Q2-Bilanz: Google übertrifft die Erwartungen – und schießt auf Allzeithochs

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Googles neue Finanzchefin Ruth Porat: Ihre Handschrift gefällt der Wall Street

Nach sechs Quartalsverfehlungen in Folge kann Google die Wall Street doch noch positiv überraschen. Nach Handelsschluss verkündete der Internet-Champion eine Geschäftsbilanz, die leicht über den Analystenerwartungen lag. Anleger feierten das Zahlenwerk euphorisch: Die Aktie schoss nachbörslich um 13 Prozent auf neue Allzeithochs bei über 680 Dollar nach oben – damit durchbricht der Internetriese erstmals die Bewertungsgrenze von 400 Milliarden Dollar.

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Die Liebe kehrt zurück. Mit einem Kurssprung von 13 Prozent bzw. 80 Dollar schoss die Google-Aktie nach Handelsschluss an der Wall Street auf neue Allzeithochs, nachdem der Internetriese knapp eineinhalb Jahre in einer engen Handelsspanne zwischen 500 und 600 Dollar gesteckt hatte.

Der Auslöser: Die erste positive Bilanzüberraschung nach sage und schreibe sechs Verfehlungen in Folge. Zwischen Anfang April und Ende Juni verbuchte Google Erlöse in Höhe von 17,7 Milliarden Dollar, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 11 Prozent entspricht. Analysten hatten zuvor mit Umsätzen in Höhe von 17,43 Milliarden Dollar gerechnet.

Mobilgeschäft wird zum Treiber

Auch die Gewinne entwickelten sich besser als von Banken im Vorfeld erwartet: Nach Abzug von Traffic-Akquisitionskosten verdiente Google im zweiten Quartal 3,93 Milliarden Dollar – ein Plus von erstaunlichen 17 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg von 5,98 auf 6,99 Dollar; Analysten hatten lediglich mit 6,73 Dollar  je Anteilsschein gerechnet.

Vor allem die Entwicklung der mobilen Anzeigenerlöse elektrisierte Anleger.  Im Mai hatte Google bereits mitgeteilt, dass der Internet-Gigant mit Onlinewerbung über Mobilgeräte mehr Umsatz generieren würde als über den Desktop. Beim Erzrivalen Facebook sind die Erlöse von Mobilanzeigen seit Jahren der Treiber der Geschäftsdynamik.

Google CFO Porat: „mächtigste Frau der Wall Street“ erfreut die Wall Street

Anleger hatten sich bereits im Vorfeld über Googles Bekenntnis zu einer stärkeren Kostendisziplin gefreut, die eindeutig die Handschrift der neuen Finanzchefin Ruth Porat trägt, die als “mächtigste Frau der Wall Street” gilt.

Vor zwei Tagen  berichtete das Wall Street Journal von einer neuen Kostenkontrolle beim nach Apple zweitwertvollsten Konzern der Welt: „Google fährt die Neueinstellungen zurück und sucht nach Wegen, sein ausgedehntes Imperium effizienter zu führen“, schreibt das Murdoch-Blatt mit Verweis auf Berichte von Headhuntern und Wagnisfinanzierern.

Schnelle Belohnung der Kapitalmärkte: Erstmals in seiner Historie wird Google nun von der Börse mit mehr als 400 Milliarden Dollar bewertet.

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