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„Kleinbürgerliches Dummchen“: Ufa weist Vorwürfe von Walter Kohl gegen Hannelore-Kohl-Doku zurück

Walter Kohl kritisiert in Bunte den von der ARD geplanten Film über seine Mutter Hannelore
Walter Kohl kritisiert in Bunte den von der ARD geplanten Film über seine Mutter Hannelore

Walter Kohl, Sohn von Altkanzler Helmut Kohl und dessen verstorbener Frau Hannelore, hat in Bunte schwere Vorwürfe gegen einen von Ufa Fiction ursprünglich als Dokudrama geplanten ARD-Film über seine Mutter erhoben. Hannelore Kohl solle in dem Film als "kleinbürgerliches Dummchen ohne eigene Meinung" dargestellt werden. Filmproduzent und Ufa-Fiction-Chef Nico Hofmann weist die Vorwürfe scharf zurück.

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Die Vorwürfe Walter Kohls in Bunte seien „sachlich nicht zu halten“, teilt Ufa Fiction mit. Hannelore Kohl werde im Drehbuch als autonomer Charakter gezeichnet, der eigenständig und stark agiert und deren Wirken und Wirkung auf Helmut Kohl vor allem im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung deutlich werde.

Nico Hofmann, Produzent und Geschäftsführer Ufa Fictiopn sagt: „Die geäußerten Schmähungen gegenüber ARD, Ufa Fiction und dem preisgekrönten Dokumentaristen Raymond Ley überraschen mich, zumal sie sich auf eine laufende Drehbucharbeit beziehen, die noch nicht abgeschlossen war. Raymond Ley gehört zu den angesehensten deutschen Dokumentarfilmern, seine herausragende Fähigkeit liegt darin, Interviews, Dokumentarisches und inszenierte Szenen ineinander zu kontrastieren und zu verweben. Die Schwierigkeit in der Trennschärfe zwischen persönlichem Erlebnis, historischer Recherche und der speziellen Verfahrensweise bei dokufiktionalen Filmen, sind auf Seiten der Brüder Kohl nicht verstanden worden. Ich habe große Achtung vor dem Lebenswerk von Helmut und Hannelore Kohl, nichts liegt mir ferner, als ein solches Lebenswerk klischeehaft zu denunzieren – in diesem Geiste haben wir mit Raymond Ley und dem federführenden NDR zusammengearbeitet.“

Für den geplanten Fernsehfilms arbeitete die Produktionsfirma u.a. mit dem Historiker Prof. Dr. Gottfried Niedhart, zuletzt Professor für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim, und dem Journalisten Prof. Jörg Hafkemeyer zusammen. Walter Kohl war, ebenso wie sein Bruder Peter Kohl, durch einen Beratervertrag in das Projekt eingebunden. Ufa Fiction hat für den Film die Rechte an Peter Kohls und Dona Kujacinskis Buch „Hannelore Kohl – Ihr Leben“ erworben. Ursprünglich sollte das Leben von Hannelore Kohl in einem zweiteiligen Fernsehfilm nachgezeichnet werden. Da keine einheitliche Sichtweise auf Hannelore Kohl gefunden werden konnte, hatten NDR, SWR, ARD Degeto und Ufa Fiction kürzlich entschieden, die Arbeit an dem geplanten Dokudrama über Hannelore Kohl als reine Dokumentation fortzuführen.

(swi)

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