Zum Start von TV Spielfilm live: „Wir wollen in die Hand- und Hosentaschen der Konsumenten“

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TV Spielfilm live ist jetzt in allen App-Stores verfügbar. Bei dem ehrgeizigen Projekt macht die Burda-Marke die eigene Programmzeitschrift zum Fernseher. Und das via Smartphone, Tablet oder PC. "Wir verbinden fundierte Programminformationen mit dem Live-Erlebnis aller großen Fernsehsender, also unabhängigen Journalismus mit einem technologischen Service. Andere Anbieter machen nur eins von beiden." Im MEEDIA-Interview erklärt BurdaNews-Chef Burkhard Graßmann die strategische Bedeutung des neuen Angebotes.

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TV Spielfilm live bietet mehr als 70 Sender: Das neue Angebot enthält alle wichtigen öffentlich-rechtlichen und privaten Haupt- und Spartensender aus Deutschland und dem Ausland. Nach Registrierung sind sämtliche der über TV Spielfilm live verfügbaren Senderangebote für einen Monat kostenfrei. Danach lassen sich rund 50 Kanäle auch weiterhin gratis nutzen. Wer allerdings auch die großen Privatsender schauen will, muss ein Abo von 9,99 Euro pro Monat abschließen.

Was ist das Alleinstellungsmerkmal von TV Spielfilm live?
Wir verfügen über die digital mit Abstand reichweitenstärkste Marke in diesem Segment mit einem Marktanteil von deutlich mehr als 50 Prozent. Die Menschen kennen unsere Marke, sie vertrauen ihr, sie haben unsere Apps bereits 16 Millionen Mal heruntergeladen. Das ist eine sehr gute Ausgangslage, um unser Live-Angebot zu verbreiten. Was uns zudem von Wettbewerbern unterscheidet? Unsere Redaktion um Lutz Carstens besteht aus gut ausgebildeten Journalisten, die fundierte Programmkritiken verfassen – ohne irgendwelche Präferenzen für bestimmte Sendergruppen. Wir verbinden fundierte Programminformationen mit dem Live-Erlebnis aller großen Fernsehsender, also unabhängigen Journalismus mit einem technologischen Service. Andere Anbieter machen nur eins von beiden.

Warum soll sich die Marke TV Spielfilm von einer Programmzeitschrift zur multimedialen Plattform wandeln?
Einfach gesagt: Weil es möglich ist. Wir wollen in die Hand- und Hosentaschen der Konsumenten, nicht nur auf Couch- und Schreibtisch. Wir merken, dass sich die Mediennutzungsgewohnheiten der Menschen ändern. Inhalte sind für uns zwar nach wie vor der Beginn der Wertschöpfung. Wir gruppieren um unsere journalistischen Angebote allerdings ständig neue Geschäftsmodelle, die wir entwickeln, weil die Digitalisierung traditionelle Erlösstrukturen zunehmend auflöst. Das tun wir mit Freude und Optimismus, ohne dabei das nach wie vor hochprofitable Geschäft mit Zeitschriften zu vernachlässigen.

Wie viel investiert TV Spielfilm in das neue Angebot?
Zuerst einmal jede Menge Hirnschmalz und Arbeit. Wir haben viel Energie in die Konzeption und in die Vereinbarungen mit rund 80 Fernsehsendern gesteckt. Das Team unseres Digitalchefs Andreas Mauch hat dann in den vergangenen Monaten einen extremen Aufwand betrieben und ein in meinen Augen perfektes Ergebnis erzielt. Ohne solch motivierte und gute Mitarbeiter wäre das nicht möglich gewesen. Und dann haben wir natürlich auch Geld investiert: vor allem in Gehälter und Honorare. Wie viel das genau war? Na, Sie sind lustig!

Bekommen die Sender Geld von TV Spielfilm, dafür dass TVS jetzt deren Inhalte streamen darf?
Wir haben mit allen Sendern individuelle Vereinbarungen getroffen, auf die wir allerdings nicht näher eingehen.

Kann TV Spielfilm noch kritisch über bestimmte Sendungen schreiben, wenn man wirtschaftlich – zumindest ein Stück weit – vom Erfolg der Fernsehformate abhängig ist?
Aber natürlich. Zuerst einmal sind wir wirtschaftlich in erster Linie davon abhängig, ob die Menschen unser Angebot überhaupt annehmen. Das tun sie nur, wenn wir die prägende inhaltliche Eigenschaft von TV Spielfilm nicht verlieren: unabhängigen Journalismus. Nutzer werden also auch künftig lesen können: „Diesen Spielfilm empfehlen wir heute aus folgenden Gründen eher nicht…“ Die Fernsehsender sind Medienunternehmen, die mit kritischem Journalismus zudem in der Regel sehr professionell umgehen, solange er fair ist. Daher mache ich mir hier wirklich keine Sorgen.

Was sind für Sie die wichtigsten Kennzahlen. Auf welche Zahlen achten sie besonders, wenn sie sich in einem Jahr die Frage stellen, ob das Angebot ein Erfolg ist?
Da gibt es einige relevante Größen. Zum einen: Wie viele unserer heutigen Nutzer nehmen das neue Angebot in Anspruch? Wie viele von ihnen sind sogar bereit, für das Premium-Angebot zu bezahlen? Wie läuft die Vermarktung? Die ersten Indizien stimmen meinen Partner in der Geschäftsführung, Andreas Mayer, und mich durchaus optimistisch.

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