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Teaser-Streit vor dem OLG: Grünen-Politiker Mack und Bild legen Rechtsstreit bei

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Vor dem OLG Köln stritten der hessische Grünen-Politiker Daniel Mack und Bild um einen Artikel, der im Teaser eine Straftat nahelegte, entlastende Infos aber erst im bezahlpflichtigen Haupttext brachte. Nachdem die erste Instanz Mack recht gab, Teaser wie Langfassung getrennt voneinander zu betrachten, deuteten die Richter nun eine andere Entscheidung an.

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Bild.de hatte in einem Anreisser eines Bild-Plus-Artikels behauptet, dass Mack verdächtigt werde, eine Fahrkarte gefälscht zu haben, klärte die tatsächlichen, auch entlastenden Hintergründe aber erst hinter der Bezahlschranke auf. Das Ermittlungsverfahren gegen Mack wurde später eingestellt. Sein Anwalt Ralf Höcker reichte gegen die gesamte Berichterstattung Klage ein, weil der Artikel Macks Version des Vorfalls nicht ausreichend berücksichtigt habe (MEEDIA berichtete).

Das presserechtlich Interessante des Falls bestand darin, dass Höcker sowohl ein Verbot der kostenpflichtigen Langfassung des Artikels wie auch des frei zugänglichen sogenannten Anreißers beantragte. Mit einem solchen Vorspann soll der Leser auf den eigentlichen Artikel neugierig gemacht werden, um diesen – falls er nicht ohnehin Abonnent ist, gegen ein Geldzahlung komplett lesen zu können. In der ersten Instanz bekamen Mack und sein Anwalt recht, freie Kurz- und kostenpflichtige Langfassung des Bezahlinhaltes seien getrennt zu betrachten. Springer legte jedoch Berufung ein.

Wie das Onlinemagazin juve.de wiedergibt, habe das OLG nun deutlich gemacht, dass es in diesem Falle die Kurzfassung nicht noch mal verbieten wolle, da freie Kurz- und kostenpflichtige Langfassung identisch seien. Der Teaser stimme mit den ersten beiden Sätzen der Langfassung überein.

Nach diesem Hinweis machten beide Seiten Zugeständnisse, zogen ihre Ansprüche zurück.

Die Kosten des Verfahrens werden nun zu drei Vierteln von der Bild GmbH getragen und zu einem Viertel von Mack. Im Anschluss werteten beide Parteien das Ergebnis als Erfolg für sich.

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Für Bild.de teilte Axel Springer mit: „Wir freuen uns, dass das OLG Köln heute unserer Einschätzung gefolgt ist. Für einen Anrisstext, dessen Inhalt identisch mit dem Haupttext ist, besteht – ganz gleich, ob er auf einen kostenfreien oder kostenpflichtigen Artikel hinweist – kein eigenes Rechtsschutzbedürfnis. Der Versuch von Rechtsanwalt Höcker, ein und dieselbe Sache zweimal verbieten zu lassen, ist hiermit gescheitert.“

Höcker sah dies ganz anders und bezog sich auf die Entscheidung aus erster Instanz: „Sowohl die Lang- als auch die Kurzfassung bleiben verboten. Außerdem hat das OLG unsere Ansicht bestätigt, dass man einen Anreißer separat angreifen kann, zum Beispiel, wenn der Artikel hinter der Bezahlschranke rechtmäßig ist.“ Bild habe darüber hinaus „ausdrücklich erklärt, dass es Anreißer selbstverständlich löscht, wenn sie wortgleich in einem verbotenen Artikel enthalten sind.“

 

Mit Material der dpa

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