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Digitaler Don Quijote: Til Schweigers mühsamer Kampf gegen den Facebook-Rassismus

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Seit Til Schweiger die Verfasser ausländerfeindlicher Kommentare dazu aufgerufen hat, sich von seiner Facebook-Seite zu "verpissen", wird die Seite des Schauspielers immer mehr zum Debattenportal über Flüchtlingspolitik. Schweiger kämpft dabei unermüdlich und mit deutlichen Worten gegen Rassismus – der sich jedoch nicht kleinkriegen lassen will.

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Vor wenigen Wochen teilte Til Schweiger auf seiner Facebook-Seite einen Spendenaufruf für Flüchtlinge – und bekam dafür viel ausländerfeindliches Feeedback: „Über 90% sind Wirtschaftsflüchtlinge“, „In diesem Land sollte man sich zu erst ums eigene Volk kümmern“ oder „Sie sollten arbeiten um so Geld zu verdienen. Ich sehe jeden Syrer mit dem neuesten iPhone rumlaufen!“ hieß es dort zum Beispiel. Immer mehr wütende Kommentare sammelten sich, bis Til Schweiger in einem neuen Posting wetterte:

Oh Mann- ich habs befuerchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!?????????

Posted by Til Schweiger on Samstag, 18. Juli 2015

„Verpisst“ haben sich die Flüchtlingsgegner freilich nicht. Im Gegenteil: Der Wutausbruch und Schweigers derbe Ausdrucksweise hat die Diskussion nur weiter verschärft. So hoffen zum Beispiel Facebook-Nutzer, dass es bald die „Gutmenschen trifft“, die „jeden hier reinholen“ oder betonen vehement, „Heimatliebe“ sei kein Verbrechen.

Und auch die Kritik an dem Schauspieler und Regisseur wird immer heftiger: Der „Nuschel-Schweiger“ solle zum Beispiel „dringend mal zu einem Sprachtherapeuten gehen, anstatt unbescholtene deutsche Bürger zu beleidigen“ oder lieber selber mal ein paar von „den Sozialschmarotzern“ aufnehmen. Auch werden zahlreiche Stimmen laut, man wolle seine Filme in Zukunft boykottieren.

Statt sich einschüchtern zu lassen, postet Til Schweiger unermüdlich weiter gegen Rassmismus und ruft zum Mitgefühl auf:

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Mal was anderes: Ein DEUTSCHER Bub mit einer WEISSEN Katze… einer spanischen sogenannten Migrantenkatze….???

Posted by Til Schweiger on Montag, 20. Juli 2015

Ein paar Dinge die mir auf dem Herzen liegen… Zum Thema, Schauspielerei, Homosexualität, Flüchtlinge, #dontjudgechallenge usw.PS: Köln, Got to dance wurde abgesagt, so schnell kanns gehen ✌

Posted by Marco Manca on Samstag, 11. Juli 2015

Auch auf einzelne Kommentare reagiert Schweiger direkt:

imgo (1)

Til Schweiger ist vielleicht doch cooler, als gedacht.(via Rhetorische Perlen von AfD- und NPD-Anhängern)

Posted by Da kotzt das Texterherz on Donnerstag, 23. Juli 2015

Til Schweiger hat deutlich Position bezogen und wehrt sich im Kampf gegen rassistische Kommentare auf seiner Facebook-Seite. Zwar überwiegen unter den Postings die Kritiker der Hetz-Kommentare, doch Schweigers Aussagen haben den Trotz vieler Facebook-Rassisten erst recht gefüttert. Auch unter Beiträgen, die thematisch nichts mit Flüchtlingen zu tun haben, hagelt es Anfeindungen:imgo

Oder wie Micky Beisenherz es formulierte: „Als hätte er ein Dixi-Klo namens Internet umgestoßen, lief die stinkende Brühe quer über seine Facebook-Seite.“

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Alle Kommentare

  1. Wieviel Menschen werden den von den moslemischen Ländern aufgenommen?

    Ich bin auch für das helfen natürlich und ich will auch nicht entscheiden wer reinkommen darf und wer ebend nicht, aber aus einem leeren Gefäß kann niemand schöpfen! Das Problem liegt eher dadrin das auch wenn die Hilfesuchenden aufgenommen werden, wieviel von denen kommen nach Deutschland und integrieren sich wieviele von denen haben überhaupt den Wunsch sich anzupassen? ich muß erlich und fair sein JA ich habe einige kennengelernt die sich echt gut angepasst haben, allerdings habe ich auch Deutsche kennengelernt die hier aufgewachsen sind und nur von der Tapete bis zur Wand denken.

  2. Wieviele Flüchtlingsunterkünfte sind im Villenviertel in der Nähe der Villa des Herrn Schweiger schon errichtet und mit Asylbewerbern bezogen worden?

    Vermutlich wohl keine einzige.

    Wieviel (kommunalpolitische)Anstrengungen hat der Herrn Schweiger schon unternommen(Nachbarschaftsinitiativen, usw.), damit in seinem Villenviertel in der Nähe seiner Villa eine Flüchtlingsunterkunft gebaut wird?

    Vermutlich hat er diesbezüglich wohl keinen einzigen Finger krumm gemacht.

    Wieviele Flüchtlinge(Vorzugsweise Großfamilien aus osteuropäischen Roma-Slums und alleinstehende junge Männer aus Zentralafrika) hat der Herr
    Schweiger bei sich persönlich aufgenommen?

    Vermutlich wohl keinen einzigen.

    Wieviele seine Kinder schickt Herr Schweiger auf staatlichen Schulen mit einen (überwiegend muslemischen)Migrantenanteil von 50%, 60%, 70%, 80% oder gar 90%?

    Vermutlich wohl kein einziges Kind.

    Vor wieviel Flüchtlingen muss Herr Schweiger wohl Angst haben, dass sie ihm mit Dumpinglöhnen Engagements bei Film-Produktionsfirmen wegschnappen, oder das sie ihm mit ihren Mindestlohn-„Spitzengehältern“ ein Luxusloft in Glitzercity oder Feinepinkeltown vor der Nase wegschnappen?

    Vermutlich wohl von keinem einzigen.

    Her Schweiger steht also in keiner Weise mit Flüchtlingen in einem auch wie immer gearteten Interessenskonflikt. Daher ist es auch leicht großmütig zu sein. Die Toleranz des Menschen steigt nämlich idR. proportional zum Abstand zum Problem. Und der mehrfache Multimillionär Til Schweiger wohnt am Hamburger Stadtrand ziemlich weit weg vom Problem.

    1. Und wie viel von dem vorgeworfenen trifft auf Sie zu?

      Wenn man manche Leute mit ihrer Angst so hört, bekommt man den Eindruck, dass bald neben jedem Haus und neben jeder Wohnung Flüchtlinge untergebracht sind.

      In meiner näheren Umgebung wurden auch Container für Flüchtlinge aufgestellt. Egal ob beim Joggen, Radfahren auf weniger befahrenen Radwegen fühlen ich und meine Familie uns nicht bedroht. Wir grüßen freundlich und werden freundlich zurückgegrüßt.

      Ich weiß aber auch, dass es Gegenden gibt, wo es Probleme gibt. Hier bin ich aber nicht sicher, ob es nicht daran liegt, wie man den anderen gegenübertritt. Ist ja wie mit einem Kind: sag die ganze Zeit dass es nervt und es nervt 😉

      Mal anders herum gefragt: Welche persönlichen – also selbst erlebten – Erfahrungen haben Sie gesammelt, die ein so negatives Bild von Flüchtlingen zeichnen. Und reden wir wirklich nur von Flüchtlingen oder ganz allgemein von anders aussehenden?

  3. „Flüchtlinge“ ist der mitleidheischende Terminus, mit dem Politik und Medien in typischer Einigkeit den deutschen Michel überziehen, damit der die Umvolkung hinnimmt. Bis zu 500.000 Immigranten werden für dieses Jahr erwartet, das ist eine Völkerwanderung unter dem Deckmantel des Asyls. Das wird auch nicht mehr aufhören, wenn man es nicht beendet.

    Alle von denen reisen durch sichere Drittländer, in denen sie hätten bleiben können, würden sie wirklich von einer Gefahr bedroht. Aber sie reisen gezielt dorthin, wo am meisten zu holen ist, zu den trotteligen Deutschen und Schweden. Die deutschen Medien sind dem Thema ebensowenig gewachsen wie die Politik.

    Deutsche Journalisten wollen doch gerne „kritisch“ sein – dieser Ehrgeiz endet spätestens dort, wo der linke Zeitgeist die Begriffe prägt und den Lesern und Zuschauern in’s Gehirn fräsen will. Flüchtlinge, Rechtspopulismus, Feminismus, Europa, EU etc.: Politiker definieren, Medien parieren. Keiner denkt mehr selber und hinterfragt Begriffe, Definitionen und Bewertungen. Auf allen Blätter und Bildschirmen das gleiche Lied. Ich bin selber gelernter Journalist und nicht stolz darauf.

      1. Haha, nach der Rassismuskeule natürlich die Nazikeule. Das sind die üblichen Reaktionen, wenn jemand den propagierten Denkschemata nicht folgt. Einfach mal das Weltbild von der Stange ablegen und die Grundlagen der Politik und Berichterstattung in Frage stellen. Davon findet man spärliche Ansätze bisher nur in sehr wenigen Zeitungen.

      2. Wer von „Umvolkung“ faselt, darf sich über die geschwungene Nazikeule nicht wundern. Was Sie damit meinen könnten, „es zu beenden“, möchte ich mir dann lieber gar nicht erst vorstellen. Auf diese Diktion hin noch die Hinterfragung von Begriffen zu fordern, ist absolut lachhaft. Da wäre ich auch nicht stolz drauf.

    1. Leider nicht von der Hand zu weisen, in praktisch allen Mainstream-Medien gibt es Kräfte, die aktiv eine Umvolkung betreiben (vermutlich aus Selbsthass) und jeden Tag Fakten, die Wahrheit und Menschen unterdrücken.

      Die Medienmacher, die das alles laufen lassen machen sich mitschuldig, denn die Folge ist die totale Radikalisierung weiter Teile der Bevölkerung und sehr wahrscheinlich Gewaltexzesse auf breiter Front.

  4. Herr Schweiger, ich ziehe den Hut vor ihrem Mut! Danke, dass Sie als einer von bis heute wenigen Kuturschaffenden und vor allem Politikern sich trauen eindeutig Stellung nehmen.- Die Dreistigkeit mir der in der Anonymität des Internets von vielen dt. Bürgern Flüchtlinge beschimpft und mit Worten bedroht werden macht mich Schaudern. Und ich fürchte unter diesen sind nicht wenige, die sich üblicherweise zu als selbsternannte Retter der „christ-lichen“ Abendlandes gerieren. Christentum bedeutet meines Wissens zu allererst: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Daraus resultiert Hilfe für ALLE Hilfsbedürftigen.
    Und zuletzt: Der überwiegende Teil der Flüchtlinge sind Syrische Familien. – Deutschland hat seinen Teil zu dieser Flucht beigetragen, als die dt. Industrie den Diktator Assad mir chemischen Kampfstoffen und Waffen ausgerüstet hat. Zum Teil wurden diese Ausfuhren sogar mit Bundes-(Hermes-) Bürg- schaften abgesichert – „denn das schafft Arbeitsplätze“

    1. >Der überwiegende Teil der Flüchtlinge sind Syrische Familien. –

      Nö, der überwiegende Teil der „Flüchtlinge“ sind Moslems und „Gottlose Armutstouristen“ aus Europa.

      1. Nur mal hypothetisch: Also wenn Sie u. a. politisch oder systembedingt in Ihrer Heimat keine Arbeit finden und sich nicht damit abfinden wollen arm zu sein, würden Sie nicht alle Hebel in Bewegung setzen Ihr Schicksal in die Hand zu nehmen um ein besseres Leben zu erarbeiten?

        Und darf ein Muslim nicht flüchten, wenn sein Leben – warum auch immer – in Gefahr ist?

        Wobei ich mich echt frage, was Religion (ganz allgemein) hier zu suchen hat? Ach stimmt: In Deutschland haben wir Millionen vorbildliche Christen die ihre Kirchensteuer zahlen und jeden Sonntag in die Kirche rennen. Deshalb platzen die Kirchen auch Woche für Woche aus allen Nähten.

        Wer sich traut über den Tellerrand zu schauen, wird feststellen, dass der liebe Nikolaus oder das Weihnachtsfest nicht den Großteil „unserer“ christlichen Religion ausmacht.

        Die schlimmsten Foltermethoden wurden von den Christen praktiziert – natürlich aus reiner Nächstenliebe. Jeder der nicht ins Bild passte war eine Hexe oder ein Ketzer. Ob´s da derzeit auf beiden Seiten einige Parallelen gibt? Oder die Kreuzzüge sind auch nicht viel anders als der aktuelle „Heilige Krieg“.

        Und die Kindesmissbrauchsserie der letzten Jahre war meist von solchen Kirchenanhängern ausgeübt worden, die es besser wissen müssten.

        Wer im Namen (s)einer Religion seine Untaten rechtfertigt hat das Prinzip Religion deutlich missverstanden. Zumindest bei den Christen, geht es ja auch ganz am Rande um Nächstenliebe. Aber wahrscheinlich nur für die Eigenen …

      2. @The M

        Die meisten Wirtschaftsflüchtlinge sind keine Verbrecher, aber eben auch nicht Asylberechtigt. Um diese Gruppen fernzuhalten sollte man konsequent alle evtl. finanziellen Anreize beseitigen.

        Worum es hier aber eigentlich ging, Norbert Schmidt ist Opfer der üblen Lügenpropaganda und hier sicher kein Einzelfall.

        Von Medien und Politik werden christliche Syrer nur vorgeschickt um hinter dem Rücken der Bevölkerung weiter millionenfach Menschen anzusiedeln, die Deutschland schwächen und am Ende auflösen sollen.

      3. @Klaus: ich schätze, dass es meinerseits kein gutes Argument gibt, um zumindest mal das Problem aus einer anderen Sichtweise wahrzunehmen. Dennoch versuche ich es:

        Wenn man Reportagen zu den Ghettos der Roma z. B. vom Spiegel sieht, wird einem schnell bewusst, dass diese Gruppierung sehr wohl extremst benachteiligt ist. Arbeit bekommen sie in ihrer Heimat nicht, bzw. werden Kosovo-Albaner und andere bevorzugt. Wenn Sie Arbeit finden, dann nur zu extremsten Dumpinglöhnen. Strom, Wasser, medizinische Versorgung gibt es nur sehr eingeschränkt. Auch wenn die Presse nicht immer rühmlich vorgeht, halte ich es für ausgeschlossen, dass diese Armut vorgetäuscht werden kann.

        Ich bin mir zu 100% sicher, dass vor diesem Elend jeder flüchten würde. Was für ein Glück, dass wir in Deutschland geboren wurden – mehr ist es nicht.

        Und wie man anhand Ihrer Antwort mutmaßen kann, sehen sie weder die Tortur noch die Schicksale die Flüchtlinge über sich ergehen lassen mussten. Für Sie gibt es zwei Sorten: 1. Habgierige Gottlose oder 2. Muslime die unsere deutsche Kultur Schwächen wollen. Jetzt würde mich interessieren, ob es für Sie überhaupt eine Berechtigung gibt, seine Heimat Hals über Kopf zu verlassen, damit man sein Recht auf Leben ausüben darf.

        Und ja, ich kann rechnen und weiß, dass irgendwann die räumlichen sowie finanziellen Ressourcen an ein Ende kommen. Hier ist meines Erachtens die Politik gefordert, damit die betroffenen Länder sich mit globaler Unterstützung selbst was aufbauen können, was ein lebenswürdiges Leben in der eigenen Heimat ermöglicht.

        Aber bis dahin können wir die Probleme nicht missachten, sondern sollten alle dafür sorgen, dass egal welcher „Ausländer“ sich hier aufhält sich in die Gemeinschaft einbringt. Und das geht vermutlich besser, wenn keine „Ausländer Raus!“-Sprüche oder Desinteresse an fremden Kulturen an der Tagesordnung stehen.

        Wenn man nämlich so manches liest, könnte man meinen, dass der „Deutsche“ gerne sein eigenes Süppchen unter seinesgleichen kocht. Angst und Vorurteile erledigen dann den Rest.

        Egal wie man dazu steht, wird man erkennen, dass es Geld und Energie kosten wird, diese Missstände aus der Welt zu schaffen. Die Frage ist nur wo man ansetzt, damit alle Vernünftig miteinander leben können.

    2. @Norbert Schmidt

      Nein. Das stimmt nicht. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge kommt aus dem Kosovo, aus Albanien und aus Serbien. 40% bis 50% der Flüchtlinge kommen definitiv aus Osteuropa. Können Sie jederzeit nachgoogeln.

  5. Der Schauspieler Til Schweiger zählt nicht zu meinen Favoriten, sein Engagement gegen Rassismus verdient aber jede Unterstützung – besonders auch von Seiten sämtlicher noch halbwegs vernünftiger Medien !!!

    1. Beruhigend ist ja, Herr Schweiger hat sich schon früher gegen Kinderschänder positioniert und ist deshalb sicher kein Freund der Pro-Asyl Lobby.

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