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Gefakte Flüchtlings-Selfies: Filmemacher prangert Hashtag-Wahnsinn an

Mit Fake-Selfies eines Flüchtlings kritisiert ein spanischer Filmemacher den leichtsinnigen Gebrauch von Social Media
Mit Fake-Selfies eines Flüchtlings kritisiert ein spanischer Filmemacher den leichtsinnigen Gebrauch von Social Media

Ein Afrikaner dokumentiert seine Flucht aus dem Senegal bei Instagram: mit Selfies, Essensbildern und natürlich zahlreichen Hashtags. Schnell hat er über 12.000 Follower, die Huffingonpost berichtet. Tatsächlich ist das Ganze ein Fake: Die Selfies sind das Projekt eines spanischen Filmemachers, der auf die Diskrepanz zwischen Hashtags und Realität aufmerksam machen will.

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Die Aktion startete im Rahmen einer Marketingkampagne für ein Foto-Festival. Die Story: Abdou Diouf muss flüchten, aus dem Senegal nach Europa. Um seinen Versuch, die Grenze Spaniens illegal zu überqueren, zu dokumentieren, kreiert er einen Instagram-Account und veröffentlicht dort Fotos der Flucht: von seiner letzten Mahlzeit in der Heimat, Selfies aus einem engen Kofferraum und das Video einer gewaltsamen Begegnung mit der Polizei. Dabei benutzt die für Instagram typischen Hashtags: #foodporn, #instagood oder #picoftheday

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Nach nur wenigen Tagen folgten ihm mehrere tausend Instagram-Nutzer und wurden so – vermeintlich – Teil seiner gefährlichen Reise. Auch die Huffington Post berichtete über Diouf – doch der Account sowie die Fotos sind Fake: ein Kunstprojekt des spanischen Filmemachers Tomás Peña, der mit seiner Aktion die Selbstdarstellung auf der Foto-Plattform persifliert.

Als Peña einen kurzen Film mit den Instagram-Bildern veröffentlicht, wird klar, dass seine Aktion Teil der Marketingkampagne für ein Foto-Festival ist:

SPOT GETXOPHOTO 2015 from getxophoto on Vimeo.

„Viele Nutzer schaffen es nicht mehr, die Diskrepanz zwischen Hashtags und der harschen Realität zu erkennen“, erklärt Tomás Peña der spanischen Zeitung El País. Mit seinem Kunstprojekt wolle er die „westliche Leichtsinnigkeit“ anprangern. Diese würde die Menschen dazu „nötigen“, immer und überall Selfies zu machen – so als „habe man es nicht erlebt, wenn man es nicht teilt“.

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