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Der Absturz des Social-Media-Überfliegers: Twitter taumelt immer tiefer

Im freien Fall: Nach dem Börsencrash folgen nun Kündigungen im großen Stil

Wie ein angeknockter Boxer muss die Twitter-Aktie auch in der neuen Handelswoche mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit Treffer nach Treffer nehmen. Um weitere 6 Prozent wurde der kriselnde 140-Zeichen-Dienst zum Wochenbeginn nochmals nach unten geprügelt – auf neue Allzeittiefs. Die großen Handelsumsätze machen deutlich: Anleger wollen aus dem notorisch defizitären Social Media-Dienst nur noch raus, raus, raus.

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Die vermutlich schlechteste Bilanz-Pressekonferenz der Internet-Geschichte wirkt weiter nach. Eine Woche ist es her, dass der Twitter-Interims-CEO Jack Dorsey und Finanzchef Anthony Noto das Unternehmen, dem sie vorstehen, in bemerkenswerter Untergangsrhetorik das denkbar schlechteste Zeugnis ausstellen. „Unakzeptabel“ wären die Ergebnisse, „zu kompliziert“ das Produkt Twitter selbst.

„Zu kompliziert“ nach neun Jahren auf dem Markt? Eine entmutigendere Kapitulationserklärung war von Vorständen eines bis dato immerhin mit 25 Milliarden Dollar bewerteten Internetkonzerns in der zwanzigjährigen Geschichte der Onlinebranche wohl noch nie zu hören.

Twitters Analystenkonferenz lässt Aktie um 30 Prozent einbrechen und Börsenwert um 8 Milliarden Dollar abstürzen 

Die Einladung für Anleger und Leerverkäuferzum Verkauf konnte kaum größer sein: Seit Verkündung der an sich soliden Quartalszahlen ist die Twitter-Aktie von 40,50 Dollar direkt nach Bilanzverkündung auf gestern in der Spitze 28,69 Dollar eingebrochen.

Der nach der Ablösung des langjährigen CEOs Dick Costolo als Hoffnungsträger gefeierte Mitbegründer Jack Dorsey hat mit seinen Äußerungen zur Zukunft von Twitter damit in nicht mal fünf Handelstagen 30 Prozent an Kursverlusten angehäuft – und allein 8 Milliarden Dollar Börsenwert verbrannt.

Der Durchbruch durch die bisherigen Tiefs bei der 30 Dollar-Marke löste gestern noch mal eine neue Verkaufswelle aus, die die Twitter-Aktie standesgemäß bei unter 29 Dollar auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im November 2013 stürzen ließ. Anleger, Analysten und Branchenexperten rätseln nun, wo der freie Fall enden könnte.

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Eric Jackson: Kursniveau für Übernahme noch zu hoch

Angesichts der nicht mehr vorhandenen Hoffnung auf einen schnellen Turnaround der Geschäfte inklusive Profitabilität in absehbarer Zeit, besteht die einzige realistische Chance auf eine schnelle Trendwende an der Wall Street in der Hoffnung auf eine Übernahme.

Doch wie der Fondsmanager Eric Jackson  von Ironfire Capital gegenüber dem Business Insider anmerkt, könnte der aktuelle Börsenwert von 20 Milliarden Dollar auch nach dem drastischen Kurssturz noch viel zu hoch für eine Übernahme liegen.

„Alles über zehn Milliarden Dollar ist eine große Sache“

„Alles über zehn Milliarden Dollar ist eine große Sache“, merkt Jackson an, der darauf verweist, dass bei einer Übernahme ebenfalls ein dicker Premiumaufschlag fällig wird. Entsprechend müsse Twitters Aktienkurs  weiter fallen, bevor Käufer – als der vor allem Google weiter gehandelt wird – auf den Markt treten würden.

In anderen Worten: Es muss erst schlechter werden, bevor es besser werden kann.  Twitter-Aktionäre müssen sich weiter auf turbulente Tage einstellen.
Währenddessen schraubt Twitter selbst mal wieder an frischen Features: So bekommen einige US-Nutzer  in der App seit Montag eine neue News-Spalte angezeigt. Darin sind Top-Storys ausgewählter Medien zu sehen. So will der 140-Zeichen-Dienst sein Profil als Nachrichten-Medium schärfen. Ob es jetzt noch was hilft?

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