Kirch-Insolvenz: Gläubiger erhalten weitere 200 Millionen Euro

Leo Kirch (im Juli 2011 gestorben) verfügte über ein Medienimperium.
Leo Kirch (im Juli 2011 gestorben) verfügte über ein Medienimperium.

Die nächste Tranche erreicht die große Schar der Kirch-Gläubiger. Nach Zustimmung des Gläubigerausschusses kann der Insolvenzverwalter nun die insgesamt neunte Abschlagsverteilung durchführen. Die Gläubiger der seit April 2002 insolventen Kirch Media erhalten im dritten Quartal weitere 200 Millionen Euro.

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Nachdem die Befriedigungsquote für die “ungesicherten und nicht absonderungsberechtigten Gläubiger” bereits Anfang des Jahres auf 26 Prozent gesteigert wurde (Anfang des Jahres gab es bereits 250 Millionen Euro), klettert sie nun auf 30 Prozent. Die Zahlungen an die Gläubiger der insgesamt 1.500 Insolvenzforderungen (Gesamtvolumen derzeit rund 5 Milliarden Euro) belaufen sich mit der neunten Abschlagszahlung auf mehr über 1,5 Milliarden Euro.

Laut Insolvenzverwalter Michael Jaffé soll es in diesem Jahr sogar zu einer weiteren nunmehr zehnten Abschlagsverteilung kommen. Insgesamt konnte der Insolvenzverwalter bislang an die gesicherten und ungesicherten Gläubiger zusammen rund 2,2 Milliarden Euro auszahlen. Möglich wurde dies unter anderem durch die langjährige Verwertung der Film-Bibliothek, die erfolgreiche Veräußerung von Beteiligungen sowie durch die Restrukturierung und den Verkauf der operativen Bereiche.

Das Geld stammt offenbar nicht von den Zahlungen der Deutschen Bank an die Erben Kirchs. Kurz bevor das Medien-Imperium des Leo Kirch 2002 pleite ging, hatte der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer in einem TV-Interview dessen Kreditwürdigkeit angezweifelt: “Was man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.” Damals war die Deutsche Bank der größte Kreditgeber Kirchs.

Als dessen Medienfirma kurz danach zahlungsunfähig wurde, machte Kirch die Deutsche Bank, bzw. Breuer für die Pleite verantwortlich. Nach seinem Tod setzten seine Erben den Rechtsstreit fort. Anfang 2014 bekamen sie, nach nunmehr zwölf Jahren, Recht. Das Oberlandesgericht München sprach eine Zahlung von 775 Mio. Euro plus Zinsen und weiteren Kosten zu.

Auch in der Folge wird es noch weitere Auszahlungen geben, die die Quote weiter ansteigen lassen. Der Insolvenzverwalter geht derzeit davon aus, dass der Schlusstermin im Jahr 2016 stattfinden kann.

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