Anzeige

Nach Telegraph-Plagiat: Weltwoche-Redakteur schrieb auch bei FAZ ab

Mauer.jpg

Bereits am vergangenen Sonntag wurde bekannt, dass ein Redakteur der Schweizer Zeitung Weltwoche beim britischen Telegraph abgeschrieben und ganze Passagen wortwörtlich übernommen hat. Wie der Tagesanzeiger berichtet, war dies nicht der einzige Fall: Auch bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hat sich der Weltwoche-Mitarbeiter großzügig bedient.

Anzeige
Anzeige

„Trotz Grenzanlagen und Bewachung gelingt es den Palästinensern immer wieder, Waffen und andere Güter durch ein selbstgegrabenes Tunnelsystem in den Gazastreifen zu bringen.“ Diese Beschreibung über die Sperranlage um den Gazastreifen ist sowohl Teil der FAZ-Reportage „Mauern, überall“ von September 2014 als auch eines Beitrags der Schweizer Wochenzeitung „Mauern in aller Welt“ vom 30. April 2015. Und dies ist nicht die einzige Passage, die sich entweder im genauen Wortlaut oder nur minimal verändert in beiden Zeitungen findet.

Und es ist auch nicht das erste Mal, dass sich der für den Text verantwortliche Schweizer Redakteur Urs Gehriger großzügig bei einem anderen Medium bediente: Die NZZ am Sonntag hatte bereits am vergangenen Wochenende berichtet, dass Gehriger ganze Textabschnitte eines Beitrages des britischen Telegraphs wortwörtlich übernommen und einige nur ein wenig umgeschrieben habe.

Am Montag berichtete der Schweizer Tagesanzeiger von dem weiteren Plagiat des Journalisten: Nachdem die FAZ am 29. September vergangenen Jahres über die „zehn gefährlichsten Mauern der Welt“ berichtete, stellte am 30. April 2015 auch Gehriger für die Weltwoche dieselben zehn Mauern zusammen. „In fast derselben Reihenfolge. Lediglich die beiden ersten Beispiele – dasjenige der Peace Lines in Nordirland und dasjenige der Line of Control zwischen Indien und Pakistan – hat Gehriger vertauscht“, so der Tagesanzeiger. Kein einziger Wall würde beschrieben werden, ohne dass sich die Weltwoche ausgiebig bei der FAZ bedient hätte.

Anzeige

Der Tagesanzeiger-Redakteur machte sich außerdem die Mühe, im Text genau zu markieren, welche Stellen wortwörtlich übernommen (violett) und welche lediglich leicht verändert (gelb) wurden:

topelement

Nachdem die NZZ am Sonntag über das erste Abschreiben berichtet hatte, betonte Gehriger, die Weltwoche hätte ihn gerügt – und es würde nicht mehr vorkommen. Welche Konsequenzen die Chefredaktion aus diesem weiteren Plagiat ziehen wird, ist bislang nicht bekannt.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*