt zu werden.“ Es wurde aber auch deutlich, dass bei der Inhaltsqualität die Texte ohne Argumente einen deutlich negativeren Einfluss hatten als argumentative Kommentare. In der Vermittlungsqualität wurde Unhöflichkeit nochmals negativer eingeordnet als Höflichkeit. Allerdings stellten die Forscher auch fest, „dass selbst Kommentare in höflichem Ton und mit begründeten Argumenten für die Nachrichtenwebsites offensichtlich kaum einen Mehrwert bieten.“

Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die die Texte ohne Kommentare vorgelegt bekam, hatten die positiven Kommentare auf einen Text „keinen positiven Einfluss auf die wahrgenommene journalistische Qualität eines Artikels.“ Ungeprüft in der Studie blieb, inwiefern ein Kommentarangebot überhaupt nachgefragt wird, ob das Vorhandensein der Möglichkeit zu kommentieren also als positiv oder generell als störend empfunden wird.

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Alle Kommentare

    1. Liebe Hanne, und was hat der Link mit diesem Beitrag zu tun?
      Und das Investigative hat dann wohl auch der NDR geleistet, und nicht die Kommentarspalte.

      Also was haben Sie an dieser Stelle beizutragen? Es geht um Hass und negative Kommentare im Allgemeinen, was Sie aber prompt als Anlass sehen, irgendeine Agenda pushen zu wollen.
      Fast hat man den Eindruck, als fühlten Sie sich angesprochen, wenn von „Trollen“, „Hetzern“ oder “ unhöflichen Kommentaren“ die Rede ist.
      Worum geht es Ihnen mit Ihrem Beitrag? zum Image und der Qualität von Meedia beizutragen? Oder um etwas vollkommenen anderes?

      Falls Letzteres, scheinen Sie den Beitrag nicht verstanden zu haben.

      1. Danke für den konstruktiven Beitrag, damit haben Sie meine Fragen beantwortet. 😉

      2. Das Problem ist doch, dass so viele Artikel einfach nur Propaganda sind, die einfach nur Falschdarstellungen enthalten, dass die Kritik in der Kommentarfunktion dies halt entlarvt und den Menschen zeigt, dass sie mit ihrem subjektiven Eindruck nicht alleine sind. Ich würde vorschlagen, dass die Journalisten einfach mal keine Hetzartikel mehr schreiben und gute Arbeit leisten. Dann kommen positive Kommentare und die haben einen positiven Effekt. Leider befürchte ich, dass diese Studie als Eufeublatt herhalten muss, damit noch mehr Medien ihre Kommentarfunktion zu deaktivieren. Kleines Beispiel: Wenn die ZEIT einen Artikel schreibt, der suggeriert die Russen und nicht die Georgier hätten 2008 den Krieg begonnen, dann ist doch harte Kritik berechtigt und keiner soll sich wundern, wenn sie 25% der Kommentare sogar wegen Verletzung der Nettiquettet löschen müssen. Also noch besser als Kommentarfunktion deaktivieren wäre mehr echter Journalismus und weniger Hetze. Für Artikel, die mal über den Jemen berichten, westliche Schuld an Libyen aufarbeiten oder fragen, ob eine Zwangsrekrutierung für den Krieg wie in der Ukraine noch in unsere Zeit passt, gebe ich auch gerne nette Kommentare und Lob! Leider sind alle unsere Medien bei gewissen Themen blind.

      1. Genau da haben Sie Demokratie falsch verstanden. Man KANN eine Meinung haben, aber man muss nicht. Wenn man sich die Kommentarspalten einiger Onlinedienste anschaut, so scheinen etliche Foristen nur dafür zu leben, um ihre Unzufriedenheit und ihren Hass auf alles eben über alles zu ergiessen.

  1. gnihihi „unbekannte Nachrichtenseite“ … der talentierte Herr Winterbauer KNOWS ….

    Seltsam genug dass ausgerechnet DIESE positive Texte zu Gras bringt … man benutze nur die Suchfunktion „cannabis“ und „Mariuhana“

  2. Staatlich indoktrinierte Meinungsfreiheit mit Zwangsgebühren – so gefällt es Euch, gell. Ihr seid so lächerlich! Geht sterben.

    1. Sie merken, wie Sie den Aussagen im Artikel recht geben? Wahrscheinlich nicht.

      Kommentatoren wie Sie halten immer brav den Artikel 5 GG hoch. Meistens aber nur so lange, bis es eine Gegenmeinung gibt. Schlimmer noch ist aber, dass Sie in steter Regelmäßigkeit den wichtigen Absatz 2 des Artikel 5 GG überlesen oder ignorieren. Die Meinungsfreiheit gilt nämlich nicht grenzenlos.

      1. Dann lasst uns doch Meinung u n d Gegenmeinung hören! Dann können wir uns selbst ein Bild machen.

    2. Jetzt sind Kommentare schuld wenn unsere selbsternannte „Qualitätsjournallie“ unglaubwürdig ist.
      Ich lach mich schlapp.
      Anstatt den Wahrheitsgehalt von Artikeln zu studieren, die Seilschaften von den ganzen Schmierfinken und Lügnern zu studieren, werden Kommentare studiert.
      Das Idiotentum in diesem Land ist mittlerweile grenzenlos!

  3. Die Qualität eines Artikels messe ich als Leser an der Anzahl der Kommentare. Sind wenig Kommentare zu sehen, ist der Artikel es nicht wert gelesen zu werden.

    1. Quote als Qualitätsmerkmal? Na dann gute Nacht. Dann ist also auch die Musik bei Youtube, die die meisten Klicks erhält, automatisch die beste Musik?

      Mir schwant, etliche Spezialisten sind nur auf der Suche nach Artikeln mit den meisten Kommentaren, weil sie dann schon pauschal davon ausgehen können dass man sich da verbal gegenseitig verprügelt.

      Wenn ich auf der Startseite bereits eine hohe Anzahl Kommentare sehe, ist mir bereits klar was sich da tut: Ein Haufen Spezialisten ergießt ihre Logorrhoe ins Netz.

  4. Eine merkwürdige „Studie“…

    Ich denke schon, dass Leser(innen) unterscheiden können, dass der Nachrichtentext von einem Autor kommt, und die Kommentare von Leser(innen).

    Gerade hochwertige Zeitungen wie die FAZ werden durch die Kommentare wertvoll! Dort schreiben Leute (unentgeltlich) Kommentare und in gutem Deutsch, und man hat durch diese Kommentare dort wertvolle Zusatzinformationen.

    Und: Kritik kann man durchaus gesittet äußern, man muss nicht rumprollen. Prollkommentare nimmt doch eh keiner ernst.

    1. Dumm nur, daß auf faz-Online seit Wochen schon alle Kommentarbereiche, die mit dem hochbrisanten Thema Flüchtlinge zu tun haben, von der Redaktion gesperrt wurden. Offenbar war die angestaute Wut der Leser, die vollkommen berechtigt ist, für die FAZkes zu viel. Soviel zur Meinungsfreiheit bei faz-Online.

      1. @hasso

        Ich frag mich wie man das bei der FAZ vor dem eigenen Gewissen rechtfertigt.

        Komplette Themenbereiche für Leserkommentare zuzumachen ist in der Tat glasklare Zensur, genauso macht man das in China.

  5. Die Presse lehrt uns, wie man Kritiker am schnellsten mundtot macht: Aus Einwanderungs-Kritiker werden schnell Fremdenhasser, Neonazis und/ oder wahlweise Rassisten gemacht. Aus Menschen, die eine kritische Haltung zur westlichen Ukraine Politik haben, werden entweder Putin- oder Russland-Versteher. Und aus Kommentatoren die sich kritisch zu Artikeln äußern, werden Trolle, Hetzer oder einfach nur Leser, die „Hasskommentare“ von sich geben. Gibt es auch eine Arbeit die untersucht, warum kritische Meinungen in der deutschen Presse unerwünscht sind? Hängt es evtl. damit zusammen, dass die Leser mit Ihren Kommentaren das machen, was eigentlich die Aufgabe der Presse sein sollte: Dinge kritisch zu hinterfragen?

      1. 100% Zustimmung!!!
        Leider wird in unserem Lande zu selten etwas hinterfragt. Manchen erscheint das zu zeitaufwendig, viele interessiert es gar nicht. Tja, bis es dann zu spät….

  6. Die spannende Frage lautet: ab wann kann man Meinungsäußerungen als „Hasskommentare“, bis wann handelt es sich um Kritik? Hier öffnet man der Zensur Tür und Tor. Wenn die Zeitungen Probleme mit Kritik haben, dann sollen sie doch einfach den Kommentarbereich schließen, wie dies die Süddeutsche getan hat. Verlogen finde ich es, Kommentare zuzulassen und dann bis zu 40 Pozent nachträglich zu löschen, weil sie einem ideologisch nicht in den Kram passen (siehe ZEIT).

  7. Als Statistiker habe ich am Ergebnis einer Studie, die unsaubere Variablen und nur drei Probanden verwendet erhebliche Zweifel. Womit verbindet man eigentlich die Begriffe Hass und “ qualitativ ausgewogener Artikel „? Wie sollen solche per se durch Emotion behaftete Begriffe zu einem glaubwürdigen Ergebnis führen?

    Für´s auslaufende Sommerloch o.k.!!!

    1. Ihr Hinweis ist sehr berechtigt. Wir werden heutzutage geradezu überschüttet mit ‚Studien‘, die uns im Gewand der Wissenschaftlichkeit präsentiert werden aber wissenschaftlichen Kriterien keinesfalls gerecht werden. So ist es wohl auch hier. Gleichwohl erscheint eine Diskussion über den Umgang der Medien mit Kommentaren sinnvoll.

    2. „Als Statistiker…“, der Sie zu sein vorgeben, sollten Sie erstmal lesen lernen. In dem Text ist nirgendwo von „drei Probanden“ die Rede, und ob die Variablen unsauber definiert sind, könnten Sie einfach mal in der (verlinkten) Studie nachprüfen.
      Ehrlicher wäre gewesen, wenn Sie „Als Troll habe ich an diesem Artikel per se Unqualifiziertes rumzumäkeln“ geschrieben hätten.

  8. Gerade durch die Leserkommentare bekommt man viele weiterführende Informationen. Dass einige wenige Spinner und Idioten – im Normalfall nicht mehr als einer pro 10 oder 20 Kommentare – ihren geistigen Müll absondern – geschenkt.

    Als viel problematischer für die Demokratie sehe ich die Tatsache an, dass unzählige geistige Brandstifter bei den ÖR-Medien sowie auch in den Chefetagen und Redaktionen bei Springer, Bertelsmann und Konsorten ihre Heimat gefunden haben und dort ihre Hetze absondern können.

    1. [..] geschenkt.

      das genau ist der große irrtum.

      wenn man vor sagen wir mal 10 jahren im zb, „zeit“ forum an diskussionen teilnahm, dann konnte man davon ausgehen, daß man halbwegs gesittete gesprächspartner vorfand, die sich selbst organisierten. dann tauchten plötzlich in den foren leute auf, die sich in anderen foren, sagen wir mal PI „aufgeheitzt“ hatten und nun auf missionierung gingen, also etwa anfingen, islamophoben mist zu posten.

      am anfang wehren sich die leute, die sich da zu hause fühlen, dann sind sie genervt und dann … oops … sind sie es leid und gehen weg. ein paar, die dann spaß am spiel haben, sich mit den idioten ein gefecht zu liefern, bleiben und spielen eben. das ergebnis kann man ja heute schön ausgeprägt sehen: es werden nur noch holzschnittartige parolen abgesondert. warum sollte man sich als halbwegs intelligente mensch das antun? das sind nur noch litfaßsäulen für spinner und die, die sich mit ihnen prügeln.

      verantwortlich für das, was da passiert ist, sind die medien selbst. die haben sich gedacht „hey, wir haben ja gedankenfreiheit. das ist halt das, was die leute so denken und na ja, es bringt halt klicks …“ also haben sie die leute aufeinander losgelassen und nur zugeguckt. um 2006 rum habe ich der zeit wegen zunehmend volksverhetzenden kommentaren mit einer anzeige gedroht … und die hat sich dann ein paar azubis als anstandsdamen zugelegt- was die sache nicht besser gemacht hat, weil die weder den horizont hatten noch in der lage waren, mehr zu tun, als auf die regeln des anstands zu pochen.oder dem, was sie dafür hielten … und damit noch mal eine menge leute vertrieben haben, die eigentlich die „zeit“ mal für so was wie „zuhause“ hielten

      das war dumm. die redaktionen hätten von anfang an in die foren redakteure schicken sollen, die dort für die „linie“ der zeitung gerade stehen, das gespräch moderieren, sich „verbündete“ suchen und mit ihnen eine gemeinschaft pflegen. im grunde denke ich, die sollten eintritt verlangen dafür, daß man bei ihnen kommentieren darf, dann wäre der ort den leuten auch wert genug, ihn „sauber“ zu halten.

      beim handelsblatt hat sich mal ein redakteur aus dem off gemeldet und bemerkt, wenn es nach ihm ginge, würde er ein drittel der posts einfach wegwerfen. ein einziges mal. das hätten sie dort mal besser tatsächlich getan, das war mal einer der übelsten orte überhaupt.

      egal, die medien müssen mit dem leben, was sie sich selbst eingerührt haben. oder sie machen mal einen schnitt uns sorgen dafür, daß es orte gibt. an denen man sich jenseits von dem ganzen geplärr _austauschen_ kann.

      oder sie sind halt auch dafür verantwortlich, was sich logischerweise daraus ergibt, daß sich die spinner eben zunehmend zusammen rotten und sich in alles erbrechen, was nicht bei drei auf dem baum ist.

      ach ja: „das ist halt das, was die leute so denken“.

      ich befürchte irgendwie, die kommen eines tages wirklich zu dieser bizarren überzeugung und bedienen das, was sie dann für ihr publikum halten.

      lange rede, musste einfach mal raus.

      1. Lange Rede, jawohl, aber sehr gut und fundiert dargestellt! Danke dafür!
        …auch wenn ich es an sich witzig finde, dass wir jetzt unter einen Artikel kommentieren, dessen Botschaft lautet: „Man sollte die Kommentare abschalten, wenn eine Message ernst genommen werden soll.“

      2. Sie haben recht. Ich beteilige mich seit dem Beginn der Foren im Internet an Diskussionen dort, egal ob Zeit oder SPON, Süddeutsche oder mal die FAZ.

        Die Qualität und das Niveau der Diskussionen ist ins bodenlose abgesackt. Ist man früher noch auf durch Eigenrecherche mit Fakten angereicherte Argumentationen gestoßen, liest man heute zum großen Teil Bauchgefühle am Rande der Beleidigung oder darüber hinaus.

        Es ist wirklich heftig, was in den letzten Jahren in Sachen Netzkultur und Netzöffentlichkeit geschehen ist. Ich bin wirklich froh, dass ich in meinem Bekannten- und Freundeskreis eloquente und gesittete Menschen habe. Wenn man sich heute durch das Netz bewegt könnte man meinen, Deutschland hätte sich tatsächlich abgeschafft, allerdings sicherlich nicht in Sarrazins Sinn.

        Ich bin aber nicht der Meinung, dass nun alle Verlage/Verlagstitel die Diskussionen abschaffen sollten, das wäre fatal, zumal das Internet nun mal ein bidirektionaler Kanal ist. Ich habe zwar auch keine Lösung, aber man sollte nicht den Hetzern und Trollen alle Social-Networks überlassen und unter den Medienseiten keine Meinungen mehr zulassen. Die Süddeutsche ist den Weg teilweise gegangen. Die Zeit macht es meiner Meinung nach am Besten. Im Gegensatz zu SPON zensiert sie zwar auch, aber eben nicht kommentarlos (bei SPON erscheint es oft sehr willkürlich). Zudem lässt die Zeit zu jedem Thema eine Diskussion zu, auch hier ist SPON übervorsichtig geworden und zu vielen Bereichen gibt es keine Möglichkeit des Austauschs mehr, bzw. nur über Facebook.

      3. @HolzAuge

        wie gesagt, ich denke, die einfachste sache wäre, wenn die medien diese kommentarfunktion selbst ernster nähmen als sie das tun, es als angebot begriffen, für das man bezahlen sollte. ich neige da generell eher den gedanken von jaron lanier zu

        http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/internet-vordenker-jaron-lanier-im-gespraech-13679623.html

        der findet, wie ich, daß eigentlich facebook und google ihre kunden für die bislang unbezahlt verrichtete sklavenarbeit bezahlen sollten … und ich finde, die medien sollten wirklich ihren kommentarbereich, wenn sie ihn (option 1) denn nicht schliessen, ihn dann doch (option 2) in etwas umwandeln, wofür sie eintritt verlangen können. ich frage mich sowie so, wieso noch niemand auf diese idee verfallen ist.

        @Sermonis Libertas

        ich habe seit 1993 eine menge wirklich guter leute aus der öffentlichen diskussion verschwinden sehen. man kann beklagen, daß die nicht standgehalten und das terrain geräumt haben, aber meine erfahrungen sagen mir, daran sind oft die moderatoren schuld, die es nicht auf die reihe bekommen, sich ihre leute rauszugucken und mit denen dann zusammenzuarbeiten.

        im ersten spiegelforum, noch unter compuserve, hat der damals verantwortliche, eine funktion genutzt, die es so bei c$s gab, man konnte „unter der decke“ direkt mit den usern reden, ohne daß das öffentlich zu sehen war. wenn da mal „trouble in paradise“ war, hat er schlicht „seine leute“ angepiept, sich besprochen und dann haben alle dafür gesorgt, daß die sonne wieder aufging.

        was ich nur weiss, weil ich zu „seinen leuten“ gehörte 😉

        [..] Bauchgefühle

        darin, ohne daß das irgendwie groß thematisiert wird, liegt ja die wirklichgroße gefahr, die ich „das hamsterrad“ nenne (bitte mal mit hinterwaldwelt zusammen googeln, ich verlinke hier nicht auf meinen eher privaten blog): die „taktfrequenz“ erhöht sich permanent, man kommt nicht mehr nach, jeder ist – ob er das nun zugibt oder sch selbst eingsteht – schlicht überfordert und alle tun nur noch so als ob.

        am ende müssen dann alle zwanghaft aus dem bauch heraus etwas abfeuern über twitter … weil das in einem tag kein schwein mehr interessiert, so einfach ist das. es gibt keine nachhaltigkeit, keine chance etwas zu überdenken, wir haben keine „geschichte“ und was letzte woche war, ist heute vergessen. ich bin ein klitzekleines bißchen aus dieser geschichte raus, weil mein medium eher das (wort)radio ist und ich mit der zeit mit vielen sich widersprechenden dingen konfrontiert bin, mir zeit lasse, mir mein urteil zu bilden und es mich einen feuchten kehricht interessiert, was gerade von allen bedient wird.

        im grunde sind da ja alle nur unbezahltes fussvolk, die das, was in den medien so kommt, runterschlucken, verdauen und das endprodukt dann auf das netz herabregnen lassen.

        die vorstellung, daß es ausser dem eigenen bauchgefühl noch etwas anderes geben könnte, was auch von wert oder bedenkens-wert wäre, ist dem verzweifelten bemühen, sich irgendwie „dick“ zu machen gewichen, jeder will nur dabei sein und bemerkt werden. in der gefahr ist man nicht, wenn man blogs mit sehr seltsamen dingen wie radiopodcasts zb. betreibt 😉

        [..] man sollte nicht den Hetzern und Trollen
        [..] alle Social-Networks überlassen

        ich finde die art, wie perlen aus freital das auf tumblr machen, sehr gut: sie zeigen auf, was passiert und was dann passiert endet halt oft mit der entlassung derjenigen, die gerne mal wieder „vergasen“ spielen möchten.

        aber: all das, was ich versucht habe zu sagen, hätte schon vor 10 jahren und mehr passieren müssen, und sich nun gegen die horden zu stellen ist ein hilfloses unterfangen und bringt nur magengeschwüre. es nimmt einen ja mit, wenn man sich an so was beteiligt, das bleibt ja an einem kleben.

        ich „beobachte“ da zb. den einen oder anderen teilnehmer an diskussion auf telepolis, die sich gegen den offensichtlich stasigesteuerten mainstream dort zur wehr setzen und bin immer voller sorge, daß das denen in den klamotten stecken bleibt und sie sich selbst „gewalt antun“. das kann das gute gefühl, das richtige zu tun, alles nicht wett machen, was die einstecken.

        [..] Die Zeit macht es meiner Meinung nach am Besten.

        oh, über die zeit habe ich so meine eigenen gedanken und auch meine erfahrungen. wie gesagt, die haben damals, als ich ausgeflippt bin, diese moderatoren angeschafft, die alles im grunde auf die formale und nicht die inhaltliche ebene heruntergebrochen haben.

        ich empfehle mal

        https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2015/03/18/unter-trollen/

        der ja nicht nur seine erfahrungen schildert, sondern auch ein praktisches beispiel, ein howtodo für trolle präsentiert: das ist das, wogegen man ankämpft und das ist vollkommen sinnlos: wenn man selbst mit herzblut dran geht muss man wissen, daß auf der anderen seite ignoranz und so was wie böser wille existiert – der sich selst allerdings auf seiten der „gerechten“ wähnt.

      4. Viele Worte, wenig Inhalt. Wer mit beiden Beinen fest im Leben steht und sich seine Brötchen hart selbst verdienen muss, ohne staatlich gepamperter Günstling dieses Systems zu sein, sieht viele Dinge anders als Sie, glauben Sie mir …

      5. @henry

        [..] Wer mit beiden Beinen fest im Leben steht
        [..] und sich seine Brötchen hart selbst verdienen muss

        zu blöd, aber ich habe ua. vor 18 jahren eine kassen- und warenwirtschaftssoftware geschrieben, die in ein paar hundert filialen seitdem ohne macken tag ein tag aus bis heute läuft … und musste mich noch nie pampern lassen.

        ich betreibe roundabout ein halbes dutzend blogs, bin seit 20 jahren aktiv an diskussionen im netz beteiligt und denke mal, im gegensatz zu ihrem dämlichen versuch, sich hier zu profilieren, habe ich was für diese gesellschaft geleistet.

        was treiben sie denn so, sieht man mal von dummen rumgepöbele im netz ab? hartz4? zu viel zeit? nichts im fernsehen?

        [..] Günstling dieses Systems

        nein, aber im gegensatz zu ihnen scheine ich zu verstehen, warum das, was sie „system“ nennen (und durch was bitte ersetzen möchten????) uns die freiheitlichste gesellschaft gewährleistet, die deutschland je hatte.

        das versteht man aber wahrscheinlich nur, wenn man schon immer im westengelebt hat und nicht, als die stasi aufgelöst wurde, seinen job verlor und nun dem arbeiter und bauern-„paradies“ nachweint …

        aber schön, daß sie laut geatmet haben.

  9. Ja klar!
    Es wird krampfhaft danach gesucht, eine Weg zu finden, wie man
    den Wahrheitsliebenden Menschen -, nämlich Diejenigen, die der Lügenpresse,
    welche nachweislich lügt, verschönert, verschwiegt u. zensiert, keinen Glauben mehr schenken u. durch ihre Kommentare die Leserschaft informiert, das hier was nicht richtig läugt, – den Saft absellen kann .
    Das käme einer Totalzensierung gleich, einer vorsätzlichen Unterdrückung zur freien Meinungsäußerung! Wem immer noch nicht klar ist, dass wir uns
    in einer Fortsetzung des 3.Reiches befinden, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen!

    1. [..] Totalzensierung

      was natürlich ein schöner blödsinn ist.

      wenn ein wirt einen gast rauswirft, weil der pöbelt, die anderen gäste belästigt, sich in die ecke erleichtert … dann ist das ja auch keine „prohibition“ sondern schlicht sein gutes recht.

      soll der kerl sich doch ne andere kneipe suchen. gibt doch genug orte, wo jeder jeden blödsinn ungestört schreiben kann, den er will …

      nur ich, ich besuche halt keine kneipen, in denen sich jeder in die ecke erleichtern, mich anpöbelt und besoffen herumkrakelen kann.

      was ist daran so schwer zu verstehen?

      wenn sie so etwas wie „lügenpresse“ beklagen, tja, dann gehen sie doch einfach rüber zu RTDeutsch, da wird überhaupt nicht gelogen /s

      [..] Fortsetzung des 3.Reiches

      ja, schon klar, die menschen mit kultur in diesem land haben die absicht, die dummen zu vergasen. na gut, so funktioniert da ja vielleicht in ihrem kopf, ich gehe mal davon aus, daß man ihnen eher einen schulbesuch oder sonstige angebote macht, sich fortzubilden.

      gegen ausgesprochene dummheit läßt sich ja was machen.

      in ihrem fall empfehle ich mal so was wie eugen kogon „der ss staat“, kurt maser „sturm auf die republik“, ja, wahrscheinlich können sie was mit den tagebüchern von civtor klemperer oder seiner LTI (lingua tertii imperii) was anfangen. was klemperer da nämlich beschreibt, wie die nazis zuerst die sprache geentert, die worte verdreht und ihnen eine komplett bizarre bedeutung angedeihen liessen, das …

      naja, ein bißchen erinnert mich das jedenfalls an ihr hysterisches gezetere hier, mit dem sie im grunde nur historische ahnungslosigkeit beweisen.

      aber g*ttseidank gibt’s ja wikipedia und so kann jeder dumme mensch ahnung vortäuschen …

  10. In Zeiten der wachsenden Hetze gegen Andersdenkende, insbesondere Liberale und Konservative, haben die Systemmedien jeden einzelnen Hasskommentar verdient. Wenn auf jede Kritik mit einem Nazivorwurf geantwortet wird, dann fällt die Kritik früher oder später auch etwas deutlicher aus.

  11. Man darf aber auch nicht vergessen:

    1) Inhaltlich übersteigen manche Kommentare einen Artikel, da der Schreiber ein Spezialist zum Thema des Artikels sein kann. Ich habe selbst mal einen Blog geschrieben und teilweise wirklich erstaunlich fundierte Kommentare bekommen.

    2) Außerdem besuchen Leute Webseiten gerade deshalb, weil sie in der Kommentarspalte kommentieren können. Wer wie viele Medien seine Kommentarfunktion und Foren abschaltet, vergrault seine Leser.

    3) Wenn man als Journalist kritischen Kommentaren ausgesetzt ist, steigert das u. U. die Sorgfalt beim Recherchieren und führt generell zu einer besseren Performance. Gute Artikel werden meistens auch überwiegend positiv kommentiert, das ist zumindest meine Wahrnehmung. Bei der Ukraine-Berichterstattung gibt es nun mal so viele negative Kommentare, weil die Berichterstattung oft verzerrt und einseitig ist.

    4) Journalisten benötigen den Kontakt mit den Lesern. Der Leser ist schließlich derjenige, der das Produkt kaufen soll. Man stelle sich nur ein Privatunternehmen vor, dass alle Maßnahmen zur Kundenbetreuung einstellen würde. Das würde katastrophal ausgehen.

  12. Was soll man denn bitte auf bild.de mit seinen Kommentaren noch retten?
    Der Diekmann versaut doch wieder alles selbst 🙂

  13. Was zum Henker ist eigentlich dieses Teufelszeug Mariuhana?

    Google versucht, mich auf das allseits bekannte „Marihuana“ umzuleiten – doch so leicht lasse ich mich nicht beirren.
    Und tatsächlich: Nach weiterem Bohren im Netz liefern Stern, Focus und Sankt-Pauli-Nachrichten brandaktuelle Berichte von einer Droge, die Marihuana äußerlich frappierend ähnlich ist, jedoch das Sprachzentrum schon beim Erstkonsum nachhaltig schädigt.
    So daß ein einziger Zug während der Redaktionskonferenz die journalistische Qualität eines ganzen Leitmediums für alle Zeiten zu ruinieren vermag!

    Zuletzt ein Appell: Bitte zuerst Leserkommentare abschaffen, dann Buchstaben. Beides verwirrt nur.

  14. Nutzerkommentare sind für niemanden ein Gewinn. Oft rangieren sie in Inhalt und Niveau auf Augenhöhe mit diversen Kommentaren in den Social Media Kanälen. Sie zu lesen, darauf zu reagieren oder gar in eine Debatte einzusteigen, grenzt fast schon an sinnlos vertaner Lebenszeit. Um konstruktiv ein Meinungsbild über ein Thema oder einen Artikel abzurunden ist es sinnvoller, in andere Artikel zu schauen. Seriöse Zeitungen und Magazine täten gut daran, hier ein wenig Arroganz an den Tag zu legen und diese Kommentarspalten abzuschaffen. Den Artikel bei facebook zu posten und der intelektuellen Schlammschlacht preiszugeben, genügt vollauf. Dort weiss der Nutzer zumindest, was ihn brim lesen der Kommentare erwartet.

  15. Seriöse Informationen werden zur Kenntnis genommen und kaum kommentiert. Der Leser erkennt den Wahrheitsgehalt der Meldung.

    Kommentare tauchen meist nur auf, wenn der Beitrag Sche*** war und/oder gewisse Leute ihre Meinungs-/Deutungshoheit durchsetzen wollen. Beides erkennt der mündige Leser und zieht weiter.

    Es ist ein gewaltiger Trugschluss, durch Artikel u. Kommentare Meinungen beeinflussen zu können. Wer solche Artikel/Kommentare liest, geht heute schon mit einer gefestigten Meinung daran. Der gesunde Menschenverstand weist dem Bürger intuitiv den richtigen Weg. Bestes Beispiel ist die gerade stattfindende Propagandaschlacht um die positive Darstellung des außereuropischen Zuzuges. Sobald da eine Abstimmung auftaucht, widerspiegelt das die reale Meinung der Bürger.

    Wenn man die Kommentarspalten ganz abschaffen würde, wären wir wieder auf dem Niveau der Ex-DDR und deren systemstabilisierender Propaganda.

    Hin wie her, dass Ende wurde längst eingeläutet. Viele haben den Gong nur noch nicht hören wollen.

  16. So eine „Studie“ ist geradezu typisch fuer den gerade herrschenden Zeitgeist – kann mich den Vorgaenger Kommentaren zumeist nur anschliessen. Die Absicht dieser „Studie“ ist klar wie Klossbruehe: Leser die sich kritisch zu Mainstream Artikeln aeussrn sind i.d.R. Hassprediger und Nazis und bringen die Qualitaetsartikel (zumeist nur copy-paste von dpa oder Reuters) in Verruf. Ich bekomme richtig Mitleid mit den aermsten Spiegel-Schreiberlingen.

  17. Ist der „Nutzer“ in sich und seine Meinung überhaupt so gefährlich für den deutschen „Agenturjournalismus“, gibt es nur EINE Lösung: Verbot der Meinungsfreiheit gemäß Artikel 5 UNSERES Grundgesetzes sowie Abschaffung des Nutzers – denn ohne diesen ‚Störenfried‘ Leser ist jeder Artikel der Status Quo! Die korrupte Welt – und dies ist leider die Mehrheit – würde wohl lieber den Planeten Erde verkaufen, als das Internet noch einen Tag am Netz zu lassen!

  18. Die Erfahrung zeigt uns, dass in der so genannten >WISSENSCHAFT< für Geld und gute Worte, jede Art von Gutachten zu bekommen ist. Unterstellen möchte ich diesen o. g. Herren hiermit keineswegs die Unrichtigkeit Ihrer Arbeit. Stutzig macht mich nur, dass die Herren mit keinem Wort erwähnen, dass wir täglich diesen zurechtgeschriebenen, und tatsachenverdrehenden Schwachsinn der Journalisten ertragen müssen, der dann auch noch als Qualitätsjournalismus von den Qualitätsmedien hoch gepriesen wird. Die "wachen" Menschen versuchen nur mit ihren Kommentaren, ihren berechtigten Frust als Spiegel den gekauften Schreiberlingen vorzuhalten.
    Gleiches mit Gleichem, sollten DIE doch verkraften können und das schadet Niemandem. Wenn doch, dann sicherlich den RICHTIGEN !

  19. Die Studie fällt unter Ulk. Man baut sich eine Schönwetterdemokratie und die Leser haben das gefälligst zu akzeptieren oder sie sind raus. Im Zweifelsfalle sind sie gleich Nazis und damit Unberührbare.
    Dazu kommt natürlich noch die beleidigte Leberwurst von Edelfeder, die Kritik natürlich gleich als Hass abtut. Noch mehr solche Studien und die Medien bekommen was sie bestellt haben. Die Begründung, warum Foren abgeschaltet oder zensiert werden müssen, ist „wissenschaftlich“ belegt.

  20. Wenn ich einen Artikel zu einem Thema lesen will gebe ich bei google das Thema ein und bekomme eine Auswahl zu dem Thema.

    Je nach „Absender“ weiss ich schon, ob man kommentieren kann oder nicht. Artikel ohne Kommentarfunktion wähle ich gar nicht an.

    Manchmal will ich einfach spontan meine Meinung zu etwas sagen und dann ist es ärgerlich, wenn die Kommentarfunktion abgestellt ist.

    Ich lese gerne die Kommentare, und ich kann unterscheiden ob sie provozieren wollen oder ob eine ernst gemeinte Meinung dahinter steckt.

    Man muss eben „lesen“ können. Die Kommentare geben dann ein gutes Bild ab wie die Stimmung zu einem Thema ist.

    Wenn eine Zeitung das nicht wissen will, ja nun, es gibt genug Alternativen.$

    Auf Zeitungen wartet heute niemand mehr, die alternativen Quellen werden immer mehr und berichten – auch dort muss man genau lesen und seinen Verstand einschalten und nicht einfach glauben ohnen zu hinterfragen – meist umfangreicher oder die Gegenseite der im mainstream voneinander abgeschrieben Agenturnachrichten.

  21. Ob eine Nachricht ohne Kommentarfunktion automatisch Propaganda ist, sei mal dahingestellt. Wenn mir der Schreibstil oder die Recherchearbeit eines Nachrichtenmagazins oder auch nur eines einzelnen Autors nicht passt, zwingt mich doch niemand, den Kram auch zu lesen! Anhand der Anzahl der Kommentare die Qualität eines Artikels ableiten zu wollen ist auch mehr als kreativ. Ich kenne das Internet, seine Foren und Nachrichtenportale schon so ziemlich von Beginn an und seit frühesten Tagen hat sich eins bis heute nicht geändert: etwa die ersten fünf Kommentare unter einem Artikel oder zu einer Frage in einem Forum beschäftigen sich durchaus noch konstruktiv mit dem eigentlichen Thema, aber dann driftet die Diskussion IMMER in persönliche Beleidigungen und Unfähigkeits-Vorwürfe der Mitdiskutierer ab, mit der Folge, dass sich ca. 98 % der Beiträge überhaupt nicht mehr mit dem eigentlichen Thema beschäftigen. Mich persönlich langweilt das inzwischen zu Tode, weswegen ich auf Kommentare im allgemeinen überhaupt nichts mehr gebe, mir den Artikel durchlese und gut ist. Wenn ich der Ansicht bin, das Thema wurde hinreichend recherchiert und dargestellt reicht mir die Information, wenn ich weiteren Wissendurst habe, versuche ich eben noch an anderer Stelle weitere Informationen dazu zu bekommen. Von mir aus könnte man auf vielen Seiten getrost auf Kommentar verzichten. Auch auf diesen hier 😉

  22. Diskussionen in den Foren der Zeitungen und Magazine (von facebook ganz zu schweigen) laufen meist doch seit längerem schon nach folgendem Muster ab:

    – Argument
    – Argument
    – Argument
    – Beleidigung des Opponenten
    – Beleidigung des Opponenten
    – Hinweis auf Rechtschreibfehler des Opponenten

    Zu Zeiten des Leserbriefs hat wirklich nur derjenige Zeit und Aufwand für einen Brief in Kauf genommen, der wirklich etwas zu sagen hatte. Kommentarspalten machen es heutzutage den Enttäuschten, von der Gemeinschaft Vergessenen einfach zu leicht, zu allem und jedem ihren Senf dazu zu geben. Jahrzehntelang wurden sie nicht erhört, vielleicht auch weil es nie hörenswert war, was sie zu sagen hatten?

    Die Schattenseiten des Web 2.0. Die Distanz und relative Anonymität des Internet verführen gerade die weniger Gebildeten und emotional Haltlosen zu völlig unreflektiertem und sich gegenseitig hochschaukelndem Verhalten.

    Bloß weil ich eine Meinung habe, muss ich sie nicht gleich jedem unter die Nase reiben. Aber wenn denen sonst niemand zuhört, dann gehen sie wortwörtlich „ins Netz“.

    1. @ Ralf Hermann

      Die Rolle der Trolle in den Medien übernehmen bei ihnen die „weniger Gebildeten“ und „emotional Haltlosen“?

      Auch eine Möglichkeit der Meinungsbeschneidung, aber keine sympathische.

      1. Das Wesen der Trolle ist Meinungsbeschneidung in Reinformat, weil diese Menschen kein anderes Ziel haben als Forumsteilnehmer durch Trollen vom eigentlichen Thema auf Nebenkriegsschauplätze zu zerren.

        So wird aus der ursprünglich geplanten Aussage ein Streit, und der Troll verhindert eine konstruktive Auseinandersetzung.

        Ich bezeichne solche Menschen als emotional haltlos, eben weil sie aus purer Freude am verbalen Störfeuer eine wirkliche Diskussion unterbrechen, wenn nicht gar zunichte machen.

  23. Man braucht einen „Autor“ nur inhaltlich zu widerlegen, schon gilt man als Hasskommentator. Die Bedrohung geht vom Medium aus mit seiner einseitig EU-freundlichen Berichterstattung. Schließlich sind die „Autoren“ auch nur Bürger und keine erlesene Spezies.
    Autoren sind schlau und Kommentatoren dumm? Die Perfidie liegt in den schiefen Behauptungen.Umgekehrt wird ein Schuh draus: wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus! Die Hasskommentare kommen aus der Politik! Man darf den Menschen gestrost unterstellen, daß sie unterscheiden können zwischen Verarsch**g und Aufklärung.

    Daß vielen der Geduldsfaden reißt, ist bei diesem gleichgeschalteten Medienzirkus wirklich kein Wunder. Wer ständig angegriffen wird und seiner Bürgerrechte beschnitten, hat das gute Recht, sich dagegen zu wehren. Die Medien sind existenzbedohend für jeden einzelnen und sie haben die Grenze des Rechts schon lange überschritten!

    Die Unterscheidung zwischen Artikel und Kommentar ist schon künstlich. Auch der Spiegel, die Tagesschau oder die FAZ sind Blogs und werden von Leuten betrieben mit einer extrem niedrigen Moral.

    Wir werden mit Arroganz und Dummheit gefüttert, sollen unser Leben und unsere verbrieften Rechte hergeben, damit Merkel sich gut fühlen kann? Die Medien selber führen einen Krieg gegen die Bürger und wer Krieg will, muß damit rechnen, daß sich die Bekriegten wehren!

    1. ooops …

      [..] Wir werden mit Arroganz und Dummheit gefüttert

      wenn man einem dummen menschen was kluges erzählt, kommt doch leider bei ihm nur was dummes an … er kann eben nichts verstehen, was seinen horizont überschreitet.

      [..] Die Medien selber führen einen Krieg gegen die Bürger

      ach, ich denke eher, die geistig zu kurz gekommenen denken gerade, sie seien in der mehrheit und blasen sich auf. ihr bild vom „krieg“ sagt ja leider alles über ihre geistige verfassung: dieser „krieg“ tobt in ihrem kopf.

      hier draussen gibt es gebildete menschen, die in einer zivilisierten gesellschaft leben, die auf toleranz fusst. wenn sie mal aus ihrer höhle herauskämen, würden sie dies bemerken, aber ich befürchte, hier lachen dann alle über ihr geistiges bärenfell.

  24. Na, da plädieren wohl ein paar Anhänger des Systemjournalismus dafür, diesen gegen Kritik zu schützen, den online-journalismus einzuhegen in dem Sicheren Rahmen, der einst für Leserbriefe in Printmedien bestand. Aus der Vielzahl konnte genau das selektiert werden, was man zulassen wollte. Das waren noch Zeiten!

    „So würde die wahrgenommene journalistische Qualität von Onlineartikeln scheinbar “von bloßem Vorhandensein von Nutzerkommentaren als auch von ihrer Beschaffenheit beeinträchtigt zu werden.” —

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Mit anderen Worten: „Die Leser sollten besser ihre Meinung für sich behalten, Kritik könnte da nur auf Schwachstellen aufmerksam machen“ – das beeinträchtigt natürlich die journalistische Qualität .. 😀

    Mann, mann,

  25. Hasskommentare? Wer entscheidet das? Die Herrschenden? Ihre Medien-Wau-Waus? Das Reichssicherheitshauptamt? Das ZK des vereinigten Parteienfeudalismus? Ist auch dies schon ein Hasskommentar, der dringend der Säuberung bedarf?

    Dieser Artikel zeigt nur, wie weit wir bereits in Richtung „1984“ vorangekommen sind.

  26. Bei dieser Studie haben sich die Herren Schwafologen aber nicht mit Ruhm bekleckert. Welche Motivation stckt dahinter? Bevor Hasskommentare überhaupt geschrieben werden, muss schon eine menge Wasser den Rhein hinab geflossen sein. Der Ansatz dieser Studie ist schon falsch, da dann das Ergebnis nicht besser werden!

    Aber unabhängig davon ist eine Meinung zu wertvoll, um sie den Qualitätslügenmedien zu überlassen.

  27. „Ich kritisiere die Art und Weise wie das Recht auf Asyl von Wirtschaftsflüchtlingen missbraucht wird“
    Dieser Satz hab auf einer grösseren Medienseite dazu gereicht, dass der Schreiber gesperrt und als Rassist, Nazi und Hetzer beschimpft wurde. Ich hab den Herren dann später kontaktiert und es stellte sich heraus, das er selbst Migrationshintergrund hat und die Medienzustände hier im Land mit denen im nahen Osten vergleichte. Dort wird auch nur Regierungs.- und Mainstreamtreu moderiert und andere Meinungen difamiert und ins dunkelste Abseits geschoben. Sind wir in Deutschland wirklich schon soweit, dass Meinungen von der Presse diktiert werden. Sorry aber die heutige Presse ist nicht mehr die Presse früherer Jahre. Neutralität oder Objektivität ist 99% der heutigen Journalisten Fremd. Da lobe ich mir doch einen Peter Scholl- Latour oder Gerd Ruge …. das ist ehrlicher, unabhängiger Journalismus. Das Wort Lügenpresse ist nicht korrekt es müsste heißen „manipulative Presse“. cu

  28. Die Politik zu Leserkommentaren sagt eigentlich alles über den aktuellen Zustand der Medien aus, auch auf der Zeitachse sehr interessant.

    Mugabe, Castro,… selbst in der DDR gab es zunächst gute Ansätze und Absichten.

    Seit die Medienmacher merken, sie vertreten bei allen relevanten gesellschaftlichen Themen nur absolute Minderheitenmeinungen, werden sie immer radikaler was den Umgang mit politischen Gegnern betrifft.

  29. … na da gibt es doch mal einen „effektiven Grund“, die Kommentare aller „unterbelichteten Nutzer“ – die, die immer ein Haar in der Suppe finden, auszublenden oder gar keinen Kommentare mehr zu zulassen! ;-((( vG Ralf

  30. was für ein schwachsinn, ohne kommentarfunktion sind beiträge reine propaganda die kaum jemand lesen will

    schlimmer ist nur wenn kommentare zu „seichten“ themen aktiviert sind, zu heikleren aber nicht (sehr gut zu beobachten bei 20min.ch!)

    grüße und frieden und einsicht in die dinge

  31. Darf ich vorstellen, Medienwelt: Pandoras Büchse.

    Die Möglichkeit, selbst den größten Unfug per Mausklick „publiziert“ zu sehen, macht das Konzept „Publikation“ beim Leser/Käufer unweigerlich zur Lachnummer. Generiert Geringschätzung. Generiert den Gedanken, warum man für etwas zahlen soll, das man selbst „kann“.

    Journalisten waren mal Mitglieder eines Großorchesters, das mit relativ wenig Misstönen Wahrhaftiges spielte. Irgendwann kam irgendjemand auf die Idee, die Zuhörer involvieren zu müssen. Man ließ sie näher ranrücken, holte sie schließlich gar mit auf die Bühne.

    Nun sorgen sie für Misstöne – und beschweren sich darüber, was lautere Misstöne zur Folge hat. Worüber man sich beschwert.

    Der Leser weiß um seine Macht. Und Kinder mit Schaufeln schlagen immer anderen Kindern die Sandburg kaputt.

    Der Wohlklang ist dahin, Jerichos Trompete erschallt, aus den ersten Ohren läuft Blut, immer mehr verschließen die Lauscher und wenden sich ab.

    Runter von der Bühne mit den Zuhörern!

    1. [..] Runter von der Bühne mit den Zuhörern!

      das war jetzt, wie ich erstaunt feststellen muss, ein äußerst kluger kommentar und vor allem ein überraschend „frisches“ bild, das ich so in den 20 jahren noch nicht gelesen habe.

      chapeau! sie haben da gerade den nagel auf den kopf getroffen.

      1. ich war btw. so frei, ihn auf der „hinterwaldwelt“ zu „rebloggen“, weil er mehr als lesenswert war.

  32. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten oder der Alles Schall und Rauch Blog werden (fast) ausschließlich wegen der Kommentare gelesen. Ich bin selber Blogger, und mein Kernkompetenz liegt zB. seit ca. 40 Jahren ! in der Politik (Wirtschaft / Bildung / Gesundheit / Soziales / Innen / Außen) Kubas und Libyens. Dies kann ein oberflächlicher Journalist einfach nicht leisten. Besonders, wenn er gezwungen wird, nur PRO USA / NATO zuschreiben.

    1. Meinten Sie DWN, die Weltmeister im Löschen von Kommentaren, noch schlimmer als t-online und dabei haben die es schon tlw. mit richtigen Prolls zu tun. Ich habe mir diesen dubiosen Kommentarabschussladen DWN seit einer Weile abgewöhnt. Dort gibt es auch keine Autoren, sondern ein Kollektiv (deren eigene Anwort auf meine Frage), das schreibt. Was soll man davon halten? Wenn man nur gereinigte und teilgemainstreamte Kommentare lesen will, welche sich die Redaktion herausgepickt hat, bitte, ansonsten ist meine Erfahrung: Finger weg. Und es ist nach dem Verkauf nach Schweden nicht besser geworden.

    2. gernot, schon klar …

      hinter der mauer, wo ihr schon seit 40 jahren eure berichte für die firma horch und guck gebloggt habt, da war die welt noch in ordnung … da war niemand gezwungen „nur PRO USA / NATO“ zu schreiben. da durfte man noch die verbrechen stalins leugnen, wenn einem danach war …

  33. die negativen kommentare kann ich gut nachvollziehen. pöbeleien und beleidigungen ausgenommen.
    immer mehr menschen haben diese popagandamedien einfach satt, die politisch korrekte einheitssoße, die ewig gleichen phrasen, die immer gleiche „wir sind die guten-die russen/iraner/etc.etc. sind die bösen“ story. die deutungshoheit der hofberichterstatter und nato-schreiber geht zuende, ihr wollt das nicht wahrhaben. spiegel, focus etc. sind am aussterben, gut so!

  34. „Ungeprüft in der Studie blieb, inwiefern ein Kommentarangebot überhaupt nachgefragt wird, ob das Vorhandensein der Möglichkeit zu kommentieren also als positiv oder generell als störend empfunden wird.“
    Das ist genau der Punkt, warum die Studienersteller das ganze Ding am Besten ganz gelassen hätten. Hier hätte es nicht stehen müssen, kein Kommentator hätte es zurechtrücken müssen, mit andern Worten: für die Tonne.
    Was damit, dass es hier weinerlich steht, allerdings erreicht werden soll:
    Leser habt Mitleid mit den Journalisten! Die müssen schreiben, wie sie schreiben, weil sie zu 90% linksgrün sind, dürfen die üblen Kommentatoren sie doch nicht in deren ideologischer Verblendung irre machen. Das nimmt den Spaß an dem Job der Volksindoktrination, der permanenten Besserwisserei, macht unglücklich im Job, am Ende krank, arbeitsunfähig. Dann habt ihr’s, ihr Kritiker, ihr Kommentatoren. Erst wenn die Kritiker der eigenen, einseitigen Meinung endlich mundtot sind und nach Belieben beschimpft werden können – am Besten standardmäßig als Nazi – ist das qualitative Höchststadium, der journalistsche Olymp erklommen, die freie Meinungsäußerung Andersgläubiger ausgemerzt.
    Dort hat der Journalist endlich den Platz neben der Politik erklommen. Dort ist der ersehnte Platz ohne Bodenhaftung, ohne auf Wähler, Bürger-, Leserwünsche eingehen zu müssen, mit andern Worten: das Paradies.
    Wenn Ingenieure, Architekten, Ärzte, Naturwissenschaftler so arbeiten würden wie Journalisten, wäre heuer technologisch Anno Domini 1515, ein denkwürdiges Jahr übrigens: Der erste Globus, auf dem Nord- und Südamerika verzeichnet ist, wird von Johannes Schöner hergestellt. Nach den aktuellen Erfahrungen der Welt mit den heutigen USA könnte man sich das ja zurückwünschen, zuvörderst die Nachkommen der dortigen Ureinwohner, welche man in den Folgejährchen in einem beispiellosen Genozid zu Millionen ausrottete. Schlecht, aber sonst?

  35. Leserkommentare sind also schlecht für´s“Image -für wessen „Image“ ?

    Es wird doch eh kaum noch geglaubt ,was staatliche“Hofschreiberlinge“
    in den MSM verkünden -oder?
    Wer in unserem Land, schenkt dem Bürger noch ein „Ohr“?
    Welcher Politiker erhört überhaupt noch aufgebrachte,
    alteingesessene Bürger ?
    Darf man in diesem Land, überhaupt noch etwas sagen, oder Kritik üben, ohne nicht gleich in die berühmte „RECHTE- Schublade“gesteckt ,oder gar als „Nazi diffamiert zu werden?
    Nicht jeder Mensch, lässt sich durch geschickte MSM-Manipulation und/oder andere, viel subtilere Mittel ,“umerziehen“.
    In den Kommentaren, man darf ich wenigsten feststellen, dass es in unserem
    Land, nicht nur“ Abnicker“und Dumpfbacken gibt, sondern auch noch denkende Menschen.
    Macht doch einfach die Kommentarfunktionen zu ,dies praktizieren ja auch schon einige „Blätter“,dann wird auch kein Frust mehr abgeladen, „dann hat die liebe Seele Ruh´“ und die Leutchen , heben endlich mal ihren Hintern von der Couch…

    Bitte nicht jammern, denn auch bei Journalisten gilt:

    „Wes Brot ich esse, des Lied ich singe“

    MEEDIA

    .https://de.wikipedia.org/wiki/Verlagsgruppe_Handelsblatt

    https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_von_Holtzbrinck_Medien

    BILDERBERGER-TREFFEN 2006 TRILATERALE KOMISSION 2006
    ——————————————————————————————————
    http://www.daslebenbefreien.de/startseite/aktuelles/politik_und_
    gesellschaft/bilderberger2006.html

    Vitamin B – Netzwerk – Elite – Führungsschicht Neuauflage der Feudalherrschaft
    ——————————————————————————————————–
    https://einrechfrei.wordpress.com/2014/08/03/vitamin-b-netzw
    erk-elite-fuhrungsschicht-neuauflage-der-feudalherrschaft/

    ….noch Fragen ?

  36. Diese „Studie“ finde ich wo? In dem Link steht nur, wer diese gemacht hat. Keine konkreten Auswertungen, Informationen über Teilnehmer, gestellte Fragen, Kontrollgruppe? Nicht mal die im Text zitierten Passagen sind irgendwo zu finden.

    Ich gehe mal davon aus, dass die Studie erst noch in dieser Konferenz vorgestellt werden soll, allerdings ist dieser Bericht dann ohne Primärquellen mehr oder weniger wertlos. Traue keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast.

  37. Natürlich macht jeder widersprechende Kommentar einen Artikel unglaubwürdiger.

    In meinem Lateinunterricht habe ich gelernt, es ist immer am besten der letzte Redner zu sein.

    Jede Darstellung hat nolens, volens bei aller Mühe Schwächen. Den allwissenden Journalisten gibt es nicht.

    Also kann man bei jeder Veröffentlichung etwas bemängeln.

    Bei dem Sprachduktus den viele Texte haben, ist es besonders leicht, die Schwächen besonders peinlich wirken zu lassen.

    Journalistische Texte sind ein Versuch sich an die Wirklichkeit anzunähern, präsentieren sich aber sprachlich so, als wären sie die Wirklichkeit oder die Wahrheit.

    Jemand des sagt, es würde vermuten oder glauben, dass eine Sache so sei, ist schwerer bloßzustellen mit Fakten oder Gegenvermutungen bzw. -argumenten, als jemand der sagt, es sei so.

    Erschwerend kommt hinzu, dass Journalisten, wenn ich deren Darstellungen zu diesem Thema verfolge, sich des Problemes nicht klar sind, dass sie nicht die Qualität liefern können, die sie liefern wollen.

  38. Ich habe generell mit Kommentaren auf Nachrichtenportalen Probleme. Ganz besonders bei Welt.de
    Ich habe das Gefühl, das willkürlich Kommentare nicht zugelassen werden. Da will ich nicht wissen, wie es bei manch anderen, extrem orientierten Seiten mit Meinungszensur aussieht…
    Als Beweis kann ich gerne einen Screenshot hinterlegen:

    http://f.666kb.com/i/d1gqm6tpozomhqmgd.jpg

    So sagt mir bitte, wieso immer mehr Zensur statt findet? Sogar in neutralen Kommentaren?
    Ich frage das nicht, um Welt.de anzuprangern, es ist einfach eine Beobachtung, die mich mit Sorge erfüllt.

  39. Von einem älteren Verwandten, der im leitenden Management in der Stahlindustrie bis zu seiner Pensionierung um die Milleniumswende gearbeitet hat, weiß ich, dass ab den 80ern Vorstände Studien auch renommierter Marktforschungsinstitute im Falle massiven Personalabbaus nur deshalb einstellten, um den Betriebsräten jede Möglichkeit der Gegenwehr wegen „betrieblich notwendige Kündigungen“ zu nehmen. Die Expertise brauchten sie dabei nicht wirklich; die wortschaftlichen Daten, die für ihre Gewinnkalkulation interessant waren, wurden ja von den eigenen Abteilungen erbracht, gelangten aber nie nach draußen.

    Auch so Branchengrößen wie Kienbaum brachten immer das an Ergebnissen, was die Vorstände von ihnen wollten. Davon lebten sie schließlich.

    So ähnlich funktionieren auch Studien der obigen Art. Es ist den Redaktionen nicht entgangen, dass spätestens seit der Mediendiskurs mit vollem Kanonendonner kriegerisch gegen Russland auffährt, als hätten wir in der Hinsicht keine einschlägigen historischen Erfahrungen, gemacht die jeden Drang zur Wiederholung ersticken (55 Millionen Weltkriegstote, davon 27 Millionen Sowjetbürger – das reicht eigentlich für mehrere tausend Jahre, oder?), kein Mensch mehr Zeitungen liest, um sich in den Artikeln zu informieren. Dies ist auch verlorene Liebesmüh. Den Artikeln kann man nur noch entnehmen, in welchem Mindset uns die politischen Netzwerke, in denen die Chefredakteure sozialisiert wurden, gerne hätten, während nur die Kommentare durch internationale Links einen vertretbaren Informationsgehalt bieten.

    Doch wird keiner so naiv sein zu glauben, Zeitungen, die schon jetzt nicht davon lassen, sich durch kriegerischen Kampagnenjournalismus und Leserbeschimpfung in den Ruin zu schreiben, würden in gerigerem Maße als das geopolitische Geschäft ihrer Investoren betreiben, auch wenn es uns essentiell gefährdet, & ihr Business der veröffentlichten Meinung als öffentliche Meinung ausgeben. Da es die Leser aber vital angeht, ob sie in den nächsten Krieg getrieben werden & seit Edward Bernays & Josef Goebbels der erste Akt in der Propagandaschlacht besteht, werden sie auch Kanäle finden, um öffentlich einsehbar darüber zu diskutieren. Dann dürfte sich die Nutzer entsprechender Blogs (wie der „Publikumskonferen“ und der „Propagandaschau“) noch steigern, die Blogs ausdifferenzieren (die Leute mögen auf unterschiedlichem Niveau diskutieren), der Effekt aber ist der gleiche.

    Jede Zeitung aber, die gerade ihre Kommentarfunktion ausschaltet, wird mit dem Odium behaftet sein, sich gegen die Leserreaktionen zu immunisieren & massiv Käufer verlieren. Oder weiß die FAZ ernsthaft nicht, warum sie n ihrer Existenz ernsthaft bedroht ist? Die Süddeutsche, warum die Abonnementenzahl im Keller ist?

    Die einzige Möglichkeit für die Zeitungen, wieder auf einen grünen Zweig zu kommen, wäre ernst zu nehmender, pluralistischer und demokratisch fundierter Journalismus – anstelle des beschämenden Geschäfts, für eine winzige Finanzelite die Kriegsfanfare zu blasen.

    82% der Bevölkerung wollen unverrückbar keine militaristische oder kriegerische Außenpolitik dieses Landes. Solange man hier noch so tun will, als lebte man in einer Demokratie, werden Politik und Medien das akzeptieren müssen, auch wenn sie die US-amerikanischen Kollegen dafür schräg von der Seite anschauen. (Da machen die doch eigentlich karrierefördernd gedachten Treffen in transatlantischen Vereinen gar keinen Spaß mehr.)

    Aber der Anspruch auf Meinungshoheit ist ein diktatorischer. Und ganz im Ernst: Diejenigen von euch, die Kinder haben, können doch gar nicht wünschen, dass ihr mit eurem Schreiben Erfolg habt, oder?

  40. Würde fast reichen, mich „Eric Meier“ weit(er) oben anzuschließen.
    Wie man ernsthaft vom Rückkanal abkommen will, ist mir schleierhaft. Selbst wenn einzelne Leser in ihrer „Convenience“ eingeschränkt sein sollten durch Leserkommentare, ist doch eigentlich immer Gewinn darin enthalten – angefangen von Leuten, die sich im jeweiligen Thema auskennen (und normalerweise gibt es bei jedem Thema Leser, die sich besser auskennen als der Verfasser) bis zur argumentativen Härteprüfung eines Beitrags.

    Pöbler und Hater werden behandelt wie es ein guter Kneipenwirt tut: Ermahnen und bei Bedarf rausschmeißen, wenn sie anfangen andere zu verprügeln oder in die Ecke zu pinkeln. Wenn dann mal ein Mob die Kneipe verwüstet, ist halt mal für ein paar Tagen Bedenkzeit zu.

    Positives zum Schluss: Hat denn noch niemand erlebt, wie auch motzende Leser plötzlich aufblühen und vernünftig zu posten beginnnen, wenn man sie als Person erst mal ernst nimmt und in normalem persönlichen Ton antwortet, also weder in diesem gerade so modischen schnipisch-überheblichen Ton („Dürfen wir Ihnen einen Aluhut anbieten“ usw….) noch im sterilen Business-Sprech („wir freuen uns, dass Sie unser Beitrag zu einer Reaktion angeregt hat…“).

    Viele Leser scheinen beim Posten ja nicht wirklich zu fühlen, dass am anderen Ende ein Mensch dran ist. Wenn der dann nicht gleich zurückkeilt, wirds – und für reine Pöbler gibts dann immer noch den Rausschmeißer. Aber Internet ohne Diskussion, topdown vom schlauen welterklärenden Journalisten… Wäre das nicht – wie heißt das modern? – so was von 80er?

  41. Informieren statt zu indoktrinieren !

    „Wir leben im Zeitalter der medialen Massenverblödung.“ (P. Scholl Latur) .

    Darauf kann sich jeder seinen eigenen Vers machen. Man könnte meinen, für sein Gehirn ist ja schließlich jeder selbst verantwortlich. Doch so einfach ist die ganze Sache nicht, weil Medien eben nicht nur Informationen verbreiten, sondern in der Regel auch meinungsbildend wirken (sollen).

    Den „Meinungsmachern“ gefällt es aber offenbar nicht, dass die öffentliche Meinung nicht selten im Gegensatz zu der von ihnen veröffentlichten Meinung steht. Es gibt nachweisbar immer mehr Menschen in Deutschland, die sich dem Mainstream geistig widersetzen.

    Nun gibt es aber bei T-Online eine steigende Tendenz, Forenbeiträge andersdenkender User, mit Bezug auf die Netiquette zu löschen, obwohl sie keine andere Person direkt angegriffen haben. Damit ist sofort klar, dass es der Inhalt ist, der hier das redaktionelle Missfallen erregt, mithin also die Meinung des Users.

    Die Sache ist nicht nur höchst albern, sondern sie erinnert auch an längst vergangene, finstere Zeiten deutscher Geschichte, so das man eigentlich fragen könnte, wann wir in unserem Lande die nächste, öffentliche Bücherverbrennung veranstalten.

    Die Forenüberwacher übersehen ganz offensichtlich auftragsgemäß, dass die grundgesetzlich verankerte Meinungsfreiheit ihren Wert verliert, wenn sie nicht durch Meinungsvielfalt getragen wird.

  42. Sachlich und unabhängig informieren statt zu indoktrinieren !

    Peter Scholl Latur befasste sich in seinem letzten Buch sehr kritisch mit der Rolle der Medien in unserer Zeit. Sein vernichtendes Urteil: „Wir leben im Zeitalter der medialen Massenverblödung.“

    Darauf kann sich jeder seinen eigenen Vers machen. Man könnte ja meinen, jeder ist für sein Gehirn selbst verantwortlich und sollte schließlich in der Lage sein, eigenständig die Informationen auszuwählen, welche seinen politischen Horizont erweitern oder verkürzen. Doch so einfach ist die ganze Sache nicht, weil unsere Medien nachweislich eben nicht nur politisch unabhängig und neutral über Sachverhalte und Ereignisse berichten.

    Zu oft merken die Medien-Konsumenten an den verbreiteten oder einfach auch weg gelassenen Informationen, die plumpe Absicht der Manipulation, um einen transatlantischen Zeitgeist zu bedienen, der auf die primitive Personifizierung des Bösen setzt, mit dem Ziel, die Meinung der Menschen mehr und mehr in Richtung auf einen neuen Kalten Krieg in Europa zu trimmen.

    Den „Meinungsmachern“ gefällt es aber offenbar nicht, dass die öffentliche Meinung nicht selten im Gegensatz zu der von ihnen veröffentlichten Meinung steht. Es gibt nachweisbar immer mehr Menschen in Deutschland, die sich dem Mainstream geistig widersetzen.

    Nun gibt es aber bei T-Online eine steigende Tendenz, Kommentare andersdenkender User, mit Bezug auf die Netiquette zu löschen, obwohl sie keine andere Person direkt angegriffen haben. Damit ist sofort klar, dass es der Inhalt ist, der hier das redaktionelle Missfallen erregt, mithin also die politische Meinung des Users.

    Die Sache ist nicht nur höchst albern, sondern sie erinnert auch an längst vergangene, finstere Zeiten deutscher Geschichte, so das man eigentlich fragen könnte, wann wir in unserem Lande die nächste, öffentliche Bücherverbrennung veranstalten.
    Die Forenüberwacher und Löscher übersehen dabei, dass die grundgesetzlich verankerte Meinungsfreiheit ihren Wert verliert, wenn sie nicht durch Meinungsvielfalt getragen wird.

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