„Die Leute vom Spiegel sind Gutmenschen!“ Til Schweiger wettert (mal wieder) gegen die Medien

Im „ZDF Donnerstalk“ spricht Til Schweiger über Hass-Kommentare bei Facebook und seine Unzufriedenheit mit der deutschen Presse
Im "ZDF Donnerstalk" spricht Til Schweiger über Hass-Kommentare bei Facebook und seine Unzufriedenheit mit der deutschen Presse

Til Schweiger ist wütend: auf Flüchtlingsgegner, Facebook-Hetzer und die Medien. Dies machte er während des "ZDF Donnerstalks" einmal mehr deutlich: Er könne das "rassistische Pack" einfach nicht verstehen und Spiegel Online solle doch bitte mal etwas Nützliches tun "anstatt kluge Artikel zu schreiben". Dass er sich dabei ganz ähnlich verhält wie einige seiner Kritiker, scheint ihm entweder nicht bewusst – oder einfach egal zu sein.

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Dunja Hayali hatte zum Gespräch über Flüchtlinge eingeladen. Mit dabei am Donnerstagabend im ZDF war Til Schweiger oder die „Reizfigur der vergangenen Tage“, wie Hayali ihn ankündigte. Die Moderatorin sprach mit ihm sowohl über sein Engagement für Flüchtlinge als auch über die massiven Anfeindungen, die er auf seiner Facebookseite ertragen muss. Die Masse an Hass-Kommentaren habe ihn überrascht, erklärt Schweiger. „Die liken meine Seite, um ihren Müll da abzulassen“, sagt er. Dagegen wehrt er sich unermüdlich – und zwar meistens derart heftig, dass er die Diskussion noch weiter aufpeitscht. Dunja Hayali will wissen: „Warum in dieser Deutlichkeit und unter der Gürtellinie? Damit hast du ja vom Thema abgelenkt.“ Til Schweigers Antwort: „Ich bin wie ich bin und ich werde mich nicht ändern.“

Er verstehe diese Menschen und vor allem auch die Pegida-Bewegung einfach nicht, betont er. Er ist aufgebracht, das Thema geht ihm persönlich sehr nah – dies könnte kaum deutlicher werden: „Wie kann man Angst vor einem radikalen Islam haben und dann zu den Leuten sagen, die doch genau davor fliehen: ‚Ihr könnt da unten verrecken‘?!“, fragt er. In den ersten Minuten der Sendung argumentiert er zum Großteil rein emotional, reagiert nur minimal auf die Fragen der Moderatorin und redet sich in Rage. Auf den Kritikpunkt, er würde sich selber profilieren, antwortet er zum Beispiel harsch: „Was brauch ich PR?! Ich bin der erfolgreichste Filmemacher in Deutschland!“

Doch er ist nicht nur wütend auf die Facebook-Hetzer und die Flüchtlingsgegner, sondern auch – immer noch oder wieder – auf die Medien, vor allem auf Spiegel Online. Immer wieder keilt er gegen die Journalisten – oft unabhängig von der Frage:

Dunja Hayali: „Was glaubst du denn, in was für einer Gemengelage wir uns grad befinden? Es gibt die, die man wirklich als deutliche Rassisten abstempeln kann und die, die sagen: ‚Leute, wir sind besorgt, wir haben ein bisschen Angst, wir wissen nicht, was da auf uns zukommt.‘ Zum Beispiel die Bewohner eines 500-Seelen-Dorfs, in das 300 Flüchtlinge kommen?“

Til Schweiger: „Ja, dann kommt Spiegel Online und schreibt: ‚Da kommt ja der Mann, der höhere Strafen für Sexualstraftäter gefordert hat und der Wirtschaftsminister, der die größten Rüstungslieferzahlen hat. Und außerdem hat der auch noch mit der Pegida gesprochen. Was ist denn das für eine komische Allianz?’ Und da kommt das nämlich her.“

Auch als die Moderatorin versucht, mit Schweiger über den – vor allem bei Facebook massiv als Diffamierung eingesetzten – Begriff „Gutmensch“ zu sprechen, kommt der Filmemacher auf die Presse zurück: „Die Leute vom Spiegel sind Gutmenschen“, poltert er und lässt sich auch nicht beirren, als Dunja Hayali ihn auffordert: „Lass’ jetzt mal die Presse raus.“

Dass er sich dabei zum Teil ähnlich verhält, wie einige seiner Kritiker, scheint er nicht zu merken oder es ist ihm egal. Zwar ist er erbost über diejenigen, die ihn auffordern, „erst mal selber zu helfen“, denn das würde er ja tun. Doch nur wenige Minuten später macht er den Journalisten denselben Vorwurf: „Da muss endlich mal einer aufstehen. Und anstatt kluge Artikel zu verfassen, sollen die bei Spiegel Online mal ein Spendenkonto einrichten!“ Dunja Hayali antwortet ihm „Okay, jetzt haben wir das mit Spiegel Online verstanden“, woraufhin Schweiger noch mal nachlegt: „Ja, aber die sollen mal was Nützliches tun, ey!“

Dass er nichts Sinnvolles tut, kann man Til Schweiger hingegen nicht vorwerfen. Er will sowohl eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen als auch den Bau eines neuen Flüchtlingsheims in Niedersachsen unterstützen. Und er will sich weiter wehren, denn er ist sicher: „Die Leute, die jetzt gegen Flüchtlinge hetzen, das sind Feinde unserer Verfassung. Die werden als erstes diese Sendung verbieten, wenn sie an der Macht sind.“

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Alle Kommentare

  1. ich muss ja sagen, man sollte ihn etwas aus der Schusslinie nehmen, der Schweiger hat wenig Zeit, informiert sich sicher nur in dieser Mainstreampresse, wo monatelang jeder als „Flüchtling“ bezeichnet wurde, selbst die ca 40-50% aus dem Balkan, die mit dem Bus zum überwintern kommen.. naja..das darf man ihm nicht ankreiden, sein Facebook ist auch offen für Schreiber, sehr zu begrüßen, aber was sagt er zu dem Investor seines Projektes? Stichwörter > Sicherheitsfirma Ausland (manche sagen Söldnerfirma) + plötzlich deren Internetseite abgeschaltet .. Wenn der Schweiger es ernst nimmt sollte er sich vielleicht erst mal ein Doppelhaus kaufen oder nur mieten, eine Hälfte zieht er dann ein, andere Seite „Flüchtlinge“ , am besten aus Serbien, denn dann hat er 91% Roma.. viel Spass, aber komm Til, stell dich nicht an, wird schon 😀 FAZ > http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fluechtlingsstrom-ein-drittel-der-balkan-fluechtlinge-sind-roma-13724375.html

  2. In Wirklichkeit trainiert er seine nächste Rolle: frustrierter Assi-Hamburger schlägt sich mit miesen Jobs durch und hängt abends mit anderen Looser im Bereich Silbersacktwiete / Hans-Albers-Platz rum.

    Das Aggro-Gelalle und die Unterschichtskotze beherrscht er schon seehr gut.

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